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Intels Onboard-Grafik macht im Heimkinobereich Probleme

Ein Teil davon soll jedoch den Softwareplayern zuzuschreiben sein. Softwareprobleme machen Intels neue und alte Onboard-Grafik derzeit für die Blu-ray-Wiedergabe wenig attraktiv. Nicht jede Wiedergabesoftware nutzt die Intel-Chips richtig und darüber hinaus gibt es noch ein gravierendes Problem mit der 24-Hz-Ausgabe (1080p/24, 24p) über HDMI.
/ Christian Klaß
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In einem Intel-Blog hat sich ein Entwickler des Unternehmens unter der Überschrift "Welcome to G45! Better (but still imperfect...)" zu dem Thema geäußert(öffnet im neuen Fenster) , Auslöser waren ein Marketingvergleichstest von AMD(öffnet im neuen Fenster) zur Notebookgrafikleistung und ein Mainboardtestbericht von Extremetech(öffnet im neuen Fenster) . Weder bei dem HP-Notebook mit G(M)45 noch bei dem Intel-DG45ID-Mainboard mit G45 Express gab es dabei eine Blu-ray-Beschleunigung, was zu voller CPU-Auslastung führte und Intels neue Onboard-Grafik nicht in gutem Licht erscheinen lässt.

Dabei bewirbt Intel gerade auch, dass Mainboards mit G45-Chipsatz und insbesondere dessen Grafikkern X4500 HD eben HD-Videos wie die von Blu-ray-Discs ohne großes Zutun der CPU dekodieren soll. Das Gleiche gilt für das Notebookpendant GM45. Wenn die Blu-ray-Beschleunigung fehlt, liegt das laut Intel-Ingenieur Aaron Brezenski allerdings nur an der Wiedergabesoftware, denn einige Anwendungen würden die Onboard-Grafik nicht richtig nutzen.

Dass die Hardwarebeschleunigung funktioniere, könne jeder bestätigen, der die Blu-ray-Wiedergabe auf einem Intel G(M)965, G33 oder G35 ausprobiert habe. Eine Software, die es richtig mache, sei Arcsoft Total Media Theater. Damit sinke bei der Blu-ray-Wiedergabe mit Hilfe der Hardwarebeschleunigung die CPU-Last auf einem Core 2 Duo generell auf unter 20 Prozent. PowerDVD beherrsche die Beschleunigung auch, wenn auch weniger effizient – ein laut Brezenski üblicher Unterschied zwischen den beiden Anwendungen.

Vor allem für Blu-ray-taugliche Heimkino-PCs könnten die G45-Mainboards mit der richtigen Software also sehr interessant sein. Wenn sie nicht noch zwei unangenehme Probleme mit sich brächten, die auch die Vorgänger G965 und G35 noch plagt. Wer für die Wiedergabe von Blu-ray-Spielfilmen über HDMI die kinoübliche 24-Hz-Bildrate einstellt, um damit das optimale Bild zu erhalten, erhält ein alle 15 Sekunden ruckelndes Bild. Intel konnte das Problem beim G965 und G35 nicht lösen und entfernte die 1080p/24-Option aus der Treiberversion 15.8. Zu dem Zeitpunkt wurde vermutet, dass dies mit den für die HDMI-Ausgabe zuständigen SDVO-Chips zusammenhängen könnte.

"[...] der Umstand, dass es dieses Problem auch noch beim G45 gibt, sagt uns jedoch, dass dies keine akkurate Einschätzung war. Mehr und mehr Fernseher unterstützen diese Wiederholrate und bewerben sie auch in ihrer Funktionsliste" , konstatiert Brezenski in seinem Blogeintrag. "Aber auf dem G45 ist die 24-Hz-Wiederholrate bei der Blu-ray-Wiedergabe, die für diejenigen von uns interessant ist, die die beste Videoqualität wollen, immer noch kaputt."

Als gravierender schätzt Brezenski jedoch, dass auch beim G45 über HDMI nur der direkte Anschluss an einen Fernseher oder Projektor, nicht aber der Umweg (Repeater-Modus) über einen dazwischen hängenden Receiver funktioniert. Und das ist dann ein generelles Problem, das nicht nur die Blu-ray-Wiedergabe betrifft. Laut Brezenski liegt das daran, dass sich Intel anders als seine Konkurrenten an die Spezifikationen des COPP-Protokolls halte, das keine Repeater unterstützt.

Gleichzeitig würden die Softwareanbieter bei ihren Playern noch nicht auf OPM setzen, was Repeater unterstütze und damit auch Receiver in Verbindung mit Intels Onboard-Grafik nutzbar mache. Es sei deshalb nötig, dass die Softwareanbieter ihre Player so bald wie möglich korrigieren, zumal die Probleme zu Unrecht Intel angelastet würden.

"Das ist alles schön und gut, und wir sind wahrscheinlich im Recht, wenn es um die Unterstützung der Spezifikationen geht. Aber die Endanwender sehen das nicht. Sie sehen, dass die Grafik der Konkurrenz problemlos mit ihrem Softwareplayer auf ihrem hübschen neuen Onkyo- oder Yamaha-Receiver funktioniert, während Intels versagt" , so Brezenski.

Da verwundert es nicht, wenn Heimkino-Enthusiasten in Bezug auf Intels Onboard-Grafik vorsichtig werden. Entsprechend enttäuscht zeigt sich der Intel-Mitarbeiter von den Softwareentwicklern, da die Probleme – alleine schon beim G45 – seit mindestens drei Monaten bekannt seien. Brezenski: "[...], und das lässt uns im Markt schlecht aussehen, nicht sie."

"[...] Da ich es mit eigenen Augen gesehen habe, weiß ich, dass wir gute Hardware haben. Aber wir verschwinden im HTPC-Bereich in der Versenkung, wenn der Heimnutzer sein Equipment nicht mit unserer Grafik noch nicht einmal zum Laufen bekommt – oder für diesen Zweck Hackersoftware erwerben muss. Selbst wenn wir nicht die Wurzel des Problems sind. Schluss, aus" , so Brezenski.

Er sieht den G45 zwar als perfekten Heimkinochipsatz, zumindest bis es einen Nachfolger mit Unterstützung für Dolby TrueHD und DTS HD-MA gebe. Ein Thema für einen späteren Zeitpunkt, so Brezenski. Auch das Intel-eigene G45-Mainboard DG45FC sei elegant, die Treiber trotz des noch jungen Chipsatzes bei guter Gesundheit. "Es ärgert mich jedoch, dass so großartige Arbeit durch zwei Probleme verdorben wird, die korrigierbar sein dürften, aber weiter bestehen" , so Brezenskis persönliche Meinung.

Dass die Wahrnehmung der Probleme mit Intels integrierter Grafik (IGP) auch auf künftige Produkte abfärben kann, verdeutlicht der Kommentar unter dem erwähnten Blogeintrag. Dort fragt jemand, was denn die Kunden nun über Intels Grafikprozessorprojekt Larrabee denken sollen. Provokant heißt es weiter: "Ich liebe euch Jungs, aber wenn ihr Probleme mit IGP habt, wird es dann nicht richtig hart, eine High-End-GPU zu entwickeln?"


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