E-Mails aus Kartellprozess gegen ATI und Nvidia aufgetaucht
Noch ist das Verfahren in den USA eine der üblichen Sammelklagen nach Privatrecht: Konsumenten, die sich von Unternehmen übervorteilt fühlen, können dabei eine Wiedergutmachungszahlung erhalten. Die Klage wurde von über 50 Einzelpersonen und kleinen Unternehmen bereits im Juli 2007 vorbereitet, seit Juli 2008 finden nun die ersten Anhörungen statt.
US-Gerichte veröffentlichen dabei gelegentlich auch Beweismaterial, und in den USA will nun Toms Hardware(öffnet im neuen Fenster) einige der Dokumente erhalten haben. Daraus geht hervor, dass mindestens seit dem Jahr 2002 ATI durch den damaligen CEO Dave Orton und Nvidia durch den Marketingchef Dan Vivoli in engem Kontakt standen. Vivoli schreibt dabei:
"Wir beide haben die letzten drei Jahre damit verbracht, den anerkannten Wert unserer Produkte auf das Niveau von Intel zu bringen. Die Kategorie der 'GPU' steht fest und hat uns dabei gut gedient. Wir beide haben den Preis unserer Highend-Produkte in den letzten vier Jahren vervielfacht, während sich Intels Preise für Highend-Produkte mehr als halbiert haben."
Aus weiteren Mails geht hervor, dass sich auch andere hochrangige Manager der Unternehmen jahrelang auf Branchenkonferenzen getroffen haben, diese Meetings wurden aber immer als vertraulich eingestuft. Dabei wurden auch gemeinsame Marketinginitiativen und das Auftreten gegenüber OEMs wie Dell besprochen. Ein Beleg für konkrete Preisabsprachen geht aus den Dokumenten aber bisher nicht hervor.
In den USA wird das Verfahren mit großer Spannung beobachtet. So gibt unter anderem das "Law Journal(öffnet im neuen Fenster)" dem Prozess gute Chancen, ob daraus aber noch eine staatliche Kartelluntersuchung durch die FTC wird, ist noch nicht abzusehen.
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