Verlage wollen gegen Zeitschriftentauschbörse vorgehen

Auf Mygazines können Nutzer anderen digitale Zeitschriften zugänglich machen

Verlagshäuser aus mehreren Ländern wollen gegen das Internetangebot Mygazines.com vorgehen. Mygazines lädt Nutzer ein, digitale Ausgaben von Printmagazinen hochzuladen und anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen.

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Verlage und Interessensverbände haben angekündigt, gegen das Internetangebot Mygazines vorzugehen. So sagte etwa eine Sprecherin des Medienunternehmens Time Warner der Nachrichtenagentur AP, das Unternehmen untersuche, wie es das Internetangebot vom Netz nehmen lassen könne. Time Warner gibt auch Printtitel heraus, darunter das Nachrichtenmagazin "Time", das Klatschblatt "People" und das Wirtschaftsmagazin "Fortune". Auch britische Verlage wollen, unterstützt vom Branchenverband Periodical Publishers Association (PPA), juristisch gegen Mygazines vorgehen.

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Das Angebot, das am 29. Juli 2008 gestartet ist, lädt seine Nutzer ein, digitale Ausgaben von Printmagazinen hochzuladen, zu archivieren und anderen zur Verfügung zu stellen. Die Nutzer des Angebotes können die Magazine lesen, Kommentare abgeben oder sich nach Interessenslage aus verschiedenen Printtiteln ihr persönliches Magazin zusammenstellen.

Die Auswahl ist groß: Auf Mygazines finden die rund 23.000 Magazine aus allen möglichen Sparten in verschiedenen Sprachen - von der englischsprachigen Ausgabe des "National Geographic" über das brasilianische Technikmagazin "Super Interessante" und den japanischen "ITTO Tropical Timber Market Report" bis zur indonesischen Surfzeitschrift "Magic Wave". Die Nutzung ist kostenlos, das Angebot werbefrei. Deshalb nimmt Mygazines für sich in Anspruch, nichts anderes zu tun als "eine Arztpraxis, eine Anwaltskanzlei, Bibliotheken oder Friseursalons", die die von ihnen abonnierten Zeitschriften ihren Kunden zugänglich machten.

Eine Auffassung, die nicht jeder teilt: Auf der Seite fänden Nutzer komplette Ausgaben von Printprodukten, ohne Erläuterung oder Kritik - "ganz klar kein Fall von klassischem Fair Use", zitiert AP den auf geistiges Eigentum spezialisierten Anwalt Jeffrey Cunard aus der US-Hauptstadt Washington. "Es ist schwierig, darin etwas anderes zu sehen als eine fortgesetzte Verletzung von Urheberrechten." Die PPA warnte ihre Mitglieder vor dem Angebot sogar vor dessen offiziellem Start und empfahl ihnen, den Betreibern Unterlassungsanordnungen zuzustellen, sollten ihre Produkte dort auftauchen.

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Ein juristisches Vorgehen gegen Mygazines.com dürfte indes schwierig werden. Zwar gibt es einschlägige Urteile wie das des US-Supreme-Court gegen die Tauschbörsen Grokster, Musikcity.Com und Morpheus, die 2005 für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich gemacht wurden. Das allerdings gilt für Angebote aus den USA. Die Domain Mygazines.com hingegen ist auf der zu der Gruppe der Kleinen Antillen gehörenden Insel Anguilla registriert.

Die Mygazines-Seiten des Angebotes liegen auf Servern in Schweden, die dem Hoster PRQ gehören. PRQ ist das Unternehmen von zwei der Pirate-Bay-Gründer. Nach der Auffassung von Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde ist das Angebot Pirate-Bay in Schweden legal, weshalb ein juristisches Vorgehen von US-Medienunternehmen gegen den Torrent-Tracker Pirate Bay bisher erfolglos war.

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