• IT-Karriere:
  • Services:

Adressvermittler handeln angeblich unerlaubt mit Meldedaten

Unternehmen verfügen über Adressregister mit Millionen von Einträgen

Adressvermittler speichern und nutzen unerlaubt Daten aus Einwohnermeldeämtern. Mindestens acht dieser Unternehmen wird laut eines Berichts der taz eine solche missbräuchliche Nutzung von Meldedaten vorgeworfen. Bei der SPD führten die jüngsten Datenskandale zum Umdenken: Kippt die Partei jetzt das zentrale Melderegister?

Artikel veröffentlicht am ,

Nach den Datendiebstählen bei der Süddeutschen Klassenlotterie und der Deutschen Telekom berichtet die taz von einem neuen Fall von Datenmissbrauch. Danach speichern und verkaufen Adressvermittler unerlaubt Meldedaten.

Stellenmarkt
  1. Deloitte, Berlin
  2. Bundeskriminalamt, Wiesbaden

Adressvermittler recherchieren im Auftrag von Unternehmen oder Banken bei Einwohnermeldeämtern die Adressen etwa von zahlungsunwilligen Kunden und geben diese Daten an ihre Auftraggeber weiter. Danach müssen die Vermittler die Daten sofort löschen.

Genau das haben einige Unternehmen aus dieser Branche jedoch nicht getan, sondern stattdessen die Daten fleißig gespeichert. Mindestens acht Unternehmen wird ein solcher Datenmissbrauch vorgeworfen. Eines verfügte über eine Datenbank mit 72 Millionen Datensätzen. Die Behörden gehen davon aus, dass bei den anderen Unternehmen die Zahl der gespeicherten Datensätze ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich liegt. Zum Vergleich: Deutschland hat derzeit etwa 82 Millionen Einwohner.

Diese Adressvermittler verdienen an ihren Datenbanken gleich doppelt, beschreibt Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, das Geschäftsmodell: Statt eine kostenpflichtige Anfrage bei einem Meldeamt zu stellen, suchen die Vermittler zunächst in ihrem eigenen Register nach einer Adresse und sparen, wenn sie fündig werden, die Gebühr für das Amt. Eine andere Möglichkeit, Kapital aus den Datensammlungen zu schlagen, ist, Adressen zu Werbezwecken zu verkaufen. "Dies wird aber durch das Melderecht unzweifelhaft verboten", erklärt Weichert.

Die Adressvermittler hingegen verteidigen ihre Adressregister und bestreiten, dass Daten aus Melderegisterauskünften nicht gespeichert werden dürften. Das sei "eine neue und alles andere als zwingende Deutung der Gesetzeslage" sagte der Vertreter eines Berliner Unternehmens der taz.

Das Datenschutzgesetz erlaubt die Speicherung von persönlichen Daten, wenn diese aus allgemein zugänglichen Quellen stammen. Datenschützer und Innenministerien halten Meldedaten für keine allgemein zugänglichen Quellen, diese dienen in erster Linie staatlichen Zwecken. Die darin erfassten Daten der Bürger seien "Zwangsdaten", deren Nutzung "präzise geregelt" sei, so Weichert. Bürger könnten etwa bestimmte Nutzungen ihrer Daten verbieten. Unternehmen und Privatpersonen hingegen können nicht ohne weiteres Auskünfte bei Meldeämtern einholen. Die Adressvermittler vermuten jedoch, dass die Ministerien eher ein ökonomisches Interesse verfolgen: Dürfen die Unternehmen die Adressen nicht speichern, müssen sie für jede Melderegisterauskunft erneut eine Gebühr entrichten.

Angesichts der aktuellen Verstöße gegen den Datenschutz hat die SPD ihre Haltung zu dem von Innenminister Wolfgang Schäuble geforderten zentralen Bundesmelderegister geändert. Die Mehrheit der Partei sei inzwischen gegen die zentralisierte Datenbank, sagte Dieter Wiefelspütz, der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der taz. "Es ist der beste Datenschutz, sensible Daten nicht unnötig doppelt und dreifach zu speichern und zugänglich zu machen"", so Wiefelspütz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 18,99€
  2. (-70%) 5,99€
  3. (-72%) 8,50€
  4. 19,99

muju 01. Sep 2008

Was herauskommt, wenn jemand wirklich googlen kann: http://www.sicherheitsblog.info/Blog...

mmmm 01. Sep 2008

Hier könnte man doch vernünftig ansetzen! Wenn es solche Datenbänke schon geben muss...

Amüsierter Leser 01. Sep 2008

Das war mein erster Gedanke, als ich die Überschrift sah. Darüber habe ich letzte Woche...

Sarkom 29. Aug 2008

Na ganz einfach, per Anfrage an das Meldeamt. In den meisten Landesrechten (vielleicht...

Gleichen... 29. Aug 2008

Vielleicht ist nur schon zu alt, als dass er sich noch an sein sprichwörtliches...


Folgen Sie uns
       


Minecraft Earth - Gameplay

Minecraft schafft den Sprung in die echte-virtuelle Welt: In Minecraft Earth können Spieler direkt in der Nachbarschaft prächtige Gebäude aus dem Boden stampfen und gegen Skelette kämpfen.

Minecraft Earth - Gameplay Video aufrufen
Interview: Die Liebe für den Flight Simulator war immer da
Interview
"Die Liebe für den Flight Simulator war immer da"

Die prozedural erstellte Erde, der Quellcode vom letzten MS-Flugsimulator und eine Gemeinsamkeit mit Star Citizen: Golem.de hat mit Jörg Neumann über Technik und das Fliegen gesprochen. Neumann leitet bei Microsoft die Entwicklung des Flight Simulator.
Ein Interview von Peter Steinlechner

  1. Flug-Simulation Microsoft bereitet Alphatest des Flight Simulator vor
  2. Microsoft Neuer Flight Simulator soll Fokus auf Simulation legen

Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest: Bose zeigt Sonos, wie es geht
Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest
Bose zeigt Sonos, wie es geht

Der Portable Home Speaker ist Boses erster smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb. Aus dem kompakten Gehäuse wird ein toller Klang und eine lange Akkulaufzeit geholt. Er kann anders als der Sonos Move sinnvoll als smarter Lautsprecher verwendet werden. Ganz ohne Schwächen ist er aber nicht.
Ein Praxistest von Ingo Pakalski

  1. ANC-Kopfhörer Bose macht die Noise Cancelling Headphones 700 besser
  2. Anti-Schnarch-Kopfhörer Bose stellt Sleepbuds wegen Qualitätsmängeln ein
  3. Noise Cancelling Headphones 700 im Test Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

Mikrocontroller: Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen
Mikrocontroller
Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen

Python gilt als relativ einfach und ist die Sprache der Wahl in der Data Science und beim maschinellen Lernen. Aber die Sprache kann auch anders. Mithilfe von Micro Python können zum Beispiel Sensordaten ausgelesen werden. Ein kleines Elektronikprojekt ganz ohne Löten.
Eine Anleitung von Dirk Koller

  1. Python Trojanisierte Bibliotheken stehlen SSH- und GPG-Schlüssel
  2. Programmiersprache Python verkürzt Release-Zyklus auf ein Jahr
  3. Programmiersprache Anfang 2020 ist endgültig Schluss für Python 2

    •  /