Samsung prüft Kauf von Flashkartenhersteller SanDisk
Die südkoreanische Onlinezeitung eDaily(öffnet im neuen Fenster) berichtet, dass Samsung den Speicherkartenkonkurrenten SanDisk kaufen will. Die Investmentbank JPMorgan Chase & Co. sei vor einem Monat von Samsung als Berater für die Übernahme der Firma ausgewählt worden, so das Blatt unter Berufung auf Bankenkreise. Auch Seagate Technology soll Interesse an SanDisk haben, so die Zeitung.
SanDisk, dessen Marktwert bei rund 3 Milliarden US-Dollar liegt, beschäftigt weltweit circa 3.000 Personen. Das Unternehmen hatte im Juli 2008 mit 67,9 Millionen US-Dollar den höchsten Quartalsverlust seit fast sieben Jahren eingefahren.
Laut Angaben von iSuppli ist SanDisk der weltgrößte Aufkäufer von NAND Flash Chips und fertigt daraus die Kartenformate CompactFlash, SD, miniSD, Micro SD, MultiMediaCard, Reduced Size MultiMediaCard (RS-MMC), Memory Stick PRO und zugehörige Memory-Stick-Produkte, xD-Picture Cards und USB-Flash-Laufwerke.
Toshiba erklärte im Februar 2008, zusammen mit SanDisk zwei Halbleiterfabriken bauen zu wollen. Die Investitionssumme beträgt 16 Milliarden US-Dollar. SanDisks Hauptlieferant ist derzeit Toshiba, die 1988 gegründete Firma bezieht aber auch Flashspeicher von Samsung mit einem Marktanteil laut iSuppli von 42,3 Prozent bei NAND-Flashs, gefolgt von Toshiba mit 27,5 Prozent und Hynix Semiconductor mit 13,4 Prozent. Durch die Überproduktion gaben die NAND-Preise 2008 bereits um 51 Prozent nach.
SanDisk besitzt etwa 860 US-Patente sowie 550 in anderen Ländern angemeldete Patente. Samsung zahlt nach Berechnungen von Lehman-Brothers-Analysten jährlich 400 bis 500 Millionen US-Dollar an Patentgebühren an SanDisk. Allein deswegen lohne sich die Übernahme, meinen Investmentbanker.