Abo
  • Services:

Callcenter-Verband verteidigt Adresshandel

Lehnt Verbot des Datenhandels ohne "aktive Einwilligung" der Betroffenen ab

Der Callcenter-Verband DDV hat vor dem Hintergrund des aktuellen Skandals um Datendiebstahl und illegale Kontenabbuchungen den Handel mit Adressen verteidigt. Das "Adressgeschäft sei nicht per se fragwürdig", so Verbandssprecher Patrick Tapp. Ein Verbot des Datenhandels ohne vorherige aktive Einwilligung der Betroffenen sei "Beschneidung der Werbefreiheit".

Artikel veröffentlicht am ,

Mit einer drastischen Stellungnahme ist der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV), der Callcenter-Betreiber und deren Auftraggeber vertritt, an die Öffentlichkeit gegangen. Ein strafbarer Vorfall dürfe nicht zum "Regelfall erklärt werden". Am Handel mit Adressen sei nichts Fragwürdiges, so DDV-Vizepräsident Tapp. Die Rufe nach Verboten würden der Situation nicht gerecht.

Stellenmarkt
  1. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

Am 12. August 2008 war der kriminelle Handel mit Kundendaten der Süddeutschen Klassenlotterie bekanntgeworden. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hatte eine CD mit 17.000 Datensätzen zugespielt bekommen, die auch Kontoverbindungen der aufgeführten Personen enthielten. Gleichzeitig häuften sich Beschwerden von Betroffenen, denen ohne Einwilligung Beträge zwischen 30 und 100 Euro vom Konto abgebucht wurden. Auch die Deutsche Telekom beklagte, dass Kundendaten gestohlen wurden.

Nach herrschendem Datenschutzrecht dürfen Angaben wie Name, Anschrift, Geburtsjahr und Beruf zu Werbezwecken weitergegeben und genutzt werden, sofern der Betroffene nicht ausdrücklich widerspricht. Laut Schleswig-Holsteins Landesdatenschützer Thilo Weichert sind deshalb die Adressen der gesamten bundesdeutschen Bevölkerung für Marketingzwecke im Umlauf. Nötig sei deshalb, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV), ein generelles Verbot des Datenhandels zu gewerblichen Zwecken, ohne vorherige aktive Einwilligung der Betroffenen. Dies lehnt der Callcenter-Verband als "Beschneidung der Werbefreiheit" jedoch ausdrücklich ab.

Tapp hält die bestehende Gesetze für ausreichend: "Datenmissbrauch ist kriminell und durch bestehende Gesetze bereits verboten und sanktioniert. Es läuft entschieden etwas aus dem Ruder, wenn jetzt der Eindruck erweckt wird, das Adressgeschäft per se sei fragwürdig." Alle Unternehmen einer Wirtschaftsbranche, die sich zum Beispiel in seinem Verband zertifizieren und damit unabhängig kontrollieren ließen, würden pauschal mit ihrer Dienstleistung unter Generalverdacht gestellt, empört sich Tapp. "Wir können es nicht zulassen, dass Kriminelle, die Wirtschaft und Verbraucher beschädigen, als Vorwand dazu dienen, Kundeninformation und Werbung zu untersagen." Der DDV hatte im Fall des aktuellen Datenmissbrauchs Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach erstattet.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-78%) 4,44€
  2. (-20%) 15,99€
  3. 16,49€
  4. 12,49€

vergesstwahlenk... 22. Aug 2008

... aber wenns im Namen des "Krampfes gegen Terror" geht, ist ein Generalverdacht (DR-RL...

Ebula 22. Aug 2008

Für sind diese Werbeprospekte arger Umweltverschmutzung, die wir uns in der heutigen...

Ebula 22. Aug 2008

Glaube tunt man in der Kirche. Im realen Leben sollte man wissen....

Youssarian 21. Aug 2008

Das ist wertlos, da Du diese Entscheidung jederzeit widerrufen kannst, indem Du z.B...

Youssarian 21. Aug 2008

Das geht IMHO am Thema vorbei. Die Auftragsdatenver- arbeitung ist ja schon vom Ansatz...


Folgen Sie uns
       


Bose Sleepbuds - Test

Stille Nacht? Die Bose Sleepbuds begegnen nächtlichen Störgeräuschen mit einem Klangteppich, wir haben sie ausprobiert.

Bose Sleepbuds - Test Video aufrufen
Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Geforce GTX 1660 Ti soll 1.536 Shader haben
  2. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  3. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor

IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Die Cobol Cowboys auf wichtiger Mission
  2. IT Frauen, die programmieren und Bier trinken
  3. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix

WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
WLAN-Tracking und Datenschutz
Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
Eine Analyse von Harald Büring

  1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
  2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
  3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    •  /