Google Chrome: Auswirkungen auf den Onlinespielemarkt

Klaas Kersting: Vorgewarnt waren wir nicht, es hat uns aber auch nicht wirklich überrascht. Der neue Browser passt voll in die Produktpalette von Google. Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen mit einem eigenen Browser auf den Markt gehen würde.
Golem.de: Insbesondere JavaScript soll im Google-Browser schneller laufen als bei den Konkurrenten. Ist das auch Ihre Erfahrung, und welche Auswirkungen auf die Produktion von Browserspielen hat das?
Kersting: Wir haben Chrome natürlich sofort getestet und er ist tatsächlich sehr schnell. Auch wenn er sich noch in der Betaphase befindet, kann man doch schon erkennen, wie der fertige Zustand sein wird. Für die Produktion unserer Spiele wird sich durch Chrome jedoch zunächst nichts ändern. Da wir unsere Spiele für alle Nutzer anbieten, müssen wir sie auch auf allen Plattformen zum Laufen bringen. Würden wir verstärkt mit JavaScript arbeiten, liefen die Spiele zwar wunderbar in Chrome, andere Browser hätten dann jedoch eventuell Probleme.
Golem.de: Erwarten Sie durch Chrome mittel- oder langfristige Auswirkungen?
Kersting: Für uns bedeutet der neue Browser vor allem mehr Testaufwand. Da es mit Chrome nun ein weiteres relevantes Produkt gibt, müssen wir unsere Spiele natürlich auch in diesem Browser testen. Die Technik, die hinter Chrome steckt, ist aber ja nicht wirklich neu. 3D im Browser - das wäre eine Neuentwicklung, die für unsere Browserspiele tatsächlich einen riesigen Schritt nach vorne bedeuten würde.
Golem.de: Erwarten Sie durch Chrome sonstige Auswirkungen auf den Markt?
Kersting: Der neue Browser kann für den Markt nur von Vorteil sein. Denn natürlich legt Google mit Chrome die Messlatte wieder ein Stück höher. Die anderen Browseranbieter werden versuchen nachzuziehen. Und für uns als Browserspiel-Anbieter kann jede Verbesserung nur einen Fortschritt bedeuten. In wenigen Jahren wird der Download von Clients überflüssig und Spiele im Browser die Normalität sein.



