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P2P'08: Die Ökonomie in P2P-Netzwerken

Nicht alle Knoten in einem Netzwerk sind kooperativ

Dem Problem der Sicherheit widmeten sich dann eine ganze Reihe der folgenden Vorträge. Das Sicherheitsproblem in P2P-Netzwerken lässt sich vereinfacht so zusammenfassen: Nicht alle Knoten in einem Netzwerk sind kooperativ. Dafür gibt es eine ganze Reihe möglicher Ursachen, darunter: Einzelne Clients arbeiten nicht korrekt; Schmarotzer nehmen über Gebühr die Bandbreite anderer Peers in Anspruch; Firewalls und NAT-Boxen greifen unkontrollierbar in den Datenfluss ein; in Filesharing-Netzwerken sind im Auftrag von Rechteinhabern Störer unterwegs; Angreifer wollen Daten ausspähen; Spammer wollen unerwünschte Werbung verschicken. Um ihre Ziele zu erreichen, greifen böswillige Akteure auf eine ganze Bandbreite von Angriffsmethoden zurück. So werden beispielsweise gefälschte Inhalte ins Netzwerk eingeschleust, Knoten mit Denial-of-Service-Angriffen traktiert oder auch ganze Netzwerksegmente durch "Vergiftung" (englishc poisoning) der Routingtabellen ausgeblendet.

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Die Entwickler sehen sich in Anbetracht der verschiedenen Störfaktoren mit drei ganz unterschiedlichen Aufgaben konfrontiert: Fehlerhafte Implementierungen müssen debuggt werden; die Protokolle müssen lernen, besser mit Firewalls und NATs zusammenzuarbeiten; Schmarotzer müssen zur Kooperation gebracht oder gebremst werden; Störer müssen ausgeschlossen werden.

In den Vorträgen wurden ganz unterschiedliche Ansätze der Problemlösung präsentiert. Mark Lillibridge von den Hewlett-Packard Labs will den Schaden durch Störer (Spammer, Fälscher) begrenzen, indem die Anzahl ihrer möglichen Uploads pro Zeitintervall begrenzt wird. Gerade Störer zeichnen sich dadurch aus, dass sie in möglichst kurzer Zeit möglichst viele unerwünschte Dateien im Netzwerk verbreiten wollen. Würde man ihnen beispielsweise nur ein bis zehn Uploads pro Stunde gestatten, ließe sich die Flut unerwünschter Inhalte im Netz spürbar eindämmen, ohne dass die Up- und Downloadraten für erwünschte Inhalte darunter leiden würden.

Raúl Landa von der Universität London will die Qualität der Dienste beispielsweise hinsichtlich der Antwortzeiten zwischen Peers verbessern, indem er Peers zu mehr und ehrlicherer Kooperation bringt. Dazu analysierte er das Verhältnis zwischen Knoten mikroökonomisch als Prinzipal-Agent-Konstellation. Daraus schlussfolgerte er, dass durch den Einsatz geeigneter Belohnungen und mit Hilfe von Verträgen zwischen Knoten eine Qualitätssteigerung erreicht werden könnte. Die Antwort auf die Frage aus dem Auditorium, wie sein Konzept in der Praxis implementiert werden könnte, blieb er allerdings schuldig.

Giancarlo Ruffo von der Universität Turin rückt zusammen mit seinen Kollegen dem Problem des Mangels an Vertrauen von Unternehmen in die Zuverlässigkeit von P2P-Netzwerken zu Leibe. Indem er im Likir-System (das auf Kademlia aufbaut) unter Rückgriff auf Verschlüsselungs- und Authentifizierungsmechanismen Knoten-IDs und IP-Adressen verknüpft, ermöglicht er die eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Wo klare Verantwortlichkeiten existieren, lassen sich Störer im Netzwerk leichter identifizieren und gegebenenfalls auch bestrafen.

Es ist offensichtlich, dass dieser Ansatz in den weit verbreiteten P2P-Netzen wenig Freunde finden wird, lieben die Nutzer doch gerade die Anonymität in diesen Netzen. Auf der anderen Seite lassen sich aber eine ganze Reihe von Szenarien denken, in denen P2P-Netze für spezielle Zwecke erfolgreich nach dem von Ruffo präsentierten Konzept betrieben werden könnten, vorausgesetzt, die Verschlüsselungsfunktionen verbrauchen nicht zu viel Ressourcen. Denn Ressourcen sind, wie gesagt, auch im P2P-Zeitalter knapp. [von Robert A. Gehring]

 P2P'08: Die Ökonomie in P2P-Netzwerken

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Ihrgendwehr 10. Sep 2008

MS steigt da garantiert nicht als Vorreiter ein, aber zumindest Firefox könnte sowas...

Apfel.Com.Pott 10. Sep 2008

Heutige Mobiltelefone eignen sich nicht als P2P-Clients? Hallo? Wo leben diese...



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