Nvision: Mythbusters malen Mona Lisa in 80 Millisekunden
Größte Paintball-Kanone der Welt in San Jose. Mit dem versprochenen Knalleffekt ging Nvidias erste Hausmesse "Nvision 08" zu Ende: Die Stars der Fernsehserie "Mythbusters", Adam Savage und Jamie Hyneman, führten eine ihrer Höllenmaschinen vor. Mit dem Gerät im Format eines VW-Busses malten sie, dem Motto des "Visual Computing" folgend, eine grobe Replika der Mona Lisa – dies allerdings mit enormer Geschwindigkeit.
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Die Fernsehsendung "Mythbusters" ist nicht nur in den USA Kult. Die beiden Special-Effects-Experten Savage und Hyneman gehen darin Mythen der Pop-Kultur nach, in der aktuellsten Folge – die in den USA kurz nach ihrem Auftritt bei Nvidia ausgestrahlt wurde – untersuchen sie beispielsweise die Verschwörungstheorien um die Mondlandung der NASA 1969.
Um den Mythen auf den Grund zu gehen, bauen die Mythbusters in der Regel Versuchsanordnungen im Maßstab 1:1, eine der absurdesten Konstruktionen der Serie war eine Menschenschleuder, die den Nachweis erbrachte, dass sich illegale Einwanderer kaum lebend per Katapult als Luftpost über die mexikanische Grenze in die USA befördern können.
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Wenn sich die Versuchsanordnungen als ungeeignet erweisen, führen die beiden Bastler sie in ihrer Serie einem anderen Zweck zu. Am Ende bleibt dabei, auch unter Zuhilfenahme von Sprengstoffen, meist ein Haufen Schrott übrig. Destruktionstrieb im Sinne der Wissenschaft – denn die naturwissenschaftlichen Hintergründe untersucht die Serie auch stets, wenn auch nur an der Oberfläche.
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Unter strenger Geheimhaltung hatten die Mythbusters für Nvidia ein Beispiel für die massiv parallele Verarbeitung von Daten gebastelt. Dies sollte den von Nvidia stets betonten Unterschied zwischen CPU und GPU demonstrieren. Vor der Monsterkonstruktion durfte der mit einer Laser-Zieleinrichtung bestückte Roboter "Leonardo" ein Smiley-Gesicht mit einer Paintball-Pistole malen. Er tat das, quasi in serieller Arbeitsweise, mit einem Punkt nach dem anderen. Dass am Schluss das Grinsegesicht im schönsten Intel-Blau von der Leinwand strahlte, war laut Aussagen von Nvidia-Mitarbeitern natürlich reiner Zufall.
Als Leonardo wieder von der Bühne gerollt war, ließen die Mythbusters den zweiten Vorhang im Hintergrund fallen und enthüllten eine Konstruktion aus über 1.000 nachgebildeten Paintball-Waffen. Adam Savage erklärte, mit diesem Funktionsmodell einer GPU – Nvidia bringt es derzeit jedoch nur auf 240 Streaming-Prozessoren – lasse sich "das bekannteste lächelnde Gesicht der Welt" viel schneller zeichnen als mit dem Roboter Leonardo.
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Angetrieben wurden die Farbkugeln dabei von rund 8 Kubikmetern Pressluft, die Projektile überwanden in 80 Millisekunden rund 2 Meter. Erst auf Fotos und später in einem Film der Hochgeschwindigkeitskamera wurde sichtbar, wie stark die Farbnebel dabei vom Ziel abprallten. Damit sich trotzdem ein scharfes Bild ergibt, hatten die Konstrukteure das Ziel mit einem tunnelförmigen Raster versehen, in das die Farbkugeln recht genau einschlugen.
Wie Savage und Hyneman nach dem tosenden Applaus erklärten, hatten die beiden die Maschine nicht selbst gebaut, aber sie entworfen. Hergestellt wurde das Ungetüm von Kerner Opticals, einem Special-Effects-Unternehmen, das aus George Lucas' "ILM" hervorgegangen ist. Kerner hat unter anderem an Effektorgien wie "Fluch der Karibik", "Harry Potter" und "The day after tomorrow" mitgearbeitet. Die Pressluft-Replika eines da Vinci dürfte Nvidia also einiges gekostet haben.
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Der Auftritt der beiden Experten für technischen Blödsinn setzte dabei jedoch nur den Schlusspunkt. Zuvor zog Nvidias Marketing-Chef Dan Vivoli ein überaus positives Fazit der ersten Ausgabe der Nvision. Das selbst gesetzte Ziel von 10.000 Besuchern hatte man mit 9.200 Personen nur knapp verpasst. Dabei sind aber auch die 2.000 Teilnehmer der für alle offenen "GeForce-LAN" sowie der 600 Personen umfassende Tross des Finales der ESWC-Turniere eingerechnet.
Die Sieger des "Electronic Sports World Cup" kürte Dan Vivoli auf der Bühne, ebenso wie die Teilnehmer am erfolgreichen Versuch eines Guiness-Rekordes für die längste Dauer-LAN der Welt. Über 200 Spieler hielten 36 Stunden konstantes Spielen durch, wobei sie je Stunde nur 10 Minuten Ruhe ansparen konnten. Das mag nicht überaus lang erscheinen, die anwesenden Guiness-Juroren überwachten aber, dass in den aktiven Zeiten wirklich ständig gespielt wurde – und da wird aus dem Spaß am Spiel schnell echter Stress. Das konnte man den Dauer-Daddlern nach den Strapazen auch deutlich ansehen.
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Auch die Gewinner der beiden anderen Wettbewerbe, dem Demo-Contest von NVScene(öffnet im neuen Fenster) und dem von Nvidia ausgelobten Unternehmer-Preis, holte Vivoli auf die Nvidia-Bretter. Mit Befremden wurde aufgenommen, dass die bereits sehr erfolgreiche koreanische Firma Nurien für ihre 3D-Welten im Stil von Second Life ausgezeichnet wurde und nicht ein jüngeres Start-up.
Mit einem "Wir sehen uns im nächsten Jahr!" verabschiedete sich Dan Vivoli, gleichlautende Schilder wurden an den Ausgängen der Gebäude während der Abschlussveranstaltung angebracht. Die Nvision soll also keine einmalige Veranstaltung bleiben.