Deutscher Computerspielepreis: Streit um den Austragungsort
Der Deutsche Computerspielepreis soll im Frühjahr 2009 erstmals vergeben werden und "qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle" Computerspiele aus deutscher Produktion auszeichnen. Insgesamt 600.000 Euro werden an die Gewinner ausgeschüttet.
Leipzig habe als Austragungsort gute Chancen, berichtet die FAZ(öffnet im neuen Fenster) , allerdings nur, wenn die Stadt künftig auf die Games Convention verzichtet. Das fordern dem Bericht zufolge Teile der Spieleindustrie. Der Branchenverband startet 2009 mit der GamesCom eine neue Spielemesse in Köln. In Leipzig will man sich damit aber nicht einfach abfinden, so dass es im kommenden Jahr zwei große konkurrierende Spielemessen in Deutschland geben könnte.
Eigentlich sollte der Ort der Preisverleihung bereits am 23. Juli 2008 bekannt gegeben werden, doch noch sei keine Entscheidung gefallen, schreibt das Blatt. Sowohl der Branchenverband BIU als auch das Büro des zuständigen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU), haben Bedenken gegen Leipzig, wenn man dort nicht auf die Austragung der Games Convention im kommenden Jahr verzichtet.
Die FAZ zitiert aus einer E-Mail von BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters an die Stadtverwaltung Leipzig, es gebe "in der Branche massive Bedenken, den Deutschen Computerspielepreis nach Leipzig zu vergeben, bevor die Standortdiskussion im Interesse aller Beteiligten zu einem Ende gekommen ist" . Werde nun die Verleihung des Deutschen Computerspielepreises nach Leipzig vergeben, könnte dies "die Diskussion um den geeigneten Veranstaltungsort der Spielemesse 'befeuern'" , zitiert die FAZ aus der E-Mail. Den Leipzigern werde daher nahegelegt, "auf der Abschlusspressekonferenz zur Games Convention den Verzicht auf weitere Messen zu erklären" .
Gegenüber der FAZ dementiert BIU-Chef Wolters allerdings, dass es Unstimmigkeiten unter den Beteiligten oder eine Kopplung von Preisverleihung und Verzicht auf die Games Convention gebe. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sprach gegenüber der Leipziger Volkszeitung in diesem Zusammengang von einem "unsäglichen erpresserischen Versuch" , denn Leipzig habe offensichtlich das beste Konzept abgegeben.
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