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Interview: Wir wollen die Globalisierung der CC-Lizenz

Golem.de: Welche anderen neuen Projekte für Creative Commons haben sie geplant?

Ito: Es gibt zwei zentrale neue Initiativen in Creative Commons Org. Das sind besagtes ccLearn und Science Commons. Science Commons hat recht ähnliche Ziele, nur dass es sich an Wissenschaftler und Forscher richtet. Es gibt eine große Menge enorm umfangreicher Datenbanken da draußen. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten an einem Institut mit einer riesigen Genom-Datenbank und ein Kollege hat Zugriff auf eine entsprechend umfangreiche Protein-Datenbank. Aber Sie können sie nicht miteinander teilen, weil dies durch die Lizenzen verboten ist. Es fehlt die Akzeptanz. So etwas ist gang und gäbe und behindert die Forschung. Und selbst wenn es die Lizenzen zulassen würden, fehlt es an guter Open-Source-Software, um die Datenbanken sinnvoll zu verbinden. Gerade hier sehe ich auch großen Bedarf an semantischen Suchmöglichkeiten.

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Hier versucht Science Commons Aushilfe zu schaffen. Eine weitere Ebene sind akademische Publikationen. Als Wissenschaftler müssen Sie derzeit möglicherweise sogar zahlen, um ihren Text publizieren zu lassen und dann müssen Sie ein weiteres Mal zahlen, um die Publikation mit ihrem Werk lesen zu können. Wenn Sie Teil einer Universität sind, die alle Publikationen abonniert hat, ist das nicht so schlimm. Aber wenn Sie versuchen, mit einem Kollegen in Afrika zusammenzuarbeiten, wird es schon schwieriger. Im schlimmsten Fall kann dieser Ihre Texte dann gar nicht lesen. Und das ist doch schon fast ein Verbrechen, dass Wissenschaftler ihre Forschung nicht teilen können.

Ein weiteres Feld sind Forschungsmaterial und Rohdaten. In der Regel verhindern die Forschungseinrichtungen, dass diese geteilt werden können. Aber im Internet wäre es sehr einfach, dies zu tun. Und für Forscher wäre das sehr hilfreich, denn als Akademiker ist es quasi Pflicht, alles in seinem Forschungsgebiet zu kennen. Aber heute verhindern Urheberrecht und Technologien, dass wissenschaftliche Daten ausgetauscht werden können. Das sollte nicht so sein.

Golem.de: Eine dritte zentrale Strategie ist die fortschreitende Globalisierung von Creative Commons.

Ito: Richtig. Wir haben ein Projekt begonnen, mit dem Ziel, die Creative-Commons-Lizenzen in jedem Land verfügbar zu machen. In Deutschland haben wir beispielsweise schon einen Projektleiter und Juristen sowie Professoren, die die Lizenzen ins Deutsche übersetzen. Sie gehen aber noch weiter und nutzen das deutsche Urheberrecht als Rahmen für die lokale Creative-Commons-Adaption. Ferner kommunizieren und kooperieren sie rege mit Politikern und Interessenten. Wir haben also eine recht gute Abdeckung in Nord- und Südamerika sowie in Europa. Uns fehlt jedoch immer noch Russland, ein Großteil Afrikas und wir haben gerade erst begonnen, die arabische Welt anzugehen. Das reicht offensichtlich nicht. Es ist unser erklärtes Ziel, mit Creative Commons alle miteinander zu verbinden und ein globales Umfeld zu schaffen, in welchem Wissen wirklich geteilt werden kann. Dazu müssen wir in jedem Land präsent sein. Bis jetzt sind es 47, es fehlen also noch sehr viele.

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Der Kaiser 13. Sep 2008

Begründung?

fraitag 12. Sep 2008

Ich auch und füge noch hinzu, dass es sich um ein absolut wichtiges Thema handelt.

LennStar 12. Sep 2008

Du darfst nicht deutsche Gesetzgebung für die ganz Welt gültig halten. Schöpfungshöhe...

Rainer Tsuphal 12. Sep 2008

Hinweis: Am 2. Januar 2009 wird das neue Ars Electronica Center eröffnet. http://www.aec...



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