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P2P und die Zukunft des Fernsehens

Mehr rechtliche als technische Probleme

Überhaupt wurden im Laufe des Tages viele Probleme und Herausforderungen angesprochen, die ein P2P-basiertes System zu überwinden hat, bevor auch nur im Entferntesten daran gedacht werden kann, ein solches System als Ersatz für Fernsehen und Rundfunk einzusetzen. Ein großer Teil der Probleme ist dabei weniger technischer als rechtlicher und ökonomischer Natur. Als Beispiel für ein rechtliches Problem kann man die territoriale Vergabe von Senderechten heranziehen. Sender lizenzieren heutzutage die Ausstrahlungsrechte von den Rechteinhabern immer territorial begrenzt. Beispielsweise darf ein Film zwar in Deutschland, aber nicht im Nachbarland Polen ausgestrahlt werden, wenn dafür nicht extra bezahlt wurde. Will ein Sender den Film nun über das Internet verbreiten, muss er im Prinzip sicherstellen, dass die Datenpakete nicht unzulässig die Ländergrenzen überschreiten und jenseits davon wieder zu einem Film zusammengebaut werden. Wie das in einem offenen P2P-Netzwerk - bei dem die Datenpakete im Prinzip ja weltweit verteilt werden - erreicht werden kann, steht noch in den Sternen.

Kaum Lösungen für das Free-Rider-Problem

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Das wichtigste ökonomische Problem, das es zu bewältigen gilt, ist das der Schmarotzer (englisch "free riders"), in P2P-Netzen oft auch als "Leecher" bezeichnet. Gemeint sind Knoten (Peers), die zwar die Übertragungskapazität von anderen Knoten für den Download im Netz in Anspruch nehmen, aber ihrerseits kaum zur kollektiven Anstrengung des Uploads beitragen. Als Beispiel nannte Johan Pouwelse von der Universität Delft die Zahl von 70 Prozent Nutzern im Gnutella-Netzwerk, die zwar Videos herunterladen, aber nicht hochladen. Im Hinblick auf den Aufbau eines effizienten und zuverlässigen P2P-Videonetzes müssten daher Anreizstrukturen geschaffen werden, die zu gleichmäßigen Leistungen aller beteiligten Knoten (Peers) führen. Wie das aber in der Praxis ohne zentrale Überwachungsinstanz implementiert werden soll, wussten die Forscher nicht zu sagen. Die präsentierten Ansätze konnten das Publikum nicht überzeugen.

Sicherheits- und Datenschutzbedenken

Und schließlich spielen Sicherheits- und Datenschutzbedenken zunehmend eine Rolle. Eine effiziente Verteilung von Inhalten ließe sich leichter erreichen, wenn einzelne Peers in einem P2P-Netzwerk genauer wüssten, was andere Peers an Inhalten für den Abruf bereithalten. So könnten aber Datensammlungen zu den Nutzungsgewohnheiten einzelner Peers entstehen, die hochgradig missbrauchsanfällig sind. Wie dem Missbrauch vorgebeugt werden könnte, ist eine offene Frage.

So bleibt am Ende des ersten Konferenztages der Eindruck, dass Peer-to-Peer-Netzwerke seit Napster zwar einen großen Schritt vorangekommen sind, soweit es um die unkontrollierte Verbreitung von Inhalten geht. Einen Ersatz für das via Sendemasten, Kabel oder Satellit an Millionen von Zuschauern verbreitete Fernsehen werden sie aber in absehbarer Zeit wohl noch nicht zur Verfügung stellen können. Dafür sind noch eine ganze Reihe grundsätzlicher Probleme zu bewältigen. Und bis dahin werden noch etliche Jahre ins Land gehen. [von Robert A. Gehring]

 P2P und die Zukunft des Fernsehens
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peteee 09. Sep 2008

Das gibt es doch schon?!

Ihrgendwehr 09. Sep 2008

Genau, z.B. würde man dadurch irgendwelche Vorteile bekommen, wenn man z.B. 50 GB an...

DRM Frei 09. Sep 2008

Sowohl Bittorrent als auch Azureus Vuze betreiben ein eigenes P2P Movie netzwerk wo man...

Ihrgendwehr 09. Sep 2008

...und die Technik dahinter! http://wua.la/de/learn/technology Wia man Nutzer animiert...


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