Angetestet: Palms Treo Pro mit bescheidener Tastatur

Der Treo Pro ist mit seinen 114 x 60 x 14,8 mm und 133 Gramm inklusive Akku geradezu zierlich gebaut. Beim Telefonieren liegt er extrem gut in der Hand, die Bedienung kann komplett mit einer Hand erfolgen. Zu bemängeln ist jedoch der Touchscreen, der eine Auflösung von 320 x 320 Pixeln bei bis zu 65.536 Farben bietet: Mit 45 x 45 mm ist er nicht gerade üppig ausgefallen. Hier bietet ein Samsung Omnia oder auch ein HTC Touch Pro deutlich mehr Bildfläche. Dafür ist die QWERTZ-Tastatur des Treo Pro mit einer Hand zu bedienen und sofort erreichbar, während die Tastatur beim HTC-Gerät erst aufgeschoben werden muss und beim Samsung-Gerät gar nicht vorhanden ist.
Am oberen Gehäuserand ist weiterhin der bei Palm übliche Schalter vorhanden, um zwischen Klingelmodus und Vibrationsalarm zu wechseln. Außerdem gibt es an der Seite einen Knopf zum direkten Aktivieren des WLAN-Moduls. Bluetooth lässt sich nicht einfach per Hardwareschalter aus- und anknipsen. Hier ist der Nutzer auf die Einstellungen im Gerät angewiesen.
Im Treo Pro befindet sich ein GPS-Empfänger mit AGPS-Unterstützung. Dazu nutzt der Treo das Programm QuickGPS, das die letzte empfangene Satellitenposition bis zu sechs Tage lang speichert. So soll beim nächsten Start von GPS eine schnellere Ortung möglich sein. Eine vollständige Navigationssoftware liegt dem Gerät leider nicht bei.
Wird das Smartphone bei Vodafone erworben, liegt dem Gerät eine 2-Wochen-Testversion des Vodafone Navigator(öffnet im neuen Fenster) inklusive TMC-Service bei. Auch hierbei werden Kartendaten aus dem Internet geladen. Vodafone verspricht, Kartenmaterial sowohl für die Auto- als auch für die Fußgängernavigation zu liefern. Ob die Fußgängernavigation etwas taugt, konnte der Kurztest nicht klären. Wer den Dienst nach Ablauf des Testzeitraums weiter nutzen will, muss diesen zu monatlichen Gebühren von 5 Euro bis 9,95 Euro inklusive Datenrate abonnieren.
Sytem-
Stromversorgung unter dem Reiter Bildschirmschoner, was wenig komfortabel oder intuitiv ist. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn der Fünf-Wege-Navigator des Treo Pro aufblinkt, sobald ein Anrufer eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen hat. Auch diese Komfortfunktion ist ärgerlicherweise standardmäßig ausgeschaltet und muss manuell eingestellt werden. Das Häkchen ist hier unter Einstellungen-
Telefon-
Leuchte zu setzen. Diese Funktion ist nach Palm-Angaben vom Netzbetreiber abhängig und funktionierte bei unserem Testgerät von Vodafone leider nicht.
Gelungen ist das PC-Setup, das vom Smartphone aus gesteuert wird. Selbst wenn Active Sync nicht auf dem heimischen PC installiert ist, lässt sich der Rechner für die Outlook-Synchronisation vorbereiten. Dazu reicht es aus, den Desktoprechner per USB-Kabel mit dem Treo Pro zu verbinden. Das Gerät prüft, ob ActiveSync auf dem Rechner installiert ist und bietet bei Bedarf die Installation an. Das ist komfortabel und erspart die Installationsroutine per CD.
Ebenfalls seit Windows Mobile 6.1 ist es möglich, eine Fernwartung und ein einfacheres Gerätemanagement per Microsoft System Center Mobile Device Manager 2008 durchzuführen. Damit bekommt der Systemadministrator die Möglichkeit, sämtliche firmenrelevanten Einstellungen per Remote-Zugriff auf das Smartphone zu spielen.
Ein Schwachpunkt des Treo Pro ist die integrierte 2-Megapixel-Kamera mit digitalem 8fach-Zoom. Sie bietet keinen Autofokus und keinen Makromodus, immerhin zeichnet sie Videos auf. Die Farben bei den Fotos sind nicht ganz naturgetreu, die Handykamera tendiert zu einem leichten Blaustich. Der interne Speicher bietet 100 MByte Platz für Daten, der mittels Micro-SD-Cards um bis zu 32 GByte aufgestockt werden kann. Der Speicherkartensteckplatz befindet sich unterhalb des Akkudeckels und ist so vor Verschmutzung geschützt. Der Akku selbst muss nicht entfernt werden, so dass die Speicherkarte im Betrieb gewechselt werden kann.
Das HSDPA-Smartphone funkt zudem in den vier GSM-Netzen 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und unterstützt sowohl GPRS als auch EDGE. HSDPA wird mit bis zu 3,6 MBit/s unterstützt. Zudem ist WLAN nach 802.11b/g sowie Bluetooth 2.0 samt A2DP-Profil vorhanden, um Stereomusik drahtlos zu übertragen.
Die Akkulaufzeit gibt Palm für das GSM-Netz mit bis zu 5 Stunden Sprechzeit und bis zu 10,5 Tage im Stand-by-Betrieb an. Angaben zum Einsatz im UMTS-Netz liegen nicht vor. Im UMTS-Betrieb fallen die Sprechzeiten üblicherweise deutlich kürzer aus als im GSM-Betrieb, so dass hier verkürzte Akkulaufzeiten zu erwarten sind. Kräftig am Akku saugen auch WLAN-Nutzung und GPS-Einsatz, so dass sich die von Palm angegebenen Laufzeiten weiter verringern, wenn diese Techniken genutzt werden. Ein Kurztest hat gezeigt, dass der Akku bereits nach 1,5 Tagen wieder aufgeladen werden muss, wenn dabei 30 Minuten telefoniert und der GPS-Empfänger 2,5 Stunden lang genutzt wurde. Bei aktivierter UMTS-Mobilfunk kann der Nutzer mit einer Akkuladung 5 bis 6 Stunden per WLAN das Internet besuchen.
Palm will den Treo Pro Ende September 2008 zum Preis von 499 Euro auf den Markt bringen. Dann wird er auch bei Vodafone mit Branding und wahlweise mit oder ohne Vertrag zu haben sein.
Fazit:
Obwohl der Treo Pro sehr klein und leicht ist, stellt er ein vollwertiges Smartphone für den Unternehmenseinsatz dar. Mit direkten Schnellzugriffen auf Kalender und Nachrichten eignet er sich gut, um den Büroalltag effizient zu organisieren. Mit Office Mobile und Push-E-Mail kann man auch unterwegs produktiv arbeiten. Wer Windows Mobile 6.1 als Betriebssystem schätzt, für den ist der Treo Pro ein interessantes Gerät. Größtes Manko neben dem kleinen Touchscreen ist allerdings die QWERTZ-Tastatur, die mit ihren abgeflachten Tasten nicht mehr so gut zu bedienen ist wie bei früheren Palm-Geräten.
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