Beliebter Dienst für Online-Mixtapes geschlossen (Update)

Web-2.0-Dienst Muxtape schließt wegen Problemen mit RIAA

Das Internetangebot Muxtape, das es Nutzern erlaubte, Playlists mit zwölf Stücken zusammenzustellen und sie über das Internet zu streamen, ist nach nur fünf Monaten geschlossen. Grund sind Probleme mit dem Branchenverband der US-Musikindustrie.

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"Muxtape wird für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein, in der wir unsere Schwierigkeiten mit der RIAA beilegen", heißt es lapidar auf der Startseite des Dienstes. Auch der Eintrag im Muxtape-Blog gibt keinen Aufschluss über die Gründe oder die Art der Probleme mit dem Verband, der Recording Industry Association of America (RIAA). Im Blog heißt es lediglich, Künstler und Plattenfirmen hätten sich nicht über den Dienst beschwert. Die RIAA hat keine Stellungnahme zu der Schließung abgegeben.

Muxtape: Vorübergehend geschlossen
Muxtape: Vorübergehend geschlossen
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Immerhin scheinen sich die Betreiber von Muxtape sicher zu sein, dass sie eine Einigung mit der RIAA erzielen werden. Denn die Seite sei "nicht endgültig geschlossen", versichern sie. "Bleibt dran."

Der Dienst, der im März 2008 gestartet ist, wollte das Mixtape in die Zeit des Internets retten. Nutzer hatten die Möglichkeit, zwölf Stücke hochzuladen und anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Diese konnten die Stücke dann über das Internet als Stream abspielen.

"Mixkassetten waren vor dem Internet ein gutes Mittel, um neue Musik kennenzulernen, und ich denke, wir können die Lektionen, die wir in jener Zeit gelernt haben, in unsere übertragen", erklärte Gründer Justin Ouellette Mitte April 2008 einem Interview mit der Zeitschrift Wired. "Ein präziser Mix mit einer persönlichen Note ist ein starkes Argument, jemand anderen dazu zu bringen, einen Song oder einen Künstler zu beachten", so Ouellette.

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Die Seite wurde innerhalb kürzester Zeit sehr beliebt. "Mehr als die Bevölkerung von Deutschland, aber weniger als die japanische", sagte er in dem Wired-Interview. Das bedeutet, nach nur einem Monat hatte Muxtape zwischen 80 und 125 Millionen Nutzer.

Ein möglicher Grund für die Differenzen mit der RIAA könnten fehlende Lizenzen sein. Internetradiostationen zahlen die Lizenzgebühren für gespielte Stücke an die RIAA. In dem Wired-Interview antwortete Ouellette auf die Frage nach Genehmigungen lediglich, er habe "einige E-Mails verschickt".

Nachtrag vom 21. August 2008, 16:35 Uhr
Inzwischen hat sich die RIAA gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Portfolio zu dem Fall geäußert. Urheberrechtlich geschützte Dateien vorzuhalten und als Stream anzubieten, erfordere eine Genehmigung, so der Verband. "Muxtape hat jedoch keine Genehmigung von unseren Mitgliedern eingeholt, Kopien von deren Musikaufnahmen vorzuhalten und zu streamen."

Nach eigenen Angaben hat die RIAA in den vergangenen Monaten die Muxtape-Betreiber mehrfach kontaktiert und dazu aufgefordert, illegale Inhalte aus dem Angebot zu entfernen.

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