DRAM-Hersteller drosseln Produktion
Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) und Japan Today(öffnet im neuen Fenster) berichten, hat der größte DRAM-Hersteller Japans, Elpida, vor einem erneuten Verlustquartal gewarnt. Es wäre die dritte Drei-Monats-Periode in Folge, in der Elpida rote Zahlen schreiben würde. Deshalb will das Unternehmen nun laut Japan Today 10 Prozent weniger Bausteine herstellen.
Elpida ist laut Erhebungen von iSuppli(öffnet im neuen Fenster) der drittgrößte DRAM-Hersteller der Welt, hinter Samsung und Hynix. Letzteres Unternehmen hat gegenüber der Agentur Bloomberg bereits bestätigt(öffnet im neuen Fenster), seine Produktion um bis zu 30 Prozent kürzen zu wollen, was sich aber vor allem auf Flash-Bausteine bezieht – auch hier sind die Preise im Keller. Der geringe Verkaufspreis von DRAM hat laut Angaben der Branchenverbandes SIA trotz gesteigertem Volumen den Umsatz der DRAM-Hersteller im ersten Quartal 2008 um über ein Drittel einbrechen lassen.
Dass DRAM- und Flash-Bausteine seit knapp einem Jahr so billig wie nie sind, liegt an einer weltweiten Überproduktion. Durch die ständige Verkleinerung der Strukturbreiten können die Hersteller bei gleicher Kapazität eines einzelnen Bausteines von Generation zu Generation fast die doppelte Menge an Chips pro Wafer fertigen. Auch wenn die Größe der Dies gesteigert werden würde, könnten die Unternehmen nur immer größere Speichermengen herstellen.
Nachdem in den letzten sechs Jahren alle zwei Jahre die Strukturbreiten verkleinert wurden, müssten die DRAM-Hersteller nun bei gleichbleibendem Preis rund achtmal so viele Speicherbausteine verkaufen. Trotz eines Booms bei mobilen Geräten, die aber nur wenig Speicher erfordern, ist der weltweite Markt aber nicht in gleichem Umfang gewachsen.
Hersteller von Prozessoren kennen dieses Problem nicht, da sie bei mehr oder weniger gleichbleibender Die-Größe mehr Funktionseinheiten oder Caches unterbringen können und dadurch flexibler auf Verbesserungen der Fertigungstechnik reagieren können. Der größte Halbleiterhersteller der Welt, Intel, hatte mit seinem 45-Nanometer-Prozess im Jahr 2008 sogar zeitweilig mit Produktionsengpässen zu kämpfen.