Apples frühere Chefjuristin zahlt Millionen in Finanzskandal

Konzernchef Steve Jobs kommt ungeschoren davon

Die frühere Apple-Konzernanwältin Nancy Heinen hat sich im Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC auf eine Strafzahlung von 2,2 Millionen US-Dollar geeinigt. Damit scheint die Affäre um rückdatierte Aktienoptionen im Wesentlichen beendet. Obwohl Apple eingeräumt hatte, dass Konzernchef Steve Jobs von der Sache gewusst habe, wurde gegen ihn nie ermittelt.

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Der frühere Apple-Finanzchef Fred Anderson und Chefjuristin Heinen standen im Zentrum von strafrechtlichen Ermittlungen um rückdatierte Aktienoptionen, die seit 2006 im Gange sind. Die beiden sollen in der Zeit von 1997 bis 2002 eine Anzahl von 6.428 Mitarbeiteroptionen falsch datiert haben. Der Vergleich mit Heinen wurde nun von der US-Börsenaufsicht SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) bekanntgegeben. Ein Schuldeingeständnis legte die ehemalige Topmanagerin - wie in solchen Fällen in den USA üblich - nicht ab. Das US-Justizministerium stellte in der Sache bereits im Juli 2008 ihre Ermittlungen gegen mehrere frühere und amtierende Apple-Manager ein.

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Heinen zahlt fast 1,6 Millionen US-Dollar für unberechtigte Spekulationsgewinne und Zinsen zurück, dazu kommen 200.000 US-Dollar-Strafe. Marc Fagel, Direktor im SEC-Büro in San Francisco, erklärte, dass die Strafe wegen Heinens persönlicher Optionsgewinne, nicht aber wegen "der Schwere des Vergehens" besonders hoch ausfiele. Sie erhält zudem über fünf Jahre ein Berufsverbot als Managerin in börsennotierten Unternehmen. Heinen war angeklagt, selbst Dokumente gefälscht zu haben. Sie verließ Apple direkt nach Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen das Unternehmen.

Aktienoptionen geben ihrem Besitzer das Recht, zu einem festgelegten Kurs Anteilsscheine eines Unternehmens zu erwerben, um später bei einem höheren Tageskurs Gewinne zu machen. Meistens liegt der Festpreis der Optionen beim Aktienkurs am Tag ihrer Ausstellung. Durch Rückdatierung auf einen Tag, an dem der Aktienkurs besonders niedrig war, machen die Begünstigten sofort Papiergewinne. Die Börsenaufsicht sieht darin Wertpapierbetrug und Insiderhandel.

Der ehemalige Apple-Finanzchef hatte bereits 2007 illegale Spekulationsgewinne in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar an die SEC zurückgeben müssen.

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Alle Vorwürfe gegen Jobs, der von Apples ehemaligem Finanzchef belastet wurde, sind seit längerem fallengelassen worden. Wie das Wall Street Journal aus informierten Kreisen erfahren hat, wurden Jobs Anwälte schon Anfang des Jahres 2008 durch Staatsanwälte aus San Francisco darüber informiert, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Apple beendet seien. Die SEC prüft aber weiter Unregelmäßigkeiten um Aktienoptionen bei dem Trickfilmstudio Pixar, die in die Amtzeit von Jobs als Firmenchef fallen.

Wie das Blatt aus informierten Kreisen erfahren hat, habe Jobs gegenüber der SEC wiederholt erklärt, dass seiner Meinung nach Umdatierungen von Aktienoptionen über einen Zeitraum von sechs Monaten durchaus legitim seien. Mehrere andere Topmanager bei Apple hätten ihn in der Ansicht bestätigt, soll er den Ermittlern gesagt haben.

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