Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: Geheimakte 2 - Urwald statt Sibirien

Fortsetzung des Adventure-Erfolgs von 2006. Sie waren das Adventure-Pärchen des Jahres 2006: Die junge, attraktive Nina Kalenkow und ihr Freund Max machten sich in Geheimakte Tunguska auf, eine mysteriöse Explosion in Sibirien zu erforschen. Jetzt sind sie in Geheimakte 2 wieder da und versuchen, an ihren damaligen Überraschungserfolg anzuknüpfen.
/ Thorsten Wiesner
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Die vergangenen zwei Jahre scheinen dem Privatleben von Max und Nina nicht unbedingt gut getan zu haben – zu Beginn von Geheimakte 2 sind beide Protagonisten jedenfalls in unterschiedlichen Ecken der Welt unterwegs. Während sich die junge Blondine am Hamburger Hafen befindet und auf einer Schiffsfahrt in Europa entspannen will, untersucht ihr Exfreund im Urwald von Indonesien alte Tempelanlagen. Wer die Dramaturgie derartiger Spiele kennt, weiß aber genau, dass sich die Wege der beiden Helden im Laufe der Zeit natürlich wieder kreuzen; auch wenn der Spieler beide Akteure zunächst recht lange in eigenen Handlungssträngen steuert.

Geheimakte 2 - Trailer
Geheimakte 2 - Trailer (01:23)

Zu tun gibt es viel, schließlich steht die Weltordnung kopf: Klimakatastrophen, Wirtschaftskrisen, Bürgerkriege, dazu dann auch noch ein Mord, der praktisch vor Ninas Augen geschieht. Hinter allem scheint eine mysteriöse Bruderschaft zu stecken, die im Verborgenen ihre Fäden zieht und zudem die bald drohende Apokalypse ankündigt. Ganz so dramatisch, wie sich das zunächst anhört, spielt sich Geheimakte 2 zwar nicht, nach einem gelungenen Intro verliert die Story zunächst sogar ein wenig an Fahrt. Für genügend interessante Schauplätze und Ereignisse haben die Entwickler von Animation Arts aber auch diesmal wieder gesorgt.

Die handlungstechnischen Neuerungen sind die größte Veränderung an Geheimakte 2 – in technischer Hinsicht hat sich gegenüber dem ersten Teil nicht viel getan. Bei der Bedienung fällt das kaum störend ins Gewicht, schließlich konnte Geheimakte Tunguska dank seiner komfortablen Steuerung bei Gesprächen und dem Inventar-Handling rundum überzeugen. Intelligente Optionen wie das Anzeigen sämtlicher Hotspots auf dem Screen via Tastendruck machen kompliziertes Absuchen der Umgebung meist unnötig. Die Rätsel sind trotzdem teils knifflig – ein umfangreiches Arsenal an mitgeführten Gegenständen und lange Kombinationsketten verlangen immer mal wieder ausgiebiges Um-die-Ecke-denken. An manchen Stellen meinten es die Entwickler wohl auch etwas zu gut mit dem Rätselaufbau; manches wirkt doch arg aufgesetzt und absichtlich verkompliziert.

Belohnt wird der Spieler dafür mit zahlreichen Zwischensequenzen, einer sehr guten Sprachausgabe sowie ein paar gelungenen humoristischen Einschüben; eine Abneigung gegenüber ausufernden Textpassagen sollte man allerdings nicht mitbringen – sonst wird man versucht sein, die nicht gerade knapp gefassten Mono- und Dialoge abzubrechen. Hintergründe und Animationen sind zwar sehenswert, aber nur marginal besser als vor zwei Jahren; etwas mehr optische Aufwertung wäre schön gewesen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Geheimakte 2 – Puritas Cordis ist für Windows-PC erhältlich, kostet etwa 40 Euro und hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten. Der Titel gibt sich relativ bescheiden hinsichtlich der Hardwareanforderungen: Ein Pentium 3 mit 256 MByte RAM und 2 GByte Festplattenplatz ist ausreichend.

Fazit:

Geheimakte Tunguska 2006 war ein herausragendes Adventure, 2008 ist Geheimakte 2 eine solide Fortsetzung – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Story, Rätseldesign und Atmosphäre sind ausnahmslos gelungen, aber im Großen und Ganzen nur auf oder leicht unter dem Niveau des Vorgängers. Trotzdem gilt: Wer anspruchsvolle Adventures mag, findet hier einen der aktuell empfehlenswertesten Titel des Genres.


Relevante Themen