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Google Chrome - Details zum Google-Browser (Update)

Browser auf Basis von Webkit mit einer virtuellen Maschine für JavaScript. In Form eines Comics hat Google erste Details zu einem eigenen Browser preisgegeben. Demnach entsteht der Browser im Rahmen des Projekts Google Chrome und basiert auf der Rendering-Engine Webkit, nutzt eine eigene, besonders schnelle JavaScript-Implementierung und wird von Hause aus mit Gears geliefert.
/ Jens Ihlenfeld
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Veröffentlicht wurde der 38-seitige Comic zu Google Chrome zunächst im Blog Google Blogoscoped, die ihn nach eigenen Angaben direkt von Google erhalten haben. Mittlerweile hat Google den Comic selbst ins Netz gestellt(öffnet im neuen Fenster) und bestätigt(öffnet im neuen Fenster) , dass im Laufe des 2. September 2008 der Google-Browser veröffentlicht wird. Die in dem Comic angegebene URL google.com/chrome(öffnet im neuen Fenster) liefert derzeit allerdings nur eine Fehlermeldung zurück.

Der Browser sei speziell für die Nutzung von Webapplikationen entwickelt worden und laufe daher besonders stabil und schnell. Glaubt man den Angaben von Google Blogoscoped, basiert der Google-Browser auf der Rendering-Engine Webkit, die unter anderem in Apples Safari zum Einsatz kommt und ihre Ursprünge im KDE-Projekt hat.

Da die Geschwindigkeit von Webapplikationen in erster Linie von der JavaScript-Engine bestimmt wird, setzt Google hier auf eine komplett neue Lösung. Die vom V8-Team in Dänemark entwickelte virtuelle Maschine für JavaScript ist konsequent auf Multi-Core-Prozessoren ausgelegt. So sind die einzelnen Tabs des Browsers in unterschiedlichen Prozessen organisiert, sowohl in Bezug auf die Rendering-Engine als auch die JavaScript-Ausführung. Dies soll den Browser vor allem robuster machen, denn Fehler wirken sich nur auf ein Tab aus. Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt der Internet Explorer 8 , so dass ein Programmfehler in einem Tab nicht mehr den gesamten Browser abschießt.

Die virtuelle Maschine des V8-Teams setzt zudem auf sogenannte "Hidden-Class-Transition". Das klassenlose JavaScript wird im Hintergrund um Klassen erweitert. Objekte mit denselben Eigenschaften teilen sich eine versteckte Klasse, was es erlaubt, im Hintergrund dynamische Optimierungen durchzuführen.

Zudem nutzt V8 eine dynamische Code-Generierung, um JavaScript zu beschleunigen. V8 erzeugt aus dem JavaScript-Code Maschinencode, der direkt von der CPU ausgeführt werden kann. Eine präzise Garbage-Collection soll den Speicherverbrauch klein halten und ein gezieltes Löschen von Zeigern ermöglichen. Google will V8 als Open Source veröffentlichen, so dass die virtuelle JavaScript-Maschine auch in anderen Browsern genutzt werden kann.

Jedes Tab hat seine eigenen Controls wie URL-Zeile. So unterscheiden sich die Tabs von Googles Browser auch optisch von den meisten anderen Browsern: Sie sitzen am Kopf des Browserfensters, nicht unter der URL-Zeile, wie es auch bei Opera der Fall ist. Die URL-Zeile nennt Google Omnibox und stattet sie mit zusätzlichen Funktionen aus. So kann direkt aus der URL-Zeile eine Internetsuche angestoßen werden, oder eine Suche innerhalb einer Website, sofern der Browser darin zuvor ein Suchfeld entdeckt hat.

Zudem wird der Google-Browser grundsätzlich keine JavaScript-Pop-ups zulassen, sondern stellt diese in Form eines Buttons im jeweiligen Tab dar, so dass der Nutzer sie auf Wunsch öffnen kann.

Das sogenannte Chrome, also die Bedienoberfläche des Browsers, lässt sich beim Google-Browser bringen komplett abschalten, so dass Webapplikationen in ihrem eigenen Fenster, mit ihrer eigenen Bedienung starten können.

Beim Start und auch beim Öffnen eines neuen Tabs präsentiert der Google-Browser verkleinerte Darstellungen der am häufigsten besuchten Webseiten. Das Ganze sieht ähnlich aus wie Operas Speed-Dial.

Das Sicherheitskonzept von Googles Browser setzt auf ein Sandbox-Konzept. Die Webseiten laufen je Tab in einer einzelnen Sandbox und Kommunikation ist nur vom Nutzer in Richtung Sandbox erlaubt. Das Rendering kann so mit sehr eingeschränkten Rechten ablaufen. Möglich sei dies durch einen komplett neuen Ansatz, der aber bei Plug-ins an seine Grenzen stößt. Denn auf diese hat Google keinen Einfluss und hofft auf ein Mitziehen der Plug-in-Entwickler, denn es sei mit wenigen Änderungen möglich, Plug-ins mit stärker eingeschränkten Rechten ablaufen zu lassen.

Zudem setzt Google auf eine Liste von schädlichen Websites, die der Browser ständig aktualisiert. So sollen Nutzer beispielsweise vor Phishing geschützt werden. Der Dienst soll dabei auch anderen zur Verfügung stehen. Zudem soll der Browser es erlauben, ein "Incognito-Fenster" zu öffnen. Alle Aktivitäten, die darin stattfinden, sollen dann keine Spuren auf dem Rechner des Nutzers hinterlassen. Eine ähnliche Funktion bietet Apples Safari und künftig auch der Internet Explorer 8 .


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