Studie: Nokia mit fast 40 Prozent Marktanteil
Die Mobiltelefonverkäufe in Westeuropa und Nordamerika haben sich nach einem schwierigen Start ins Jahr leicht erholt. In Westeuropa wurden knapp 42 Millionen Mobiltelefone verkauft, während in Nordamerika über 44 Millionen Einheiten abgesetzt wurden. Dies vermeldet das IT-Marktforschungsunternehmen Gartner. Insgesamt macht das verlangsamte Wirtschaftswachstum den Handyherstellern zu schaffen. Viele Kunden würden statt der teuren High-End-Geräte eher die günstigeren Mittelklasse-Mobiltelefone kaufen. Wachstum wird nach wie vor in den Schwellenmärkten erzielt, wo weiterhin neue Konsumenten hinzukommen, so Gartner.
Sharp, Panasonic and Kyocera sind stark in Japan vertreten. Doch auch der japanische Markt ist gesättigt, und so versuchen die Asiaten, auch in anderen Ländern Fuß zu fassen – ohne größeren Erfolg. Ihnen macht die Konkurrenz von Anbietern aus China wie Tianyu Technology and Gionee Communication zu schaffen.
Nokia hat laut Gartner-Berechnungen im zweiten Quartal 2008 etwa 120,4 Millionen Mobiltelefone verkauft und führt damit den Weltmarkt mit 39,5 Prozent Marktanteil an. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2007 bedeutet dies einen Sprung von 36,7 auf 39,5 Prozent. Nokia ist vor allem aufgrund seiner Verkaufsstrategie, seiner Preispolitik und seines Markennamens stark im Billig-Segment. Doch der Wettbewerb wird härter. Im Juli 2008 hat Nokia daher strategische Preissenkungen bei seinen Mittelklasse-Geräten durchgeführt und damit vor allem Sony Ericsson und LG unter Druck gesetzt.
Gartner erwartet, dass Nokia seinen Marktanteil in der zweiten Hälfte 2008 noch ausweiten wird. Dazu sollen ein großes Geräteportfolio und das lang erwartete erste Touchscreen-Smartphone von Nokia beitragen.
Samsung hat im zweiten Quartal 2008 nun 46,4 Millionen Geräte verkauft. Damit liegen die Koreaner laut Gartner bei 15,2 Prozent Marktanteil. Sie konnten sich im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 um 1,9 Prozentpunkte verbessern. Dafür soll vor allem das Innovationsmanagement von Samsung verantwortlich sein. Auch für das zweite Halbjahr 2008 sagt Gartner stabile Abverkäufe voraus.
Motorola ist mit 30,4 Millionen verkauften Geräten und 10 Prozent Marktanteil auf Platz drei abgesunken. Im Vorjahr hatten die Amerikaner noch 39,5 Millionen Geräte abgesetzt und damit 14,5 Prozent Marktanteil weltweit behauptet. Der Grund dafür dürfte laut Gartner im wenig wettbewerbsfähigen Portfolio liegen, das keine interessanten UMTS-Geräte oder GPS-Modelle bereithält. Aufgrund der wenig attraktiven Geräte läuft Motorola auch Gefahr, die Preise für seine Mobiltelefone senken zu müssen, um sie überhaupt verkaufen zu können. Die Aussichten für den Amerikanischen Handyhersteller sind daher auch für das zweite Halbjahr 2008 nicht gerade rosig.
LG steigerte sich von 6,8 Prozent um zwei Prozentpunkte auf 8,8 Prozent Marktanteil und brachte 26,7 Millionen Geräte an den Mann. LG hat sein Modellangebot ausgeweitet und die Profitabilität verbessert und wird vor allem im Weihnachtsgeschäft noch einmal kräftig absahnen – so jedenfalls sieht es Gartner.
Sony Ericsson vertrieb knapp 23 Millionen Handys und Smartphones und behauptet damit 7,5 Prozent des Weltmarktes, im Jahr davor waren es noch 8,9 Prozent. Damit muss sich Sony Ericsson von seinem Angriff auf Platz drei der Weltrangliste verabschieden und hoffen, bald wieder auf Platz vier vorzudringen. Die letzten Produktankündigungen ließen jedoch keine großen Neuerungen erkennen und damit dürfte eine Rückeroberung von Platz vier in Frage stehen.
Die Verkaufszahlen in Westeuropa belaufen sich auf knapp 42 Millionen Mobiltelefone, das ist ein Rückgang um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch prognostiziert Gartner trotz langsameren Wirtschaftswachstums steigende Umsätze. Die Versorgungsrate pro Haushalt beläuft sich auf 121,5 Prozent, damit ist der Markt größtenteils gesättigt: Wenn die Käufer in Westeuropa kaufen, dann nur, um ihre altes Gerät zu ersetzen. Ganz anders in den Schwellenländern: Die Verkäufe in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Afrika belaufen sich im zweiten Quartal 2008 laut Gartner auf 56 Millionen Einheiten – das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In Japan belaufen sich die Verkäufe auf 9,4 Millionen Geräte. Damit schrumpfte der Markt um 22,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gartner macht in Japna mangelnde neuen Funktionen dafür verantwortlich, so dass die Nutzer wenig Anreiz haben, ihre alten Handys zu ersetzen. Außerdem haben die japanischen Netzbetreiber Ende 2007 neue Preismodelle mit weniger Subventionen eingeführt und damit den Antrieb der Käufer, sich ein neues Handy zu holen, weiter reduziert.
Insgesamt prognostiziert Gartner, dass die Zahl von 1,28 Milliarden verkauften Handys für das Gesamtjahr 2008 erreicht wird.
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