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P2P'08: Die Ökonomie in P2P-Netzwerken

P2P als Stromfresser

Nicht zu unterschätzen ist auch die Frage der Energieeffizienz. In großen P2P-Netzwerken zur Verbreitung von Inhalten mit hohem Bandbreitenbedarf wie beispielsweise Video an viele Teilnehmer müssten die Clients praktisch immer online sein, um für ausreichend Verfügbarkeit von Bandbreite zu sorgen. Das läuft aber allen Anstrengungen zu mehr Energieeffizienz zuwider. In vielen Fällen dürften "dynamische Server-Pools" die bessere Alternative darstellen.

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Und schließlich stellt sich die Frage, wie die Servicequalität aus einer Managementperspektive sichergestellt werden soll. In traditionellen Kommunikationsnetzwerken sind strikte Überwachungsverfahren für alle Knoten implementiert, die sich zentral kontrollieren lassen. Die dezentrale Struktur von Peer-to-Peer-Netzwerken ohne Kontrollmöglichkeit für Integrität und Zuverlässigkeit von einzelnen Knoten stellt im Hinblick auf das Management eine fast unlösbare Aufgabe dar. Dazu kommen erhebliche Probleme beim Debuggen der Implementierung von Protokollen, die auf viele Knoten verteilt ablaufen. Dazu trägt in nicht geringem Umfang der Einsatz von Firewalls und NAT auf der Seite der Nutzer bei, die eine kausale Zuordnung von Fehlern ungemein erschwert. Aus Sicht der in der Ferne sitzenden Entwickler und Betreiber ist es kaum möglich, fehlerhafte Interaktionen der Clientsoftware mit der lokalen Firewall eindeutig zu erkennen. Die großen Mengen an Debuggingcode in der Clientimplementierung belastet darüber hinaus die Leistung des Systems.

P2P-Netzwerke können "Marktversagen" beseitigen

Trotz ihrer vielen Schwächen haben P2P-Netzwerke auch unbestreitbare Stärken und der Erfolg einzelner Netzwerke wie zum Beispiel Skype spricht in den Augen von Henning Schulzrinne unzweifelhaft dafür, dass P2P-Netzwerke eine Abhilfe für ein "Marktversagen" darstellen. Kleine, innovative Unternehmen können basierend auf P2P-Technik neue Dienste anbieten, ohne dafür große Vorabinvestitionen tätigen zu müssen. Die Kosten für Bandbreite und Infrastruktur fallen bei P2P zum überwiegenden Teil clientseitig an den Knoten des Netzwerks - also bei den Nutzern - an. Dass die Applikationen in den Endpunkten des Internets ablaufen, stimuliert Innovationen, schließlich sind Änderungen an der Internetstruktur nicht erforderlich, um neue Dienste anbieten zu können.

Aus Sicht der Anbieter skaliert ein P2P-Netzwerk zudem automatisch mit der Nachfrage nach der Dienstleistung: Jeder neue Client ist - theoretisch - auch ein neuer Server. Die Zuverlässigkeit ist dabei vergleichsweise höher als in einem klassischen Client-Server-Dienst, da echte P2P-Netzwerke keinen "single point of failure" kennen. Das Fehlen einer zentralen Kontrollinstanz führt zudem dazu, dass in der Praxis aus Sicht der Nutzer ein hohes Maß an Abstreitbarkeit gegeben ist, was P2P-Netzwerke vergleichsweise datenschutzfreundlich und zensurresistent macht.

P2P müssen sich begrenzten Ressourcen anpassen

Alles in allem weisen P2P-Netzwerke eine Reihe spezifischer Eigenschaften auf, die sie zu einem passenden Werkzeug für bestimmte Aufgaben machen, nicht aber zu einem "Allheilmittel" in allen Fällen, betonte Schulzrinne. Um ihr Potenzial in Zukunft voll ausschöpfen zu können, müssten die Entwickler sich stärker darauf konzentrieren, die von ihm aufgezählten Schwächen im Design und in der Implementierung wenigstens so gut wie möglich zu überwinden. Es sei an der Zeit, nicht mehr länger an den Algorithmen "herumzudoktern", sondern systematisch Protokolle zu entwickeln, die "zuverlässig sind, diagnostizierbares Verhalten aufweisen, gut skalieren, hohe Sicherheit aufweisen, agnostisch gegenüber den eingesetzten Hashverfahren und zudem NAT-freundlich sind", appellierte Schulzrinne an die versammelte Forschergemeinde. Die P2P-Clients der Zukunft sollten sich ihrer konkreten, begrenzten Ressourcen bewusst sein und die Protokolle diese Informationen beim Routing von Daten zwischen Clients berücksichtigen.

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Ihrgendwehr 10. Sep 2008

MS steigt da garantiert nicht als Vorreiter ein, aber zumindest Firefox könnte sowas...

Apfel.Com.Pott 10. Sep 2008

Heutige Mobiltelefone eignen sich nicht als P2P-Clients? Hallo? Wo leben diese...


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