Protest gegen Abfindungen für Alcatel-Lucent-Topmanager

Unterschriftenkampage von 17 Gewerkschaften in acht Ländern gestartet

Die Gewerkschaften der Beschäftigten des Telekommunikationsausrüsters Alcatel-Lucent haben eine Kampagne gegen hohe Abfindungszahlungen für das frühere Topmanagement gestartet. Bisher haben 6.000 Mitarbeiter unterschrieben.

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17 Gewerkschaften aus Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Polen, Spanien und USA haben einen Appell an die zurückgetretene Führung des angeschlagenen Konzerns Alcatel-Lucent gerichtet. "Der Zweck der Petition ist, Sie zu ersuchen, im Namen des Anstands und der Solidarität auf Ihren 'Goldenen Fallschirm' zu verzichten", heißt es. "Diese Boni sind ungerechtfertigt und werden nur dazu dienen, der finanziellen Gesundheit unserer Firma weiteren Schaden zuzufügen."

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Am 2. September 2008 berief Alcatel-Lucent Philippe Camus zum Aufsichtsratschef. Ben Verwaayen, ehemals Chef der British Telecom (BT), übernahm die Konzernführung. Ihre Vorgänger, der 70-jährige Serge Tchuruk (Aufsichtsrat) und Ex-CEO Patricia Russo (56), erhalten hohe Abfindungen. Russo kann mit zwei Jahresgehältern rechnen, was 6 Millionen Euro entspricht. Tchuruk erhielt schon mit seiner Ablösung als Alcatel-Chef im Jahr 2006 einen Bonus von 5,6 Millionen Euro.

Doch auch die Nachfolger werden hoch bezahlt. Verwaayen erhält im Jahr 3,6 Millionen Euro, bestehend aus 1,2 Millionen Euro Festgehalt und einem Bonus von 2,4 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Aufsichtsratschef Camus, der keine administrativen Befugnisse für das Tagesgeschäft besitzt, erhält 200.000 Euro pro Jahr.

Das 2006 aus der Fusion der französischen Alcatel und der US-amerikanischen Lucent Technologies entstandene Gemeinschaftsunternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren fast zwei Drittel seines Börsenwerts verloren und schreibt seit sechs aufeinanderfolgenden Quartalen Verluste. Diese summieren sich auf 7 Milliarden US-Dollar. Alcatel-Lucent baut im Zuge der Fusion 16.500 Job ab. Chinesische Wettbewerber wie Huawei und ZTE erobern unaufhörlich Marktanteile.

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Gewerkschaften aus Italien (FIOM-CGIL, FIM-CISL, UILM-UIL), Deutschland (IG Metall), Belgien (ABVV-BBTK, ACLVB, LBC-NVK), USA (CWA), Frankreich (CFDT, CGT, CFTC), Spanien (CCOO, UGT), Polen (NSZZ "Solidarnosc") und aus den Niederlanden (FNV Bondgenoten, CNV BedrijvenBond, De Unie) organisierten die Kampagne. Bislang haben fast 6.000 Beschäftigte die Petition gegen "Goldene Fallschirme" unterzeichnet, die in dieser Woche Russo und Tchuruk vorgelegt wurde.

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