Vodafone: Telekom missbraucht neue Festnetztechnik
Telekom-Chef René Obermann will laut Medienberichten bis 2014 weite Teile Deutschlands mit Glasfasernetzen modernisieren, die traditionelle Telefonvermittlung durch moderne Technik ersetzen und rund 7.000 der insgesamt 7.900 Schaltstellen im Bundesgebiet schließen, um Personal- und Übertragungskosten zu sparen. Der deutsche Vodafone- und Arcor-Chef Fritz Joussen hat diese Pläne kritisiert. "Ich reagiere allergisch, wenn die neue Technologie dafür genutzt wird, um den Wettbewerb zu behindern" , sagt er der Tageszeitung Welt(öffnet im neuen Fenster) .
An den Hauptverteilern, die die Telekom abbauen will, sind konkurrierende Festnetzbetreiber wie die Vodafone-Sparte Arcor, Hansenet und Versatel angeschlossen, um auf der "letzten Meile" den DSL-Kunden zu erreichen. Hier ist die Telekom nach wie vor Monopolist und unterliegt der Regulierung. Durch die Modernisierung werde viel Netztechnik in die Kabelverzweigerkästen auf den Bürgersteigen verlagert, in denen aber nicht genügend Platz sei, um die Konkurrenten hineinzulassen, argumentiert die Telekom.
"In den meisten Verteilerkästen ist genügend Platz für die Wettbewerber" , hält Joussen dagegen. Und die Aufstellung eigener Kästen sei keine Alternative. "Zum einen müsste man jede Gemeinde von den neuen Kästen überzeugen, zum anderen ist der Neubau zehnmal teurer als der Direktanschluss am Telekom-KVZ" , sagt Joussen.
Auch die Preise für die Nutzung der Telekom-Lehrrohre hält Vodafone für 30-mal zu hoch. Hier wurde bereits die Bundesnetzagentur angerufen. Eine Regelung erwartet Vodafone bis Anfang 2009. Der britische Konzern sei bereit, mehrere hundert Millionen Euro in das neue Netz zu investieren. Dafür aber müsse es Planungssicherheit geben.
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