Fernsehen zum Mitmachen: Current TV will nach Deutschland
"Ihr macht die Nachrichten, wir bringen sie ins Fernsehen", lautet der markige Wahlspruch von Current Media. Das Unternehmen aus San Francisco betreibt die Open-Source-Fernsehplattform Current TV, deren Programm "für, von und mit dem Publikum" gestaltet werde, erklärte Mark Goldman, COO von Current Media, auf der Berliner Medienwoche.
Das Programm richtet sich in erster Linie an junge Erwachsene, für die die klassischen "top down Medien" zwar interessant, aber nicht mehr so relevant sind. Dennoch nutze diese Zielgruppe die Medien in großem Maße. Durch gleichzeitige Nutzung mehrerer Medien schafften sie es, 20 Stunden Medienkonsum in 7 Stunden zu quetschen, zitierte Goldman aus einer Studie. Dabei setzen die Nutzer darauf, dass sie Nachrichten sofort abrufen können, dass diese nur kurz sind, und dass sie interaktiv sind, so dass die Nutzer die Möglichkeit haben, selbst mitzuwirken.
Vorteil an diesen zuschauergenerierten Inhalten (Viewer Created Content, VCC) sei, so Goldman, dass die Zielgruppe selbst am besten wisse, was sie sehen wolle. Wenn man den Nutzern die Mittel und die Möglichkeit gebe, komme "etwas sehr Authentisches" heraus.
Current sei jedoch keine Plattform, auf der Nutzer wahllos selbst gedrehte Videos veröffentlichen können, betonte er. Die Produktion der Beiträge und Werbespots sei sehr streng. So wacht eine rund 200 Mitarbeiter große Redaktion über die Qualität der Beiträge. Das gehe bis zur Überprüfung der dargestellten Fakten, so Goldman. Wer einen Werbespot produzieren wolle, dem stellt Current Ressourcen wie etwa Bildmaterial oder den Slogan zur Verfügung.
Da schon heute viele Deutsche die Plattform nutzen würden, sei Deutschland für Current ein interessanter Markt, sagte Goldman abschließend. Deshalb führe das Unternehmen Verhandlungen mit potenziellen Partnern.
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