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Marillion stellen neues Album ins Internet

Musik gegen E-Mail-Adresse: Angebote für Konzertkarten und Fanartikel. Die britische Rockband Marillion bietet ihr Doppelalbum vorab kostenlos über Internettauschbörsen an. Wenn die Nutzer die Songs anhören, werden sie aufgefordert, ihre E-Mail-Adresse weiterzugeben. Die Musiker wollen ihnen darüber Konzertkarten oder Fanartikel anbieten.
/ Werner Pluta
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Die Altrocker von Marillion testen ein neues Vermarktungsmodell für ihre Musik. Sie wollen den Fans ihr neues Album kostenlos im Internet zur Verfügung stellen, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) . Spielt ein Hörer die Musikstücke zum ersten Mal ab, erscheint eine Meldung, die ihn auffordert, der Band seine Mail-Adresse zu geben. Wie das technisch realisiert und ob die Musik auch in herkömmlichen Audioplayern abseits des Windows-PCs laufen wird, war noch nicht in Erfahrung zu bringen.

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Die Band wolle die Nutzer kontaktieren und sie auffordern, Konzertkarten für die kommende Tour oder Fanartikel zu kaufen, sagte Keyboarder Mark Kelly der BBC. Er gab zu, dass ihm der Gedanke, die Musik kostenlos wegzugeben, anfangs widerstrebt habe. Die Band habe schließlich eine lange Tradition, ihre Musik auf Tonträgern zu verkaufen. Allerdings glaubt er, dass die Fans trotzdem das Doppelalbum "Happiness is the Road", das am 20. Oktober 2008 erscheinen soll, auf CD kaufen werden.

Bislang sei die Progressive-Rock-Band, die im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, von den Auswirkungen des Dateientauschs über Peer-to-Peer-Börsen weitgehend verschont geblieben, erzählte Kelly. Er führt das unter anderem darauf zurück, dass die älteren Fans der Band noch Musik auf Tonträgern bevorzugen. Dennoch seien sich die Musiker der Einflüsse des Internets auf die Musikindustrie bewusst. "Wir wollen einfach etwas Neues ausprobieren und sehen, was passiert" , begründete Kelly die Aktion.

Das Verhältnis von Musikern zum Internet ist zwiespältig: Während etwa Metallica oder Rage Against The Machine Urheberrechtsverletzungen verfolgen ließen, riefen Robbie Williams und Kid Rock die Fans explizit dazu auf, ihre Musik illegal herunterzuladen.

Andere Musiker suchen nach kreativen neuen Vertriebswegen für ihre Musik. Prince beispielsweise verteilte sein Album "Planet Earth" als Beigabe einer Boulevardzeitung . Im Jahr 2007 erregte die britische Band Radiohead Aufsehen damit, dass sie ihr Album "In Rainbows" vor der offiziellen Veröffentlichung kostenlos im MP3-Format über das Internet anbot. Die Fans sollten selbst bestimmen, wie viel Geld ihnen der Download wert war.

Zwar habe die Band seinerzeit das Fazit gezogen, die Aktion sei nicht erfolgreich gewesen, weil sie im Schnitt nur 2 Pfund (etwa 2,50 Euro) pro Download bekamen, kommentierte Kelly. "Aber sie hätten wohl keine 2 Pfund pro Album von EMI bekommen. Insofern war die Aktion doch ein großer Erfolg." Zudem verkaufte die Band auch noch viele CDs – so viele, dass "In Rainbows" auf dem ersten Platz der Charts landete.


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