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Spore im Visier bibeltreuer US-Christen

Kreationisten greifen Aufbauspiel wegen nicht bibeltreuer Weltsicht an. Mäßige Kritiken und der Ärger wegen des SecuRom-Kopierschutzes reichen nicht. Jetzt protestiert auch noch die religiöse US-Rechte gegen Spore . Grund: In dem Programm werde nicht Gott als Schöpfer von Himmel und Erde, Mann und Frau gepriesen. Statt der Bibel vertrete das Spiel die wissenschaftliche Sicht der Evolution(öffnet im neuen Fenster) .
/ Peter Steinlechner
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"Wenn man eine Kreatur entwirft, die nicht gut funktioniert und nicht essen, kämpfen oder sich schnell bewegen kann, hat man Schwierigkeiten zu überleben" , ist im Blog Antispore(öffnet im neuen Fenster) zu lesen. Und: "Gott hat uns nicht durch Trial und Error geschaffen." Der Autor des Blogs sieht sich selbst als Kreationist(öffnet im neuen Fenster) - eine Strömung vor allem in der amerikanischen religiösen Szene mit der Auffassung, dass die Bibel wörtlich beschreibt, wie unter anderem Universum und Mensch entstanden sind. Diese Beschreibung steht im Gegensatz zur wissenschaftlichen Auffassung von der Evolution - und damit auch im Widerspruch zu Spore. Außerdem stört sich der Autor an Figuren wie den Penismonstern , die viele Spieler mit dem Kreatureneditor geschaffen haben.

Den Einwand, dass Spore ja zumindest die Sicht vertrete, dass ein übergeordnetes, quasi göttliches Wesen - der Spieler - die Geschicke der Kreaturen steuert, lässt der Blogautor nicht gelten. Schließlich würde trotzdem die Sicht der Evolution vertreten, und ein echter Gott würde ja schließlich vom Start weg ein perfektes Wesen schaffen.

Der Autor des Blogs schreibt anonym. Der Verdacht, es handelt sich um eine virale Marketing- oder PR-Aktion, liegt nahe - allerdings vermerkt der Blogbetreiber ausdrücklich, dass er nicht für Electronic Arts arbeitet. Die Domain Antispore.com wurde nach Recherche von Golem.de erst am 8. September 2008 eingerichtet, was ebenfalls gegen bezahlte PR spricht. Eine gute Agentur hätte sich die URL viel früher gesichert.

Bleibt allerdings die Möglichkeit, dass das Ganze als Scherz gemeint ist - die Kommentare, bei einigen Einträgen mehrere Hundert, nehmen das Thema allerdings überwiegend ernst.


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