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Banken knausern bei der Geldautomatensicherheit

"Anti-Skimming-Module" kommen nicht zum Einsatz. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen erhebt schwere Vorwürfe gegen Banken. So genannte Anti-Skimming-Module, die das Ausspähen von Kundendaten mit falschen Lesegeräten und Tastaturen erschweren, kommen kaum zum Einsatz. Die Module kosten nicht einmal 1.000 Euro.
/ Achim Sawall
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Nach Ansicht von Gerd Billen, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), könnten Banken und Sparkassen Manipulationen an Bankautomaten weitgehend verhindern. Wirksame Anti-Skimming-Module seien schon seit Jahren erhältlich, sagte er dem Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .

Professionell gestaltete Vorbauten, die unauffällig am Bedienfeld montiert sind, spähen die Geheimzahl mit einer Miniaturkamera aus und Kopieren den Magnetstreifen. Die Aufbauten senden ihre Aufnahmen per Funk an den Täter. Mit Anti-Skimming-Modulen würde der Einsatz weitgehend unmöglich. Sensoren überwachen permanent den Karteneingabeschlitz des Geldautomaten. Bei Erkennung eines Vorbaus geht die Geldausgabemaschine sofort außer Betrieb, bevor ein Bankkunde seine Kundenkarte einführt.

Fast alle Skimming-Attacken der vergangenen Monate wären so verhindert worden, sagt Billen. Laut dem Bericht sind nicht einmal 20 Prozent der 54.000 deutschen Geldautomaten mit entsprechenden Geräten ausgerüstet. Allein im ersten Halbjahr 2008 seien 431 Automaten manipuliert worden, annähernd dieselbe Zahl wie im gesamten Vorjahr, zitiert das Blatt Margit Schneider von der Euro Kartensysteme GmbH, die als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditinstitute die Betrugsfälle bearbeitet.


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