ZDF: Wir sind keine Bremser bei HDTV
Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, hat auf der Funkausstellung in Berlin versucht, seine Sendergruppe gegen Kritiken wegen schleppender HDTV-Einführung zu verteidigen. Zwar stand bereits im Mai 2008 in rund einem Viertel der deutschen TV-Haushalte ein HDTV-fähiger Flachbildfernseher, der Marktanteil der HDTV-fähigen Empfangsgeräte (Tuner, Set-Top-Boxen) liege aber mit rund einer halben Million Geräte noch unter zwei Prozent. Ein "überhasteter und dadurch teurer HDTV-Einstieg" sei vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll. "Trotz allem gehört HDTV die Zukunft" , so Bereczky. Mittelfristig werde HDTV zum Standard werden.
Dem Argument der fehlenden HDTV-fähigen Empfangsgeräte hatte Premiere-Programmvorstand Hans Seger erst kürzlich entgegengehalten: "Die Argumentation mit fehlenden Empfangsgeräten ist absurd. Zum Start des Farbfernsehens gab es auch kaum entsprechende Fernsehgeräte."
Bereczky legte weiter dar, dass es laut Roadmap 2009 drei HDTV-Ausstrahlungen bei ARD und ZDF zur Leichtathletik-WM, zur IFA und zu Weihnachten geben wird. Der Einstieg in die HDTV-Regelausstrahlung sei für die Übertragung der Olympischen Winterspiele aus Vancouver im Februar 2010 vorgesehen.
Herbert Tillmann, Vorsitzender der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF, sieht in HDTV zudem ein Mittel, um "mit anderen hochwertigen digitalen Medien wettbewerbsfähig zu bleiben" , erklärte er in Berlin. Und ARD-Chef Fritz Raff verwies zudem unlängst auf eine gemeinsam mit dem ZDF verabschiedete Roadmap für die Einführung von HDTV, mit der man "allen Marktteilnehmern zu mehr Planungssicherheit verholfen" habe.
ARTE-HD nimmt den HD-Regelbetrieb danach ab 1. Januar 2009 auf. Nach Vancouver geht es laut Roadmap mit HDTV weiter, indem die Ausstrahlung zunächst via Satellit und – eventuell anbieterabhängig – teilweise im Kabel erfolgt. Die Verbreitung von HDTV via IPTV soll laut dem Perspektivplan schon 2010 möglich sein. Offene Fragen dabei sind die Reichweite von VDSL und die Möglichkeiten von HDTV via ADSL2+. In der ZDF-Mediathek sollen hochauflösende Programme eventuell schon im Jahr 2010 zu sehen sein.
Wie Raff weiter erklärte, sei der Analog-Digital-Umstieg mit über neun Millionen verkauften DVB-T-Empfängern erfolgreich gelungen. HDTV via DVB-T ist in Australien schon realisiert und wird ausgebaut. In Frankreich startet Ende 2008 HDTV auf DVB-T-Basis über die Kompressionsnorm MPEG-4 AVC (H.264). Ob es HDTV in Deutschland über die Terrestrik mit DVB-T2 oder H.264 geben wird, wollen die Öffentlich-Rechtlichen nach eigenem Bekunden aber erst "langfristig klären" .
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