Intelligenter Rätselplattformer, verfügbar via Xbox Live. Wer eine Xbox 360 besitzt, bekommt über Xbox Live Arcade ein ständig wachsendes Softwareangebot. Inzwischen finden sich dort einige Spieleperlen, die qualitativ vielen im Handel angebotenen Vollpreistiteln kaum noch nachstehen. Bestes Beispiel: Braid, ein vom unabhängigen Entwickler Jonathan Blow programmiertes Action-Adventure-Hüpfspiel mit schlauen Rätseln, packenden Plattformabenteuern und charmanter Präsentation.
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Die holde Prinzessin ist entführt, und Held Tim muss sie in Braid(öffnet im neuen Fenster) erretten – Super Mario lässt grüßen. Das ist allerdings nicht die letzte Parallele zwischen dem berühmten Klempner und dem Xbox-360-Titel: Die schön gestalteten Plattformhintergründe und die kleineren Lauf- und Sprungeinlagen erinnern ebenfalls mehr als deutlich an den Videospielmeilenstein. Der bunte und innovative Genremix stammt nicht von einem millionenschweren Entwicklerstudio, sondern entstand unter Federführung des unabhängigen amerikanischen Spieleentwicklers Jonathan Blow. Blow war als Spielejournalist tätig und engagiert sich schon länger in der Independent-Games-Szene.
Braid legt deutlich mehr Wert auf den Einsatz von Hirnschmalz als klassische Plattformspiele: Für das erfolgreiche Durchschreiten der sechs Welten inklusive der zahlreichen Unterlevel ist einiges an Rätselerfahrung vonnöten. Tim muss innerhalb der Spielabschnitte Puzzleteile einsammeln und so den Fortgang der Geschichte vorantreiben; allerdings versperren ihm dabei verschlossene Türen, Hindernisse und Gegner den Weg. Wichtigstes Mittel, diesen Problemen beizukommen, ist die Möglichkeit zur Zeitmanipulation: Per Knopfdruck kann die Uhr zurückgedreht werden – fast so, wie es der Prince Of Persia vorgemacht hat.
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Einer der großen Vorzüge von Braid ist es, diese Option zur Zeitverschiebung auf unterschiedlichste Art und Weise einzusetzen. Mal gilt es, in einen tödlichen Strudel zu springen, dabei einen Schlüssel zu ergattern – und dann den eigenen Todessprung rückgängig zu machen, dabei aber trotzdem im Besitz des ergatterten Türöffners zu bleiben. An anderer Stelle wird die Zeit nicht durch Knopfdruck, sondern durch das Bewegen von Tim verändert. Vorwärts laufen stellt die Uhr vor, rückwärts laufen in die andere Richtung. In einem anderen Level hingegen erschafft man Kopien von sich selbst mit jeder Zeitveränderung – und diese Schatten greifen ebenfalls aktiv ins Spielgeschehen ein.
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Zudem gibt es grün eingefärbte Türen und Gegenstände, die von der Zeitmanipulation nicht betroffen sind. Wer etwa zum Anfang zurückspringt, verschließt somit eine grüne, soeben geöffnete Tür nicht wieder. So logisch und vielseitig das alles klingt, so frustrierend kann es manchmal allerdings auch sein. Braid ist kein einfaches Spiel; einige der Aufgaben verlangen viel Rumprobieren oder lassen den Spieler auch mal planlos und ohne jegliche Hilfestellungen alleine.
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Trotzdem greift die Motivation. Einerseits, weil die liebevoll gezeichneten Hintergründe faszinieren. Andererseits, weil wohl kaum jemand die schön erzählte Auflösung der Story verpassen will. Trotz einiger harter Kopfnüsse ist die Spieldauer auch sehr überschaubar: Länger als fünf bis sechs Stunden wird wohl niemand mit Tim verbringen.
Sonderlich günstig, insbesondere für einen Xbox-Live-Arcade-Titel, ist das englischsprachige Braid allerdings nicht. Satte 1.200 Microsoft Points (circa 14 Euro) werden beim Kauf fällig, womit es eines der teuersten XBLA-Spiele ist. Im Blog des Entwicklers steht, dass am 13. August – etwa eine Woche nach Verkaufsstart – trotzdem schon geschätzte 55.000 Xbox-360-Besitzer(öffnet im neuen Fenster) das Spiel gekauft haben. Auch auf dem PC und womöglich der Playstation 3 soll Braid in Zukunft zu finden sein.
Fazit: Einigen frustrierenden Momenten und dem hohen Preis zum Trotz: Braid ist für Rätselfreunde und Plattformfans ein absolutes Muss. Die liebevolle Darstellung, die durchdachten Aufgaben, die schön erzählte Geschichte – derart viel Sorgfalt und Liebe zum Detail wünscht man sich von vielen Vollpreistiteln oft vergeblich. 1.200 Microsoft Points sind sicherlich kein Schnäppchen; aber Braid ist jeden einzelnen Punkt davon wert.
Video: Braid – Test in HD (benötigt Flash 9, 2:23)