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Sammelklage gegen Nvidia wegen defekter Notebook-GPUs

Klage nach Aktienrecht eingereicht. Wegen angeblicher Verstöße gegen das US-Aktienrecht läuft in den USA eine Sammelklage gegen Nvidia. Eine Anlegerin und die sie vertretende Kanzlei sind der Meinung, das Nvidia-Management habe von den Problemen mit ausfallfreudigen Notebook-GPUs über mehrere Quartale gewusst und sie dennoch verschwiegen.
/ Nico Ernst
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Wie bei den in Deutschland üblichen Ad-hoc-Mitteilungen müssen auch börsennotierte US-Unternehmen bei außergewöhnlichen Ereignissen ihre Anleger sofort informieren. Laut Meinung der Klägerin Lisa Miller und ihrer Anwälte von "Shalov Stone Bonner & Rocco" hat Nvidia das unterlassen.

Das Unternehmen hatte bei Vorlage seiner Quartalszahlen vom 2. Juli 2008 erstmals öffentlich darauf hingewiesen, dass in Notebooks verbaute GPUs der Serien G84 und G86 überdurchschnittlich häufig ausfallen könnten. Um den Notebookherstellern den entstandenen Schaden ersetzen zu können, hatte Nvidia Rückstellungen von 150 bis 200 Millionen US-Dollar eingeplant und zudem einen Verlust von 120,9 Millionen US-Dollar gemeldet. Als Resultat stürzte der Kurs der Nvidia-Aktie an den US-Börsen um über 30 Prozent ab.

Wie Lisa Millers Anwälte in ihrer Klageschrift (PDF(öffnet im neuen Fenster)) aber berichten, soll Nvidia-Vize Michael Hara am 4. September 2008 auf einer Konferenz der Citigroup vor Analysten gesagt haben, dass sein Unternehmen an diesem Problem schon über ein Jahr arbeite. Publik gemacht hatte Nvidia das jedoch nicht.

Die Anwälte rufen daher alle Anleger dazu auf, sich an ihrer Sammelklage zu beteiligen, wenn sie zwischen dem 8. November 2007 und dem 7. Juli 2008 Nvidia-Aktien gekauft haben. Laut Darstellung der Klageschrift hat Nvidia die Schwierigkeiten mit seinen Notebook-GPUs mindestens in drei Quartalsberichten verschwiegen.

Sollte die Klage vom zuständigen Bezirksgericht zugelassen werden, müsste sich erstmals die Justiz mit Nvidias Notebook-GPUs beschäftigen. Eine Klage von Anwendern wegen Produkthaftung ist jedoch nach bisherigem Stand noch nicht vorbereitet worden, offenbar reagieren die Notebookhersteller – gestützt durch Nvidia – bei etwaigen Ausfällen der Rechner bisher recht kulant.

Was genau die Ursache der Probleme ist, verrät Nvidia bisher nicht. Mitbegründer Chris Malachowsky erklärte im Gespräch mit Golem.de, sein Unternehmen könne sich "nicht noch mehr hinter seine Produkte gestellt haben", zudem sei bei weitem nicht jedes Notebook von den Schwierigkeiten betroffen. Einen generellen Rückruf von Notebooks mit den anfälligen GPUs könne Nvidia zudem nicht veranlassen, das sei Sache der Hersteller der Rechner, erklärten Nvidia-Mitarbeiter zudem mehrfach.


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