Neue RealNetworks-Software kopiert CSS-geschützte Filme
Das US-Unternehmen RealNetworks, Anbieter von Streaming-Media-Software und -Inhalten, erlaubt mit seiner neuen Software "RealDVD" den Besitzern von DVD-Videos, Inhalte auf die Festplatte ihres Computers zu kopieren. Die 30 US-Dollar teure Software übernimmt auch das Menü und die Extras des Originalmediums. Ein weiteres Kopieren, etwa auf DVD-Rohlinge, wird aber durch einen Kopierschutz verhindert. Das Verteilen auf bis zu fünf weitere Windows-Rechner sei allerdings für weitere 19,99 US-Dollar Lizenzgebühr möglich. Blu-ray-Discs werden nicht unterstützt. Der Einführungspreis von RealDVD(öffnet im neuen Fenster) beträgt 29,99 US-Dollar, später soll das Produkt 49,99 US-Dollar kosten.
Die Windows-Software soll im Laufe dieses Monats bei RealNetworks und Amazon verkauft werden, berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster). RealNetworks-Chef Robert Glaser sprach gegenüber der Zeitung von einem "überzeugenden und sehr seriösen Produkt", das Sicherheitskopien von legal gekauften Filmen und deren Nutzung auch auf Notebooks ohne DVD-Laufwerk ermöglicht. "Wir haben hohe Barrieren errichtet, um zu verhindern, dass Leute die Inhalte einfach über Peer-to-Peer-Netzwerke verfügbar machen. Ich denke, wir haben damit unseren Respekt vor den Rechteinhabern erwiesen."
Wie das Blatt weiter berichtet, ist die Filmindustrie aber erst eine Woche vor dem bevorstehenden Start von dem Projekt RealDVD unterrichtet worden. Ein leitender Hollywood-Manager aus dem Technikbereich soll bereits "energischen Widerstand" gegen RealDVD angekündigt haben.
Im Internet verfügbare Programme wie AnyDVD erlauben dagegen das Knacken des Kopierschutzes von Filmen auf Film-DVDs und das Abspeichern in einer ungeschützten ISO-Datei. Diese kann dann auf DVDs gebrannt werden. Das Überwinden des Kopierschutzes und der Verkauf entsprechender Werkzeuge sind in Deutschland und auch in den USA allerdings verboten.
Ein RealNetworks-Sprecher sagte Golem.de, dass sich das Unternehmen mit RealDVD gegenwärtig auf die USA konzentriere. Ankündigungen für den europäischen Markt könnten aber folgen.


