MIT-Wissenschaftler entwickeln Mini-Batterien aus Viren

Viren erfreuen sich allgemein keiner sehr großen Beliebtheit. Da sie eine Vielzahl von Krankheiten wie Grippe, Enzephalitis oder Pocken verursachen, meiden Menschen normalerweise den Kontakt mit diesen Mikroorganismen. Das könnte sich dank einer Entwicklung von Wissenschaftlern vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) ändern. Das Team um Angela Belcher, Paula Hammond und Yet-Ming Chiang setzt nämlich Viren für den Bau von Batterien ein.
In der von den MIT-Wissenschaftlern entwickelten Batterie dienen mehrere Lagen aus zwei Polymeren als Elektrolyt und Separator. Diese werden auf 4 Mikrometer große Sockel auf einem gummiartigen Trägermaterial aufgebracht. Nun kommen die Viren ins Spiel: Sie werden auf die Polymerlagen gesetzt, wo sie die Anode bilden. Der Einsatz der Viren basiert auf früheren Forschungen der Wissenschaftler: Sie haben die M13-Viren genetisch so verändert, dass ihre Proteinhüllen Metallmoleküle, genauer gesagt Kobaltoxid-Moleküle, anziehen und so zu Nanodrähten werden. Diese Drähte bilden dann die Anode. Sind die Minibatterien fertig, können sie vom Trägermaterial auf die glatte Oberfläche aufgedruckt werden.
Ein entscheidendes Element indes fehlt noch: Die Wissenschaftler haben noch keinen Weg gefunden, Viren dazu zu bringen, eine Kathode zu bilden. Das sei jedoch ihr nächstes Ziel, sagen die Forscher. Außerdem suchen sie nach einer Möglichkeit, die Akkus auf unebene Oberflächen zu transferieren.
Die Herstellung der Ministromquellen sei, so die Wissenschaftler, günstig und einfach, da sie bei Zimmertemperatur ablaufen könne und keine teuren Geräte erfordere. Die Batterien sollen genug Strom erzeugen, um Nanogeräte wie implantierbare Sensoren oder Labors auf einem Chip mit Energie zu versorgen.