Besserer Kundenschutz bei Lastschriftverfahren gefordert

Skandal um Missbrauch von Kontodaten weitet sich aus

Im Skandal um den Missbrauch von tausenden Kontodaten für betrügerische Lastschriftbuchungen fordern Politiker und Verbraucherschützer strengere Kontrollen. "Banken haben zu prüfen, ob tatsächlich eine Einzugsermächtigung vorliegt", so Joachim Betz, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen. Sonst werde Betrug Vorschub geleistet.

Artikel veröffentlicht am ,

Wie in dieser Woche bekannt wurde, haben sich Telefonspammer Zugang zu Kontodaten verschafft und unerlaubt per Lastschriftverfahren Geldbeträge von privaten Bankkonten abgebucht. Viele Betroffene hätten angegeben, dass sie vor längerer Zeit Lose der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) bestellt und per Kontoabbuchung bezahlt hätten. Diese lehnt aber jede Verantwortung für die Vorgänge ab. Verbraucherschützern war eine CD mit vermeintlichen SKL-Datensätzen zugespielt worden, auf der sich die Namen, Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten und Bankdaten von 17.000 Menschen fanden.

Stellenmarkt
  1. Referent:in Informationstechnologie (m/w/d)
    Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH, Hagen
  2. Digitalkoordinator/in (w/m/d)
    Stadt NÜRNBERG, Nürnberg
Detailsuche

"Die Banken müssen zumindest stichprobenartig bei verdächtigen Abbuchungen prüfen, ob ein Kontoinhaber dieser Abbuchung überhaupt zugestimmt hat", sagte SPD-Datenschutzexperte Jörg Tauss der Frankfurter Rundschau. Laut der innenpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Gisela Piltz, "schnitten die Banken sich ins eigene Fleisch, wenn die Kunden den Eindruck gewinnen, dass ihre Daten nicht sicher sind", erklärte sie der Zeitung.

Petra Pau, Innenexpertin der Linken, sagte dazu: "Die Missbrauchsskandale mit persönlichen Daten häufen sich. Wo geschützte Daten zur Handelsware verkommen, obsiegt die Kriminalität über Grundrechte." Es sei höchste Zeit, den Datenschutz rechtlich zu stärken und Datenmissbrauch schärfer zu ahnden.

Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) warnte dagegen vor überzogenen Forderungen an die Geldinstitute. "Wer generell den Missbrauch bei Lastschriftverfahren verhindern will, stellt das gesamte Verfahren in Frage", sagte Bosbach der Frankfurter Rundschau.

Golem Karrierewelt
  1. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    12.-14.12.2022, Virtuell
  2. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    08.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Laut Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen häufen sich die Anfragen der Opfer: "Wie ist es möglich, dass einfach 70 Euro von meinem Konto abgebucht werden, obwohl ich dafür nie eine Einzugsermächtigung erteilt habe?", empörten sich Betroffene. Dabei sei immer wieder der Name des Kölner Unternehmens LottoTeam Support gefallen, das für eine Beteiligung an sogenannten LottoTeam WinFonds wirbt.

In dieser Woche hätten sich fast 100 Betroffene gemeldet, fasst Verbraucherschützer Betz zusammen. Regelmäßige Kontrollen der Bankauszüge und das Rückbuchen im Falle eines Missbrauchs innerhalb von sechs Wochen seien Maßnahmen, um das Konto vor Dieben zu schützen. Warum aber solle immer nur der Kontoinhaber aktiv werden, aufpassen, prüfen, rückbuchen, fragt Betz. Bei Ärgernissen mit Lastschriften müsse man auch auf die Banken schauen. "Sie haben zu prüfen, ob tatsächlich eine Einzugsermächtigung vorliegt", fordert Betz. Liegt diese nicht vor, weil die Lastschrift unbefugt mit den Kontodaten des Verbrauchers in Auftrag gegeben wurde, sei das Betrug. "Betroffene sollten Anzeige erstatten", empfiehlt Betz.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


J. Eckhardt 08. Feb 2009

Hallo allerseits, Der hier von mir gefundene e-mail-Text ist zwar vom letzten Jahr, das...

Brauchen oder... 23. Aug 2008

Und was bitteschön ist daran illegitim, dumm oder kleingeistig? Wenn er von einem...

BürgerKundeVerb... 15. Aug 2008

Da ich auch betroffen bin, habe ich bei meiner Bank nachgefragt, ob es denn anstelle...

ALX 15. Aug 2008

... hat sich das schon mal ein Politiker gefragt? Natürlich nicht. Gibt ja weniger...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple Watch 8 im Test
Eine Smartwatch für wirklich alle Fälle

Die Apple Watch 8 sieht aus wie ihre Vorgängerin, im Test zeigt sich auch der Funktionsumfang sehr ähnlich. Es gibt aber interessante neue Sensoren.
Ein Test von Tobias Költzsch

Apple Watch 8 im Test: Eine Smartwatch für wirklich alle Fälle
Artikel
  1. Elektrokompaktauto: Smart #1 kostet ab 41.490 Euro
    Elektrokompaktauto
    Smart #1 kostet ab 41.490 Euro

    Der neue Elektro-Smart ist da und heißt Smart #1. Das Elektroauto kommt auch in einer Brabus-Edition und bringt es damit auf 315 kW.

  2. KI: EU legt Richtlinie für digitale Produkthaftung vor
    KI
    EU legt Richtlinie für digitale Produkthaftung vor

    Wer einen Schaden durch KI erleidet, etwa bei einem Unfall mit einem autonom fahrenden Auto, soll es künftig leichter haben, auf Schadensersatz zu klagen.

  3. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (Mega Fastro SSD 1TB 69€, KF DDR5-6000 32GB Kit 229€) • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ • Alternate (Be Quiet Tower-Gehäuse 89,90€) • PS5-Controller GoW Ragnarök Limited Edition vorbestellbar • Saturn Technik-Booster [Werbung]
    •  /