RottenNeighbor.com als digitaler Pranger kritisiert
Schneider betont in dem Brief an Google Deutschland nach eigenen Angaben, dass es nicht hinzunehmen sei, dass Beschimpfungen ins Netz gestellt werden, ohne dass Betroffene davon Kenntnis erlangen bzw. sich angemessen dagegen zur Wehr setzen können. "Google sollte sich nicht daran beteiligen, dass nun ein digitaler Pranger wieder eingeführt wird" , schrieb Schneider. Weiter teilte Schneider mit, dass er die Hoffnung habe, dass Google dafür sorgen werde, die denunziatorischen Möglichkeiten des Portals zu beseitigen.
RottenNeighbor.com dient nach eigener Aussage dazu, vor einem Umzug herauszufinden, ob missliebige Nachbarn in der Gegend leben, in die man ziehen will. Somit hätten die Nutzer die Möglichkeit, bei Bedarf woanders eine Wohnung zu mieten, zu kaufen oder in einer anderen Gegend ein Grundstück zu erwerben. So weit die offizielle Beschreibung.
In der Praxis läuft es aber darauf hinaus, dass auf RottenNeighbor.com unliebsame Nachbarn angeschwärzt werden. Auch in deutschen Städten wird davon Gebrauch gemacht. Jeder angemeldete Nutzer des Dienstes kann sich beliebige Vorwürfe ausdenken, die ungeprüft veröffentlicht werden. Dabei genießen die Denunzianten Anonymität und können nicht ohne weiteres identifiziert werden.
Allerdings wird RottenNeighbor.com auch für ganz andere Funktionen genutzt. So finden sich nicht nur Schmähungen und Beleidigungen, sondern auch Informationen zu interessanten Läden oder Restaurants. Das können Warnungen oder auch Empfehlungen sein.
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