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Let's Rock: Zählt für Apple nur noch Musik?

2008 war bisher ein enttäuschendes Jahr für Mac-Nutzer. Musik, Musik, Musik – das ist derzeit Apple Inc., die Firma, die vor einiger Zeit noch Apple Computer hieß. In die Jahre gekommene Computerprodukte mit Schwächen und wenig Auswahl lassen den Mac alt aussehen. Eine Übersicht über das, was fehlt und worauf der Mac-Nutzer im Oktober 2008 vielleicht hoffen kann.
/ Andreas Sebayang
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Dieses Jahr war kein Computerjahr für Apple-Nutzer, die Veranstaltung Let's Rock in San Francisco und London am 9. September 2008 hat es ein weiteres Mal gezeigt. Da werden Journalisten aus aller Welt eingeflogen und hoffen auf etwas Großes. Provokant gesagt gab es allerdings nur einen Bugfix (Firmware 2.1 für iPod touch und iPhone, die die Synchronisierung von Stunden auf Minuten reduziert), eine größere Festplatte (iPod classic mit 120 statt 80 GByte, das 160-GByte-Modell wird aufgegeben) sowie leicht veränderte Designs beim iPod touch (dieser ist jetzt schlanker) und dem iPod nano, den man nun schütteln kann.

Über iTunes 8 gibt es jetzt außerdem Serien in HD. Auch NBC Universal ist wieder mit dabei und schickt seine Serien nach dem Rückzug wieder ins Rennen um die vorderen Verkaufsplätze. Dazu gehören etwa Serien wie 30 Rock, The Office (US-Version, basierend auf der gleichnamigen britischen Serie, hierzulande ist das Serienkonzept durch Stromberg vertreten), Battlestar Galactica und Heroes bei iTunes. Natürlich in HD und natürlich nicht im deutschen iTunes-Store.

Die Enttäuschung war also groß, sowohl bei der Presse als auch bei den Nutzern. Thomas Weiss von Macnews formulierte es so: "Für 10 Minuten Jack Johnson auf der Großbildleinwand hätte man nicht zwingend nach London fliegen müssen. Und für zwei überarbeitete iPod-Modelle auch nicht", heißt es auf dem Live-Ticker(öffnet im neuen Fenster) zu Let's Rock in London.

Auch die Musikwoche(öffnet im neuen Fenster) titelte: "Apple stellt neue iPods, iTunes vor – und enttäuscht die Profis" und schrieb: "...die Neuerfindung des Rads – wie sie inzwischen bei Apple erwartet wird – blieb aus.". Sind die Erwartungen zu hoch oder hat Apple wirklich keine Neuigkeiten zu bieten?

Die Computernutzer unter den Apple-Käufern gingen dieses Mal leer aus, was angesichts des Titels der Veranstaltung auch zu befürchten war. Ein kleines Update hier, eine Geschwindigkeitssteigerung da und das MacBook Air. Das war alles, was es im Jahr 2008 zu sehen gab. Etwas Hoffnung bleibt jedoch. Es gibt Gerüchte, dass am 14. Oktober 2008 zumindest ein Teil der Hardware den aktuellen Entwicklungen angepasst wird. Denn im Computerbereich hat sich viel getan.

Bei Apple gab es hingegen in letzter Zeit keine deutlichen Verbesserungen. HDMI, Blu-ray, DisplayPort, eSATA, UWB, WIMAX, HSDPA? Für Apple-Nutzer sind das Fremdworte. Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen Apple anderen Computerherstellern zeigte, wie Technik auszusehen hat. Man hat frühzeitig WLAN den Massen zugänglich gemacht und die Vorteile von Firewire lange vor der (Windows-)PC-Welt gezeigt. Heute fällt Apples Hardware hinter die Windows-Konkurrenz zurück und kämpft sogar mit Designschwächen. Einige Beispiele:

Apples Cinema-Display: Mehr als 500 Tage hat Apple laut Macrumors Buyer's Guide(öffnet im neuen Fenster) seine Displays nicht mehr angerührt. Sehr viel länger sogar, wenn die letzte Preisreduktion nicht eingerechnet wird. Und so fehlen dem Display Schnittstellen, die bei dieser Preisklasse selbstverständlich sein sollten. Andererseits kann der Anwender vielleicht froh sein, dass Apple an den bewährten Displays nichts verändert. Bei den iMacs ist das bei Teilen der Zielgruppe nicht gut angekommen.

Apples iMac: Die Kritik wegen des Displays bezieht sich nur auf das 20-Zoll-Modell, bei dem Apple die besonders günstigen TN-Panel einsetzt, anders als beim 24-Zoll-Modell. Beim TN-Panel sind schlechte Farben und Blickwinkel garantiert, auch wenn Apple anderes verspricht. Ob sich hier etwas ändern wird? TN-Panel gibt es mittlerweile sogar in 26-Zoll-Geräten. Es steht also zu befürchten, dass Apple auch für das 24-Zoll-Modell das TN-Panel in Erwägung zieht, um Kosten zu sparen. Das Design des iMac ist allerdings erst ein Jahr alt und wurde im April 2008 mit neuen Prozessoren ausgestattet.

Apples MacBooks haben mehr Schwächen als die iMacs. Der Knickschutz für das Kabel des Netzteils, der beim iBook/PowerBook noch üblich war, fehlt beim MacBook- und MacBook-Pro. Das sogenannte MagSafe-Netzteil ist zwar praktisch, wenn über das Kabel gestolpert wird, aber schon die normale Benutzung lässt das Kabel enorm verdrehen und knicken. Golem.de ist bisher noch kein kaputtes Netzteil untergekommen, aber so wie die Netzteile aussehen, ist das nur eine Frage der Zeit. Immerhin tauscht Apple das Netzteil auch außerhalb der Garantie um. Ein Bild gibt es sogar in einem Knowledge-Base-Artikel (TS1977(öffnet im neuen Fenster)) bei Apple.

Was wir hingegen schon gesehen haben, sind Brüche im Topcase(öffnet im neuen Fenster). Die können zustande kommen, wenn das MacBook falsch gegriffen wird. Den Bereich rund um das Laufwerk sollte man am besten gar nicht umgreifen. Schleifgeräusche geben Hinweise auf ein wenig stabiles Gehäuse. Beim MacBook ist anscheinend eine Lösung in Sicht. Gerüchten zufolge wird Apple auch bei MacBooks auf Aluminiumgehäuse(öffnet im neuen Fenster) setzen.

Alle diese Probleme hatte Apples iBook übrigens nicht. Es konnte überall gegriffen werden, ohne dass es zu sehr knarzte oder gar das Gehäuse aufs Laufwerk durchdrückte. Allerdings fallen bei iBooks gern die Airport-Karten aus(öffnet im neuen Fenster). Und es ist nichts für die Ewigkeit gebaut, das gilt auch für Notebooks mit Nvidia-Grafik, Sonys TZ-Serie oder Dell-Notebooks.

Übrigens gibt es auch beim MacBook Pro Berichte(öffnet im neuen Fenster) von ausfallenden Nvidia-Chips – wie bei anderen Herstellern auch. Einen Rückruf von Nvidia-Notebooks soll es nicht geben, da laut Nvidia nur einzelne Chips betroffen sind. Allgemeine BIOS-Updates von Dell und HP lassen aber anderes befürchten. Der gewöhnlich gut unterrichtete Inquirer glaubt sogar, dass alle G84- und GG86-Chips(öffnet im neuen Fenster) betroffen sind. Hier würde ein wenig mehr Transparenz von Apple gegenüber dem Kunden helfen.

Der Apple Mac mini ist der älteste unter den aktuellen Macs. Derzeit wird der mini immer noch mit Intels GMA950 ausgeliefert. Der Grafikkern steckt aber auch in aktuellen Netbooks, liegt aber zwei Generationen hinter aktueller Notebooktechnik zurück. Auch die CPU wurde schon länger nicht mehr auf den aktuellen Stand gebracht. Mitte 2007 gab es sogar Gerüchte, der Mac mini solle eingestellt werden(öffnet im neuen Fenster). Die CPUs wurden das letzte Mal im August 2007 angepasst.

Montevina alias Centrino 2 in Macs? Fehlanzeige. Offenbar verschmäht Apple Intels Plattform sogar, obwohl die Windows-Konkurrenz sich mit ultraleichten Notebooks und Akkulaufzeiten jenseits der zehn Stunden gegenseitig übertrumpft. HP will sogar schon die 24-Stunden-Hürde genommen haben(öffnet im neuen Fenster).

Bei Apple-Computern tut sich also kaum etwas. Bei den Notebooks, einem der stärksten wachsenden Segmente im Computerbereich, wäre das aber längst überfällig. Und dass Apple einen Mini-Rechner auf Basis von Intels Atom-Prozessor herausbringt, um im Bereich der boomenden Mini-Notebooks mitzuhalten, glauben die wenigsten.

Allerdings bietet nicht nur Apple ältere Hardware an. Auch in der Windows-Welt werden noch immer High-End-Notebooks mit Intels GMA950 ausgeliefert. Es ist für Hardwarehersteller nicht immer einfach, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Der Windows- und natürlich auch Linux-Anwender hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: eine große Hardwareauswahl. Gefällt der Rechner nicht, wird zu einem anderen Anbieter gewechselt. Der Mac-Nutzer kann das nicht, also muss Apple nachbessern.

Viel Arbeit steckt Apple in den iPod touch und das iPhone als Plattform. Mittlerweile baut es beide als Konkurrenz zu Spielehandhelds wie Nintendo DS und Playstation Portable aus. Der iPod touch und das iPhone sorgen für viel Innovation und haben die traditionelle Mobiltelefonindustrie wieder in Bewegung versetzt. Die Konkurrenz rennt dem Branchenneuling derzeit hinterher und übernimmt teilweise die Konzepte von Apple. Noch finden sich zwar kaum Geräte mit Multitouch-Bedienung am Markt, aber viele Hersteller setzen auf eine iPhone-ähnliche Bedienung. Und auch der Ansatz des App Stores wollen manche übernehmen.

Ob Apple sich in Zukunft wieder den Computernutzern zuwendet? Beim iPod und iPhone gibt es offenbar viel Geld zu verdienen. Glaubt man der Gerüchteküche, dann wird Apple aber am 14. Oktober 2008(öffnet im neuen Fenster) zeigen, dass die Computerplattform nicht stiefmütterlich behandelt wird. Die Rede ist vor allem von einer Aktualisierung der MacBooks.


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