Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Nvision: "Visual Computing" - fast ohne Spiele

Nvidias CEO zeigt Zustand und Zukunft von Computergrafik. Mit einer Keynote-Ansprache zum Thema "Visual Computing" eröffnete Nvidia-Gründer und CEO Jen-Hsun Huang die erste Hausmesse "Nvision" seines Unternehmens. Computerspiele standen dabei im Hintergrund, Huan zeigte vielmehr Zukunftsanwendungen wie Benutzeroberflächen im Stile des Films "Minority Report".
/ Nico Ernst
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Dem aus Entwicklern, professionellen Computerspielern und Grafik-Fans bestehenden Publikum entsprechend betrat Jen-Hsun Huang in Jeans und T-Shirt die Bühne – und wurde erst einmal minutenlang bejubelt. Zuvor hatte der Bürgermeister von San Jose Huan noch willkommen geheissen und dem Publikum geschmeichelt: "Einer von Euch wird das nächste Nvidia gründen!" .

Das war dann aber auch für Huan etwas Zuviel an Enthusiasmus und er rief den Zuhörern zu: "Könntet Ihr das bitte einfach bleiben lassen? Das wurde schon gemacht." . Das war aber auch der einzige Moment der kommenden zwei Stunden, in denen sich der Mitbegründer von Nvidia besorgt zeigte.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Auf Technologieführerschaft – die durch AMD erst seit Kurzem wieder bedroht ist – und konkrete Probleme mit eigenen Produkten ging Huan in seinem Vortrag nicht ein. Vielmehr zeigte er aktuelle und künftige Anwendungen von Computergrafik, die zum größten Teil aber aus dem professionellen Bereich stammten.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Dazu zählte die Rendering-Software des deutschen Unternehmens RTT(öffnet im neuen Fenster) , mit welcher der auf 20 Exemplare begrenzte Lamborghini Reventon seinen Kunden schmackhaft gemacht wurde. Für den Supersportwagen bestand die Marketing-Kampagne nur aus einer Mail an potenzielle Kunden mit dem Link zu einer Webseite, auf welcher der Wagen virtuell bestaunt werden konnte. Ein physisches Modell des Zweisitzers wurde nie erstellt, weil es zu teuer gewesen wäre. Immerhin kostet der Wagen 1,5 Millionen Euro, die laut Jen-Hsun Huan "inzwischen wohl so in etwa 4 Millionen US-Dollar entsprechen."

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Auch die Anwendungen von "Sportvision", die Fernsehübertragungen von Sportereignissen aufpeppen, kann man sich nicht auf dem heimischen PC installieren. Sportvision sorgt beispielsweise für die Bahnen-Beschriftungen bei Schwimmwettbewerben. Für die US-amerikanischen NASCAR-Rennen – bei denen es meistens auf Oval-Kursen rund geht – gibt es eine neue Anwendung namens "Draft Access". Sie stellt in Echtzeit die Luftströmungen um die Autos dar, was beim Windschattenfahren die oft unverhofft erscheinenden Manöver der Fahrer erklärt.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Etwas leichter zu erreichen, aber nur in Asien, ist der 3D-Chat des koreanischen Unternehmens Nurien(öffnet im neuen Fenster) . "Das ist das nächste Facebook" kommentierte Huan. Mit der Nurien-Software kann man nicht nur sehr leicht veränderbare Avatare basteln, sondern auch Freunde in ein virtuelles Haus einladen und dort auf dem Fernseher Videos zeigen – welche die Besucher dann auf ihrem Rechner auch im Vollbild sehen können. Der Austausch von Medien über die 3D-Oberfläche, die einer virtuellen Realität ähnelt, wird dadurch einfacher. Oder: "Second Life in schnell und schön" , wie ein Journalist kommentierte. Finanziert wird das übrigens durch Micro-Payments, jeder Gegenstand in der Nurien-Welt wie etwa der Fernseher ist kostenpflichtig.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Noch näher an den Endverbrauchern waren die Vorführungen der Medusa-Demo und von Age of Empires III in Dolby 3D. Da die Keynote-Ansprache ohnehin in einem dafür ausgerüsteten Kino stattfand, konnten die Besucher die beiden Grafik-Demos mit entsprechenden Brillen stereoskopisch sehen. Vor allem Age of Empires überzeugte dabei: Die Objekte sind zwar in 3D gerendert, die Ansicht aber im isometrischen Stil gehalten. Die Bedienelemente sind jedoch 2D, sie schweben unmittelbar vor dem Zuschauer, der wie durch ein Fenster auf die Spielwelt blickt. Diese gewinnt durch die der Isometrie entsprechenden Blickwinkel viel Tiefe und ist sehr übersichtlich.

Den meisten Beifall erhielt Jeff Han von der Universität von New York – obwohl der Wissenschaftler seine Arbeit schon mehrfach auf Fachkongressen gezeigt hatte. Sein Multitouch-Interface für etwas größere Geräte als ein iPhone – in San Jose war es ein 60-Zoll-Display – ist an den Film "Minority Report" angelehnt. Mit Gesten werden Fenster, Objekte und Befehle gesteuert. Das klappt auch bei zwei Benutzern gleichzeitig, die so direkt zusammenarbeiten können, wie Han und Huan gemeinsam zeigten.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Allein das Konzept der heute meist rechteckigen Fenster wird in der Multitouch-Oberfläche aufgehoben. Objekte können auch mit Bezier-Kurven aus dem Bildschirminhalt ausgeschnitten werden und in andere Fenster geworfen werden. Selbst das Hauptmenü erscheint an jeder beliebigen Stelle durch das Zeichnen eines Kringels mit einem Finger und ist nur ein Objekt unter vielen.

Ganz in die Science-Fiction begab sich Nvidia, als man die Schauspielerin Trisha Helfer aus "Battlestar Galactica" auf die Bühne holte. Sie durfte erklären, wie schwierig das Spiel mit virtuellen Kollegen wie den Zylonen ist. Statt mit den martialischen Maschinenwesen spricht sie beim Dreh meist mit Tennisbällen auf einem Besenstiel. Die, so Helfer "spielen nicht so wirklich mit" .


Relevante Themen