SanDisk lehnt Übernahmeangebot von Samsung ab
Der US-Flashspeicherkartenanbieter SanDisk hat ein Barangebot in Höhe von 5,85 Milliarden US-Dollar durch den südkoreanischen Konkurrenten Samsung zurückgewiesen. Samsung Electronics hatte die Gespräche öffentlich gemacht, nachdem seit Mai 2008 andauernde Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt hatten. Mit 26 US-Dollar pro Aktie sei Samsung bereit, "93 Prozent mehr als den gegenwärtigen Börsenwert zu zahlen" . Der Börsenwert SanDisks liegt infolge der Überproduktionskrise in der Flashspeicherherstellung nur bei rund 3 Milliarden US-Dollar.
SanDisk-Chef Eli Harari argumentiert dagegen, dass Samsungs Angebot die Synergien zwischen den beiden Unternehmen nicht richtig widerspiegele. "Damit stellt sich die Frage, ob es nur darum geht, Vorteile" in den laufenden Patentrechtsverhandlungen "zu erlangen" . SanDisk besitzt etwa 860 US-Patente sowie 550 in anderen Ländern angemeldete Patente. Samsung zahlt nach Berechnungen von Lehman-Brothers-Analysten jährlich 400 bis 500 Millionen US-Dollar an Patentgebühren an SanDisk. Allein deswegen lohne sich die Übernahme, meinen Investmentbanker.
Samsung-Chef Lee Yoon-woo nannte sein Angebot "vollständig und fair" . Es spiegele die gegenwärtigen Verschiebungen auf dem Flashspeichermarkt wider. "Die Welt hat sich in den letzten 52 Wochen dramatisch verändert, was man auch an SanDisks enttäuschenden Ergebnissen sehen kann" . Das Unternehmen hatte im Juli 2008 mit 67,9 Millionen US-Dollar den höchsten Quartalsverlust seit fast sieben Jahren ausgewiesen.