Abo
  • Services:
Anzeige

Bayerntrojaner: Hausdurchsuchung bei Piratenpartei

Fahndung nach Informanten aus dem bayerischen Justizministerium

Bayerische Polizeibeamte haben die Privaträume des Sprechers der "Piratenpartei Deutschland", Ralph Hunderlach, durchsucht. Sie fahndeten nach einem Informanten aus dem bayerischen Justizministerium, der den Datenschützern und Computerexperten Informationen über einen vermutlich illegal eingesetzten staatlichen Trojaner zum Abhören von Skype-Telefonaten zugespielt hatte.

Die bayerische Landesregierung macht mit einer Hausdurchsuchung Druck auf die Piratenpartei. "Die bayerischen Behörden haben ohne jede gesetzliche Grundlage an einem Trojaner gearbeitet und versuchen jetzt, die Kritiker mundtot zu machen", so der Strafrechtler und Lawblog-Autor Udo Vetter gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Anzeige

Am 11. September 2008 gegen 5:45 Uhr seien mehrere Polizisten an der Privatwohnung des Parteisprechers erschienen und hätten gedroht, alle Zimmer auszuräumen, wenn er seine Quellen nicht nenne. Hunderlach ist zugleich politischer Geschäftsführer des Landesverbands Bayern der Piratenpartei. "Die Durchsuchung ist erfolgt, um die Identität des Informanten zu enthüllen", sagte Thorsten Wirth, Vorsitzender der Piratenpartei Hessen zu Golem.de. Man habe den Vorgang nicht früher an die Öffentlichkeit bringen können, weil Hunderlach beruflich verhindert war.

Die Person, die der Piratenpartei die Dokumente hat zukommen lassen, könne aber sicher sein, dass "jedwede Informationen, die sie identifizieren könnte, vor ungewolltem Zugriff" geschützt sei, heißt es weiter von der Partei. Auch der beschlagnahmte Server eines weiteren Piraten-Aktivisten sei durch starke Verschlüsselung geschützt.

Die Frage laute, "ob hier nicht ein Übermaß an staatlicher Aktivität stattfindet", sagte der ehemalige Bundesinnenminister und heutige Bürgerrechtsaktivist Gerhart Baum (FDP) der Frankfurter Rundschau.

Im Januar 2008 wurde der Piratenpartei ein unbestätigtes Schreiben des bayerischen Justizministeriums zugespielt. Dieses soll Indizien eines erfolgten Einsatzes von Trojanern zum Abhören von Skype-Telefonaten und technische Details der eingesetzten Software enthalten haben. Der "Bayerntrojaner" soll sich zum VoIP-Abhören eignen und eine Installation durch die Polizei vor Ort oder per E-Mail ermöglichen. Die Software soll sich spurenlos erweitern und entfernen lassen und Zugriff auf interne Merkmale des Skype Clients und auf SSL-verschlüsselte Websites ermöglichen. "Nach dieser Durchsuchung kann an der Echtheit dieses Schreibens nun kein Zweifel mehr bestehen", so die Piratenpartei.

"Einige unserer Staatsdiener möchten den Überwachungsstaat wohl zu gerne ohne Wissen der Bevölkerung installieren", erklärt Jens Seipenbusch, stellvertretender Vorsitzender der Piraten.


eye home zur Startseite
Hans Wurscht 26. Mär 2010

Ein Durchsuchungsbefehl muss meines Wissens bei einem Richter beantragt werden. Wie wurde...

stefvoll 04. Okt 2008

Na da sollten die Franken mal wieder etwas mehr Selbstbewußtsein demonstrieren und ein...

WilliMayer 25. Sep 2008

Das besagte Schreiben ist als PDF-Datei im Internet abgelegt. Ich habe es zunächst...

Fred2008 24. Sep 2008

Wir zwar nicht mehr gesehen, aber DANKE!

Captain 21. Sep 2008

Und wen wählt man, wenn man durch den Verlust seines Privatlebens und des falschen...


Ralphs Piratenblog / 17. Sep 2008



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Seitenbau GmbH, Konstanz
  2. Deutsche Telekom IT GmbH, Darmstadt
  3. Universität Passau, Passau
  4. Brüel & Kjær Vibro GmbH, Darmstadt


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Mad Max, Legend of Tarzan, Conjuring 2, San Andreas, Creed)
  2. 49,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Interview auf Youtube

    Merkel verteidigt Ziel von 1 Million Elektroautos bis 2020

  2. Ransomware

    Not-Petya-Angriff kostet Maersk 200 Millionen US-Dollar

  3. Spielebranche

    Mikrotransaktionen boomen zulasten der Kaufspiele

  4. Autonomes Fahren

    Fiat Chrysler kooperiert mit BMW und Intel

  5. Auto

    Toyota will Fahrzeugsäulen unsichtbar machen

  6. Amazon Channels

    Prime-Kunden erhalten Fußball-Bundesliga für 5 Euro im Monat

  7. Dex-Bytecode

    Google zeigt Vorschau auf neuen Android-Compiler

  8. Prozessor

    Intels Ice Lake wird in 10+ nm gefertigt

  9. Callya Flex

    Vodafone eifert dem Congstar-Prepaid-Tarif nach

  10. Datenbank

    MongoDB bereitet offenbar Börsengang vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sysadmin Day 2017: Zum Admin-Sein fehlen mir die Superkräfte
Sysadmin Day 2017
Zum Admin-Sein fehlen mir die Superkräfte

Orange Pi 2G IoT ausprobiert: Wir bauen uns ein 20-Euro-Smartphone
Orange Pi 2G IoT ausprobiert
Wir bauen uns ein 20-Euro-Smartphone
  1. Odroid HC-1 Bastelrechner besser stapeln im NAS
  2. Bastelrechner Nano Pi im Test Klein, aber nicht unbedingt oho

Mitmachprojekt: HTTPS vermiest uns den Wetterbericht
Mitmachprojekt
HTTPS vermiest uns den Wetterbericht

  1. Re: Wieso immer leichter und dünner?

    superdachs | 19:08

  2. Game of Thrones VFX als Abfallprodukt von Auto...

    Achranon | 19:07

  3. Re: Linux?

    superdachs | 19:05

  4. Re: So hier kostenlos...

    DeathMD | 19:04

  5. Re: Bundesliga möchte ich nicht mal geschenkt haben.

    Daepilin | 19:04


  1. 16:57

  2. 16:25

  3. 16:15

  4. 15:32

  5. 15:30

  6. 15:02

  7. 14:49

  8. 13:50


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel