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Angetestet: Symbian-Smartphone N78 von Nokia

Smartphone mit 3,2-Megapixel-Kamera und UKW-Transmitter. Viele Mobiltelefone verfügen bereits über eine 3,2-Megapixel-Kamera und einen GPS-Empfänger. Eher ungewöhnlich für Smartphones ist dagegen ein UKW-Transmitter, der Musik zum Autoradio übermittelt. Das Nokia N78 ist eines der ersten Geräte, die diese Funktion bietet. Golem hat sich das Symbian-Smartphone mal näher angesehen.
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Das N78 von Nokia besitzt eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Optik. Sie bietet viele Motivprogramme von Landschaft und Porträt über Makro (10 bis 30 cm) bis hin zu Sportfotografie. Weißabgleich und Belichtungsausgleich lassen sich ebenfalls manuell einstellen, zudem besteht die Möglichkeit, neben einer automatischen ISO-Wahl noch zwischen den drei ISO-Stufen niedrig, mittel oder hoch zu wählen. Die Bedienung der Kameraeinstellungen erfolgt über eine Funktionsleiste, die im Display eingeblendet wird. Sie ist zwar intuitiv zu bedienen, allerdings ist es nicht sonderlich bequem, von Icon zu Icon zu scrollen. Hier fehlt dem N78 einfach ein Touchscreen.

Schnelle Kamera

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Drückt der Nutzer auf den Auslöseknopf an der rechten Geräteseite, ist die Kamera binnen drei Sekunden startklar. Das ist erfreulich schnell, damit ist das N78 auch für Momentaufnahmen gut geeignet. Die Kamera fokussiert flott und löst binnen einer Sekunde aus, selbst bei schummerigen Lichtverhältnissen. Um Motive aufzuhellen, steht ein LED-Blitz bereit, der allerdings nur etwa 2,5 Meter weit leuchtet. Eine Belichtungskorrektur erlaubt +2 bis -2 Blendenwerte in 3 Stufen je Blendenwert. Mit den vielen Einstellmöglichkeiten macht fotografieren wirklich Laune. Die Bildqualität ist gut, nur an den Ecken treten leichte Unschärfen auf. Die Farben wirken natürlich.

Videos zeichnet die integrierte Kamera mit bis zu 15 Bildern pro Sekunde in VGA-Auflösung auf. Abgespielt werden Videos mit dem Real Player in den Formaten MPEG4 und 3GP. Eine Zweitkamera auf der Vorderseite dient zum Abhalten von Videokonferenzen. Das Display im N78 bietet eine Bilddiagonale von 2,4 Zoll und zeigt darauf 240 x 320 Pixel Auflösung bei bis zu 16 Millionen Farben. Unter direkter Sonneneinstrahlung macht das Display eine gute Figur, es spiegelt wenig und lässt die Inhalte immer noch erkennen. Somit ist es auch an einem schönen Sommertag draußen gut als Sucher für die Kamera nutzbar.

Guter Musikplayer
Musik hören mit dem N78 ist ein Erlebnis: Der Nutzer kann nach Interpret, Titel oder Album sortieren, eigene Abspiellisten anlegen oder eine der drei automatischen Wiedergabelisten nutzen: kürzlich hinzugefügte Stücke, zuletzt wiedergegebene Songs oder meistgehörte. Das funktioniert ohne Überlegung sehr intuitiv. Der Musikplayer spielt die Formate MP3, WMA, AAC, AAC+ sowie eAAC+ ab – gut klingen die Stücke über die mitgelieferten Stereokopfhörer. Das Gerät besitzt eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, die den Anschluss handelsüblicher Kopfhörer erlaubt.

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Besonderes Extra: Der Besitzer des N78 kann via UKW-Transmitter Musik vom Mobiltelefon aus auf ein UKW-Radio übertragen und damit Musik über die Autoradiolautsprecher abspielen. Im Betrieb kann es allerdings zu Störungen kommen. Problemquellen sind beispielsweise beheizbare Frontscheiben oder in die Windschutzscheibe integrierte Antennen. Zu kurzfristigen Unterbrechungen kommt es beim Unterqueren einer Hochspannungsleitung oder anderen Orten, an denen starke elektrische Felder auftreten.

Zudem muss prinzipbedingt auf langen Fahrten immer wieder nachgeregelt werden. Da für die UKW-Übertragung eine freie Frequenz genutzt wird, kann sich das schnell ändern, wenn man andere Radiosendegebiete erreicht. Sobald ein Radiosender die vermeintlich freie Frequenz belegt, kommt es zu unschönen Überlagerungen. Dann muss recht mühsam erst wieder eine neue freie Frequenz gesucht und das Mobiltelefon darauf eingestellt werden. Zur weiteren Unterhaltung gibt es noch ein UKW-Radio. Für Musik- und Fotodaten steht intern nur ein 70 MByte großer Speicher bereit, der aber mittels Micro-SD-Karten erweitert werden kann. Der passende Steckplatz befindet sich auf der linken Seite und ist direkt erreichbar.

GPS für Geduldige

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Neben den Multimediafunktionen bietet das N78 auch Navigation per GPS-Empfänger inklusive A-GPS und Nokia Maps 2.0. Mittels A-GPS wird die erste Ortung des Geräts beschleunigt, so dass es weniger als 10 Sekunden dauert, bis die aktuelle Position gefunden ist. Nokia Maps führt zielsicher zu einer fremden Adresse – zu Fuß oder per Auto. Die Bedienung von Nokia Maps 2.0 ist jedoch wenig intuitiv. Und Geduld erfordert sie auch: Wer einen Ort sucht, muss schon mal bis zu einer Minute warten. Eine Routenberechnung braucht ebenfalls bis zu 30 Sekunden. Die kostenlosen Funktionen von Nokia Maps 2.0 decken nicht alle Navigationsfunktionen ab, so dass der Kunde bei Bedarf dafür bezahlen muss.

Der GPS-Empfänger kommt übrigens auch bei der Kamera zum Einsatz: Per Geotagging kann der Hobbyfotograf seine Bilder automatisch mit Informationen zum jeweiligen Aufnahmestandort versehen und sich später auf einer Landkarte ansehen.

Surfen und Organisieren

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Das Surfen im Internet ist die reinste Freude mit dem Nokia N78. Und das aus zwei Gründen: Erstens kann der Nutzer an einem Hotspot per WLAN ins Netz gehen oder mit dem flotten HSDPA surfen. Und zweitens optimiert der Nokia-Webbrowser auf Basis der Safari-Rendering-Engine die Webseiten für das kleine Display. Das Smartphone bietet einen Kalender, einen Wecker, eine Notizverwaltung und einen Taschenrechner. Ein E-Mail-Client ohne Push-Unterstützung ist ebenfalls vorhanden und er kommt auch mit komprimierten ZIP-Dateien und PDF-Dokumenten klar. Passende Software ist installiert und muss nicht erst nachträglich aufgespielt werden, wie es bei Windows-Mobile-Geräten oft nötig ist. Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien werden mit dem mitgelieferten Quickoffice geöffnet und bearbeitet.

Das HSDPA-Smartphone unterstützt die vier GSM-Netze 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und GPRS sowie EDGE. Als weitere Drahtlostechniken sind WLAN 802.11b/g sowie Bluetooth 2.0 vorhanden. Dabei wird auch das Bluetooth-Profil A2DP unterstützt, um Stereoton drahtlos zu übertragen.

Verbesserungswürdige Ergonomie
Das N78 wiegt 102 Gramm und misst 113 x 49 x 15,1 mm. Es liegt prima in der Hand, die rückwärtige Plastikabdeckung wirkt jedoch billig. Minuspunkte kassiert das N78 auch für seine Ergonomie. Die Tastatur besteht nur aus drei schmalen Strichen, die zwar gut ansprechen, die einzelnen Ziffern sind jedoch nicht voneinander abgesetzt. Die Konsequenz: Der Nutzer kann kaum blind tippen, weil er sich dauernd vertippt. Der Multimedia-Menü-Knopf, der in die große, unübersichtliche Vielfalt des Symbian S60-Menüs führt, ist tief unterhalb des Displays am linken Rand angebracht. Linkshänder müssen wahre Fingerakrobaten sein, wenn sie den Knopf bedienen wollen. Ebenfalls wenig zufriedenstellend ist das 5-Wege-Navigator, das zum Navigationsrad à la iPod aufgebohrt wurde. Durch ein kreisförmiges Drehen des Daumens soll sich der Nutzer schneller durchs Menü hangeln. Doch unser Testmodell hat oft gehakt – an der Mechanik muss Nokia noch mal feilen.

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Der Akku reicht nach Herstellerangaben für eine Sprechdauer von etwa 3 Stunden im UMTS-Modus sowie rund 4 Stunden im GSM-Betrieb. Die Telefonqualität hat sich im Test als mittelmäßig erwiesen, die Stimmen klingen recht dumpf und metallen. Im Bereitschaftsmodus muss der Akku nach circa 13 Tagen wieder aufgeladen werden, gibt Nokia an. Bei deaktiviertem Mobilfunk soll der Akku eine kontinuierliche Musikwiedergabe von bis zu 24 Stunden schaffen, die Videowiedergabe soll bis zu 11,5 Stunden möglich sein, bevor der Akku wieder an die Steckdose muss.

Das Symbian-Smartphone N78 kostet bei Vodafone 449,50 Euro ohne Abschluss eines Mobilfunkvertrages. Während das Gerät bei Vodafone bereits erhältlich ist, soll es bei anderen Netzbetreibern in Kürze kommen.

Fazit:
Für Multimediafreunde ist das Symbian-Smartphone durchaus ein Kauftipp. Insbesondere der gute Klang bei der Musikwiedergabe, die Möglichkeit, Musik via Autoradiolautsprecher abzuspielen und die schnelle Kamera sprechen für das N78. Allerdings kommt bei der Bedienung kaum Freude auf, die Tastatur enttäuscht und auch der 5-Wege-Navigator überzeugt nicht. Zudem ist die Menüführung in Nokia Maps 2.0 alles andere als intuitiv.


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