Internet im Weltraum getestet
Das britische Unternehmen Surrey Satellite Technology (SSTL) hat nach eigenen Angaben erstmals Daten von seinem Satelliten UK-DMC über ein neues Netzprotokoll(öffnet im neuen Fenster) abgerufen. Dazu haben die Briten eine neue, als besonders fehlertolerant geltende Übertragungstechnik eingesetzt.
Das Problem bei der Datenkommunikation mit Satelliten oder Raumstationen außerhalb der Erdumlaufbahn ist, dass die Verbindung immer wieder gestört wird oder abbricht. Ein Protokoll, über das Daten durch den Weltraum übertragen werden, muss deshalb besonders tolerant gegenüber Interferenzen und Verzögerungen sein.
Um eine sichere Übertragung zu gewährleisten, werden die Daten vorab in größere Blöcke aufgeteilt, die dann einzeln bei jedem Durchgang des Satelliten an die Basisstation gefunkt werden. Eine solche Aufteilung schützt laut SSTL gegen Störungen und die Verbindungsabbrüche, die zwischen den Satellitendurchgängen auftreten. Ein Durchgang ist die Zeit, in der ein Satellit beim Überflug per Funk erreichbar ist.
Die Idee, ein Internetprotokoll für das Weltall zu schaffen, hatte 1998 Vinton Cerf, der entscheidend an der Entwicklung von TCP/IP mitgewirkt hat. Das von SSTL eingesetzte Protokoll wurde von der Delay Tolerant Networking Research Group(öffnet im neuen Fenster) (DTNRG) konzipiert. Laut DTNRG kann dieses Übertragungsprotokoll in allen Umgebungen eingesetzt werden, in denen sehr heterogene Netze miteinander verbunden werden sollen, ohne dass eine permanente End-To-End-Verbindung gewährleistet ist. Das können neben Verbindungen ins Weltall auch militärische oder Katastropheneinsätze sein, eine Kommunikation unter Wasser oder bestimmte Ad-hoc-Netze mit Sensoren und Aktoren. Außerdem könne diese Technik in schlecht angebundenen Teilen der Dritten Welt eingesetzt werden.