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Ersteindruck: Dell Latitude E4200 - leichter Dauerläufer

Vorserienmodell des kleinsten Latitude noch ohne Linux. Golem.de konnte einen Blick auf ein Vorserienmodell von Dells neuem Ultra-Portable-Notebook Latitude E4200 werfen, das immerhin 13 Stunden lang durchhalten soll. Außerdem konnten wir Informationen zu einigen der immerhin zehn neuen Geräte in Erfahrung bringen.
/ Andreas Sebayang
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In London hat Dell zehn neue Produkte vorgestellt, die sich Golem.de etwas genauer anschauen konnte. Wir haben uns auf das vielversprechende 12-Zoll-Gerät E4200 konzentriert. Das neue Ultra-Portable-Notebook soll im September 2008 erscheinen. Wie bereits bekannt, kommen Prozessoren mit geringerer Spannung zum Einsatz. Sie gehören zur Montevina-Generation alias Centrino 2, die Intel erst kürzlich vorgestellt hat . Die Low- und Ultra-Low-Voltage-CPUs des Pakets hat Intel jedoch bisher nicht offiziell vorgestellt. Damit ist wohl im September zu rechnen. Auch die übrigen Notebookvorstellungen von Dell setzen auf Centrino 2.

Das Vorserienexemplar des E4200 machte einen guten Eindruck, auch wenn dem Gerät der Vorserienstatus anzumerken war. Die Latitude-On-Funktion zum schnellen Datenzugriff ohne Windows-Start konnte Dell noch nicht präsentieren. Das dazu nötige Hardwaremodul war laut Dell in den Vorführexemplaren des E4200 noch nicht integriert. Zum Prozessor, der auf dem Modul steckt, wollte Dell leider ebenfalls noch nichts sagen.

In einer Präsentation zeigte Dell allerdings einige Screenshots des auf das Modul zu installierenden Mini-Linux. Dessen Oberfläche erinnerte an die auf verschiedenen Seiten aufgetauchten Screenshots des Dell-Netbooks, das ebenfalls unter Linux laufen wird und das die Firma auch auf Nachfrage hin nicht zeigen wollte. Im November 2008 soll das Mini-Linux für die Notebooks ausgeliefert werden. Es wird wie ein Firmwareupdate auf den Speicherbaustein des in den Notebook vorinstallierten Moduls installiert.

Die Verarbeitung des E4200 war trotz des Vorserienstatus gut. Dell wies darauf hin, dass die Tastatur sich noch ein wenig durchbiegt. Das soll sich bei den fertigen Modellen noch ändern. Beim kurzen Tippen fiel das Manko aber zunächst nicht auf. Aufgefallen ist dafür das geringe Gewicht. Mit gerade mal 1 kg ist es leichter als so manches Netbook.

Dass ein Businessgerät nun auch in verschiedenen Farben daherkommt, war etwas gewöhnungsbedürftig. Der Lack des Geräts fühlt sich recht glatt an. Laut Dell soll dieser sich nicht so schnell abnutzen wie bei anderen Geräten. Den Geräten sieht man allerdings nicht an, dass es sich um höherpreisige Businessgeräte handelt. Dell geht davon aus, dass die meisten eher die dunklen Geräte vorziehen. Das 12-Zoll-Modell war aber nur in auffallenderen Farben zu sehen.

Das LED-Display war recht hell und der Deckel sehr dünn und wird über zwei mit Zink verstärkte Scharniere gehalten. Dass der Deckel wegen Scharnierschwächen abbricht, soll bei der gesamten E-Serie deutlich unwahrscheinlicher werden. Diese sind von vorne beim Öffnen übrigens kaum auszumachen. Bei den 12-Zoll-Geräten sind LEDs Standard. Ein Umgebungslichtsensor kann auf Wunsch die Helligkeit des Bildschirms und die optionale Tastaturbeleuchtung einstellen. Damit umgeht Dell auch die Vorgaben von Vista(öffnet im neuen Fenster) , wenn es um die Helligkeit eines Displays geht.

Das LED-Display und die Tastaturbeleuchtung soll es auch für die E6000-Serie als Option geben. Auf den ersten Blick sah die Beleuchtung der Tastatur sehr angenehm aus. Die Beleuchtung unter den Tasten war auch bei Tageslicht erkennbar, ist also vermutlich stark genug, um auch bei hellem Display noch genug aufzufallen.

Mit der neuen E-Serie verschwindet ein proprietärer Port bei Dell-Notebooks: Die für die d/base-Schnittstelle gedachten externen Laufwerke besitzen einen USB-Port mit zusätzlicher darüberliegender Stromversorgung. Das Gegenstück war in Latitudes der D-Serie eingebaut. Stattdessen gibt es jetzt einen kombinierten eSATA/USB-Port.

Dell verbaut in dem E4200 nur SSDs. Diese sollen zu einer neuen Generation gehören und schneller sein als die ersten SSDs, die Dell verbaut hat. Ein Mitarbeiter versprach, dass die SSD von der Leistung her an Festplatten mit 10.000 U/min herankommen. Zum Vergleich: Die schnellsten Festplatten bei 1,8 Zoll laufen nur mit 5.400 U/min. 2,5-Zoll-Festplatten für Notebooks erreichen 7.200 U/min. Western Digitals VelociRaptor erreicht im selben Format 10.000 U/min. Diese ist jedoch nicht für Notebooks gedacht.

Die Laufzeit des kleinen 12-Zoll-Notebooks soll mit 6-Zellen-Akku, der hinten aus dem Gehäuse herausragt, bei normalen Arbeiten rund sechs Stunden halten. Das Gesamtgewicht beträgt dann ca. 1,1 kg. Mit dem Battery-Slice, das unter das Notebook geklemmt wird, soll die Laufzeit auf 13 Stunden wachsen. Dafür steigt das Gewicht des Notebooks um weitere 330 bis 340 Gramm. Das Battery-Slice konnte Dell bisher nur für die größeren Modelle vorführen. Das 12-Zoll-Modell war noch nicht fertig. Es soll aber, wie die anderen Slices, einen eigenen Netzanschluss haben, damit es auch ohne Notebook geladen werden kann. Der Wechsel des Slices im Betrieb soll unproblematisch sein. So können auch mehrere davon mitgenommen werden. Einen Preis nannte Dell noch nicht. Nimmt man die Battery-Slices des Latitude XT als Anhaltspunkt, dürften diese jedoch nicht billig werden, denn dieses kostet etwa 250 Euro.

Bei angeschlossenem Slice bedienen sich Notebooks der E-Serie zuerst beim zusätzlichen Energiespender. Der Hauptakku wird dabei nur minimal entladen. Mit einer speziellen Einstellung sollen die Notebooks der E-Serie übrigens noch länger durchhalten. Dabei wird etwa das Display weiter gedimmt und die CPU gebremst. Werte dazu wollte Dell nicht nennen. Mit dem Mini-Linux verspricht Dell gar eine ganze Woche Unabhängigkeit vom Netz, vermutlich jedoch nicht durchgängig. Die genannten Laufzeiten sollen Ergebnisse des MobileMark 2007 sein.

Die neue Latitude-E-Serie wird insgesamt mit kompakten Netzteilen ausgeliefert, die Ladezeiten sollen ebenfalls klein ausfallen. Dell verspricht, dass 80 Prozent des Akkus in einer Stunde geladen werden. An Zubehör soll es außerdem noch Mini-Dockingstations und eine MediaBase für optische Laufwerke geben. Diese werden über den Dockanschluss (PCIe-basierend) unten angedockt. Mit der Zusatzbatterie lassen sich diese nicht kombinieren.

Zum Preis des für September 2008 angekündigten Latitude E4200 will Dell erst später etwas sagen.


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