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Keine Annäherung im Callcenter-Streit bei der Telekom

Beschäftigte erhalten Unterstützung der Landesregierung aus Berlin und Bayern. Deutsche-Telekom-Chef René Obermann und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sind in Verhandlungen um die Schließung von 39 Callcenter nicht weitergekommen. "Es gab in keinem einzigen Punkt eine Annäherung", sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder nach einem Treffen in Kassel. Unterstützung im Kampf gegen die Schließungen haben indes CSU-Chef Huber und Berlins Wirtschaftssenator Wolf von der Linken bekundet.
/ Achim Sawall
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Verdi hat bei einem Spitzengespräch mit Telekom-Vorstandschef René Obermann und Personalvorstand Thomas Sattelberger die Rücknahme der geplanten Callcenter-Schließungen gefordert. Schröder kritisierte "dogmatisches Festhalten an den Kahlschlagplänen". Das Callcenter-Konzept müsse in separaten Verhandlungen auf den Prüfstand. In Kassel hatten während des Treffens laut Verdi 500 Beschäftigte gegen die Telekom-Pläne demonstriert.

Die Telekom will ihre Callcenter von bisher 83 auf 24 Standorte konzentrieren, hatte das Unternehmen angekündigt. Das bedeutet den Rückzug aus 39 Städten. Betroffene erhielten Ersatzarbeitsplätze in anderen Orten. Im Marktvergleich habe man zu viele und zu kleine Servicecenter, so die Konzernführung.

Von den Standortschließungen in Berlin sind über 70 Prozent Frauen betroffen, viele davon in Teilzeitbeschäftigung beziehungsweise alleinerziehend. Von den Betroffenen sind 10 Prozent schwerbehindert. Ähnlich sehe es in Potsdam, Rostock und Schwerin aus. Der Betriebsratsvorsitzende Hans-Joachim Bartlick: "Ich nenne die von der Arbeitgeberin geplante Standortvernichtung menschenverachtend und im höchsten Maß unsozial. Das Management verhält sich damit kaltschnäuzig und im höchsten Maß frauenfeindlich." Für viele sei das neue Arbeitsplatzangebot aufgrund der sich erheblich verlängernden Arbeitswege unannehmbar und komme einer Kündigung gleich.

Bei einer Betriebsversammlung am 10. September 2008 in Berlin sicherte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) den Beschäftigten, dem Betriebsrat und den Gewerkschaften seine Unterstützung zu, um bei der Suche nach alternativen Lösungen zu helfen. "Bislang fehlt eine vernünftige Begründung für die Standortverlagerung." Die Erklärung und Gespräche der Geschäftsführung mit dem Senat dazu stünden noch aus.

Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU): "Ich habe mich erneut an den Vorstand der Telekom gewandt und ihn aufgefordert, die Schließung bayerischer Standorte nochmals zu prüfen." Darauf werde die Staatsregierung unverändert mit Nachdruck drängen. "So muss ein Ersatzarbeitsplatz den Mitarbeitern auch entfernungsmäßig zumutbar sein." Vertreter von Verdi Bayern haben zudem in einem Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Erwin Huber die Problematik erörtert. Beide Seiten wollen sich danach dafür stark machen, dass der geplante Abbau gemildert oder verhindert werden kann.


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