Test: Internet Explorer 8 Beta 2 bringt Fortschritt

Während der Eingabe werden die Suchergebnisse im Drop-Down-Bereich ständig angepasst und alle Treffer werden farblich markiert, so dass der Nutzer schneller sieht, in welchem Bereich das Schlüsselwort gefunden wurde. Für eine bessere Übersicht wird der Browserverlauf von den Lesezeichen separiert und auch die News-Feeds landen in einem optisch abgetrennten Bereich. Als Besonderheit lassen sich Einträge aus den Suchergebnissen bequem löschen, indem das Kreuz betätigt wird, das bei jedem Eintrag erscheint, sobald der Mauspfeil darauf zeigt. Das ist hilfreich, wenn man sich bei der Adresseingabe vertippt hat und nicht will, dass die fehlerhaften Daten weiterhin gefunden und vorgeschlagen werden.
Wenn dies der Fall ist, genügt etwa bei eBay oder Amazon bereits die Eingabe eines Begriffs und in einem Popup-Fenster erscheinen passende Treffer samt Bildern dazu. Ohne großen Aufwand kann man so beispielsweise den Preis für eine CD bei Amazon nachschlagen, für die man bei eBay bieten will, aber vorher prüfen möchte, was der Silberling neu kostet. Nach wie vor kann nur ein Anbieter abgefragt werden, eine gekoppelte Suche bei zwei Quellen ist nicht möglich. Unterhalb der Visual Search Suggestions integriert Microsoft dann noch den Browserverlauf aus der Adressleiste.
Als weitere Besonderheit gruppiert Microsofts Browser zusammengehörige Tabs automatisch. Wenn von einer Webseite aus, weitere Tabs geöffnet werden, ergibt das eine neue Gruppe. Die verschiedenen Gruppen erhalten jeweils andere Farben, um sie besser unterscheiden zu können und leichter den Überblick zu behalten. Praktisch: Auch später dazukommende Tabs werden am Ende der Gruppe geöffnet, um die Gruppierung beizubehalten. Wird ein Tab einer Gruppe geschlossen, wechselt der Browser ganz bewusst zu einem anderen Tab der Gruppe, sofern es nicht das letzte Tab einer Gruppe war.
Für jede Tab-Gruppe legt der Browser eine neue Instanz an, die als einzelner Eintrag im Taskmanager erscheint. Bei zwei geöffneten Tab-Gruppen summiert es sich auf drei Internet-Explorer-Instanzen, weil der Browser ohne geöffnete Tabs bereits eine Instanz darstellt. Wem diese Funktion nicht gefällt, der kann diese in den Optionen abschalten, allerdings ist dazu ein Neustart des Browsers notwendig.
Lange Zeit haben Internet-Explorer-Nutzer darauf gewartet, dass Microsoft die Schnellsuchfunktion integriert, die in anderen Browsern seit langem üblich ist. Nun genügt ein Druck auf Strg-F und schon erscheint die sogenannte Find-on-page-Leiste, um Text innerhalb einer Webseite zu finden. Die Funktion markiert alle Treffer auf der Webseite, damit diese leicht zu finden sind. Ein erneuter Druck auf Strg-F schließt die Leiste allerdings nicht, wie es zu erwarten wäre. Die Leiste verschwindet erst wieder, wenn der Schließen-Knopf der Leiste bemüht oder die Escape-Taste betätigt wird.
Von der Konkurrenz will sich Microsoft durch die Art der Integration der "Crash Recovery"-Funktion abheben. Andere Browser kennen die Funktion, um im Falle eines Absturzes die geöffneten Webseiten wieder nach einem Neustart des Browsers restaurieren zu können. Beim Internet Explorer 8 soll eine Abschottung der Tabs dafür sorgen, dass meist nur das betreffende Tab abstürzt, nicht aber der gesamte Browser. Somit ist dann kein Neustart des Browsers erforderlich und der Nutzer kann direkt weiterarbeiten. Zudem verspricht Microsoft, dass sogar Formulardaten wiederhergestellt werden, falls der Browser abstürzt, so dass etwa eine E-Mail in einem Webmailer nicht neu geschrieben werden muss.
Krankte die Beta 1 des Internet Explorers 8 noch daran, dass viele Webseiten nicht ordentlich dargestellt wurden, hat Microsoft hier viel nachgeholt. Im Test fielen weniger Webseiten auf, die im Internet Explorer 8 Beta 2 nicht korrekt dargestellt wurden. Falls es doch einmal zu Problemen kommt, kann über das Tools-Menü der Menüpunkt "Compatibility View" ausgewählt werden. Dann arbeitet die Rendering Engine für die ausgewählte Webseite so wie beim Internet Explorer 7, hält sich dann aber deutlich weniger an Webstandards. Wer häufig mit Webseiten zu tun hat, die mit der verbesserten Rendering Engine des Internet Explorers 8 Probleme haben, kann festlegen, dass diese immer im Kompatibilitätsmodus ausgeführt werden.
Auch bei der Geschwindigkeit konnte die Beta 2 im Vergleich zur Beta 1 aufholen. Die neue Version agiert deutlich zügiger, aber auch hier ist wohl bis zum Erscheinen der Finalversion noch Potenzial drin, wenn überflüssiger Betacode aus dem Browser entfernt wird. Endlich verwendet der Internet Explorer nicht mehr den alten Editor von Windows, um den Quelltext einer Seite darzustellen, sondern ist mit einem speziellen Editor mit Syntax-Highlightning versehen.
Microsoft betont, dass die Beta 2 bereits alle Neuerungen des Internet Explorers 8 enthält. Neue Funktionen sind bis zum Erscheinen der fertigen Software nicht mehr zu erwarten. Allerdings können Änderungen an den Neuerungen noch vorgenommen werden oder einzelne Funktionen auch wieder bis zur Finalfassung aus der Software verschwinden. Auf diese Möglichkeit wies Microsoft jedenfalls ausdrücklich hin.
Der Internet Explorer 8 steht als Beta 2 für Windows XP und Vista unter anderem in deutscher Sprache zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Da es sich hierbei um eine Vorabversion handelt, ist noch mit Programmabstürzen zu rechnen. Ein Produktiveinsatz der Software wird von Microsoft nicht empfohlen. Im IE-Blog(öffnet im neuen Fenster) beschreibt Microsoft, auf was bei der Installation des Browsers zu achten ist und wie sich die Beta 2 auf die Deinstallation von Service Packs für Windows auswirkt. Einen Termin für die Final-Version des Internet Explorers 8 wollte Microsoft auch auf Nachfrage von Golem.de nicht nennen.
Fazit:
Visual Search Suggestions macht die Browserbedienung effizienter, weil man schnell mal Dinge nachschlagen kann, ohne erst ein Tab öffnen zu müssen. Mit der Tab-Gruppierung verliert der Nutzer nicht so schnell die Übersicht über die geöffneten Webseiten und die Schnellsuche ist angehm in den Arbeitsfluss integriert. Auch die Sicherheitsverbesserungen machen den Browser insgesamt komfortabler.
Ein vollständiges Session-Management fehlt dem Browser weiterhin und auch an der Lesezeichenverwaltung gab es keine Verbesserungen. Diese wirkt weiterhin altbacken und ist nicht sonderlich komfortabel zu bedienen. Bei der Unterstützung der Webstandards schlägt Microsoft zwar den richtigen Weg ein, aber in dieser Disziplin bleiben noch eine ganze Menge Verbesserungsmöglichkeiten.