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Interview: Wir wollen die Globalisierung der CC-Lizenz

Golem.de: Welchen Mehrwert bringt Creative Commons in dieser Situation?

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Ito: Das Urheberrecht hatte früher so gut wie nichts mit Konsumenten zu tun. Es wurde für Firmen geschrieben, die Inhalte anderer Firmen kopierten. Meine Eltern beispielsweise haben womöglich nie in ihrem Leben etwas kopiert. Sie hatten keinen Grund, sich mit dem Urheberrecht zu beschäftigen. Heute ist das jedoch ganz anders. Nahezu jede Nutzung eines digitalen Geräts betrifft das Urheberrecht. Das Leben ist sehr kompliziert geworden! Die Transaktionskosten jeder Handlung sind enorm gestiegen - und sei es auch nur für den Fall, dass man ein Buch lesen will. Mit jeder Seite, die man dementsprechend auf Amazon oder einem anderen Onlineshop öffnet, kopiert man etwas und provoziert somit eine Rechtsfrage. Auf lange Sicht wäre es erheblich günstiger, wenn das Rechtssystem radikal verändert würde. Es wird aber noch viele Jahre dauern, bis das überhaupt in Aussicht steht. Um die Transaktionskosten solcher Handlungen schon jetzt zu senken, müssen wir mit alternativen Lösungen aufwarten.

Golem.de: Welche Lösungen könnten das sein?

Ito: Creative Commons zum Beispiel. Oder mehr Open-Source-Produktionen. Möglicherweise geht es auch um Bildungsarbeit.

Golem.de: Bildungsarbeit?

Ito: Ja, die Nutzer müssen lernen, was "Copyright" bedeutet. Sie müssen die Grundprinzipien des Urheberrechts kennenlernen. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen die aktuellen Gesetze zu sehr ignorieren. Obwohl dies längerfristig sehr wohl erhebliche Kosten bedeuten kann, denn das Ergebnis dieser Ignoranz ist oft illegal. Der Rechtsstreit zwischen Viacom und Youtube ist ein gutes Beispiel dafür, wie hoch solche Transaktionskosten im Nachhinein werden können. (Viacom hatte die Youtube-Muttergesellschaft Google im Frühjahr 2007 auf Schadensersatz von mehr als eine Milliarde US-Dollar verklagt, Anm. d. Red.)

Golem.de: Geht es beim neuen Creative-Commons-Projekt ccLearn auch um diese Inhalte?

Ito: Nur indirekt. CcLearn reagiert auf den Trend, dass immer mehr Schulen und Lehrer beziehungsweise Ausbilder offene Bildungsressourcen herstellen. Wir nennen das Material "Open Courseware". Das sind Studienpläne und Lehrmaterialien, die Lehrer mit anderen Lehrern teilen möchten. Das ist doch eigentlich sehr sinnvoll. Wenn Lehrer ihren Lehrstoff und ihre Lehrmethoden miteinander teilen, ist das gut, in dieser Hinsicht sollten sie nicht miteinander konkurrieren. Aber dem steht entgegen, dass jede Schule eigene Lizenzen hat. Wenn die Lehrer etwas teilen wollen, müssten sie einen Anwalt einschalten, der das Lizenzsystem kennt. Ferner ist es sehr schwierig, nach solchen offenen Lehrmethoden zu suchen. Es gibt noch keine guten Werkzeuge, die Lehrern das Teilen erleichtern. Zudem ist in den meisten Fällen das, was als offen angesehen wird, nicht wirklich offen. Da gibt es Konflikte mit den Lizenzen. CcLearn ist also ein Programm, das versucht, Pädagogen über Urheberrecht und Open Courseware zu informieren und ein kompatibles Lizenzsystem in diesem wichtigen Feld einzuführen.

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Der Kaiser 13. Sep 2008

Begründung?

fraitag 12. Sep 2008

Ich auch und füge noch hinzu, dass es sich um ein absolut wichtiges Thema handelt.

LennStar 12. Sep 2008

Du darfst nicht deutsche Gesetzgebung für die ganz Welt gültig halten. Schöpfungshöhe...

Rainer Tsuphal 12. Sep 2008

Hinweis: Am 2. Januar 2009 wird das neue Ars Electronica Center eröffnet. http://www.aec...


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