Echtzeit-Strategiespiel von Ensemble Studios auf der GC 2008 im Einsatz. Der Master Chief als Einheit im Echtzeit-Strategiespiel: Auf der GC 2008 stellt Ensemble Studios seinen Halo-Ableger mit dem Titel Halo Wars vor. Gemeinsam mit den Entwicklern gelang Golem.de ein vermutlich nicht entscheidender, aber spaßiger Schlag gegen das außerirdische Volk der Covenants.
Tief im Keller der Messeräume von Leipzig ist die Kommandozentrale der Menschheit verborgen: Dort stehen in einem engen, saunaschwülen Raum ein paar Xbox-360-Konsolen, auf denen Echzeit-Generäle das außerirdische Volk der Covenant bekämpfen können. Monitore zeigen, wie auf einem weit entfernten Planeten Jeeps übers Gelände sausen, Kampfpanzer schwere Geschosse abfeuern und die Covenant eine Angriffswelle nach der anderen gegen die Menschheit ins Feld schicken. Nun gut – genaugenommen führen in dem Zimmerchen ein paar Mitarbeiter der "Age of Empires"-Macher Ensemble Studios(öffnet im neuen Fenster) ihr nächstes Werk vor. Das heißt Halo Wars, ist ein Ableger der Halo -Actionspielreihe und erscheint exklusiv für Xbox 360 – auch während der GC 2008 hieß es, dass keine PC-Fassung geplant sei.
Im Mittelpunkt der Menschenarmee steht ein massiver Gebäudekomplex. Der lässt sich an bestimmten Positionen auf den Spielumgebungen errichten und erinnert grafisch ein bisschen an moderne Einbauküchen: Metallisch glänzend an der Oberfläche, mit allerlei mysteriösen Hightech-Aufbauten – im Inneren warten aber jede Menge praktische Funktionen. Per Druck auf den A-Knopf über der Station wird ein Menü aufgerufen, in dem wir zwischen einem Stromreaktor, einer Panzerfabrik, einer Kaserne zur Produktion von Soldaten oder Master Chiefs wählen. Wenige Augenblicke später öffnet sich die Abdeckung, und schon kommt aus der Tiefe das entsprechende Gebäude emporgefahren.
Solange der Cursor sich über einem Gebäude befindet, ruft ein Knopfdruck immer ein rundes Kontextemenü auf, das die gerade verfügbaren Einheiten oder Updates anzeigt. Solche Updates spielen eine große Rolle in Halo Wars – damit lassen sich die Waffen von Bodentruppen ebenso verbessern wie die Fähigkeiten von Vehikeln erweitern. Auch die restliche Steuerung macht einen durchdachten Eindruck. Wichtige Funktionen wie "von Station zu Station springen" oder "alle Kampfeinheiten auswählen" sind auf gut erreichbare Tasten gelegt, der Rest in schnell zugänglichen Menüs untergebracht – nach ein paar Minuten schon ging der Angriff auf die Covenant problemlos von der Hand.
Die auf der Games Convention spielbare Mission war eigentlich ein Scharmützel für Coop-Mehrspielereinsätze. Entsprechend einfach war der Sieg: Graue Felder auf der Minikarte zeigten an, wo sich feindliche Stationen befanden, und der Widerstand der Covenant hielt sich in Grenzen – ein paar Truppen zogen durchs Gelände, die meisten warteten aber in mittelgroßen Verbänden auf den Spieler und leisteten nur geringen Widerstand. Einzig die feindlichen Hauptstationen erwiesen sich als hartnäckig. Aber auch hier schafft das Kontextmenü rasch Abhilfe: Damit lassen sich in Halo Wars von Zeit zu Zeit Bomberangriffe oder Orbitalattacken anfordern, die Gebäude fast im Alleingang in Schutt und Asche legen. Derartige globale Befehle gibt es mehrere – mit einem lassen sich auch alle eigenen Truppen in Nähe des Cursors heilen.
Grafisch wirkt das Programm wie aus dem Baukasten der schon veröffentlichten Halo-Spiele zusammengesetzt – vom typischen Grün des Rasens bis hin zu den Eisflächen. Auch viele der Einheiten, allen voran der legendäre Warthog-Jeep, wirken angenehm altvertraut. Nach aktuellem Stand erscheint Halo Wars im ersten Quartal 2009.