Ersteindruck: Dell Latitude E4200 - leichter Dauerläufer

Das Vorserienexemplar des E4200 machte einen guten Eindruck, auch wenn dem Gerät der Vorserienstatus anzumerken war. Die Latitude-On-Funktion zum schnellen Datenzugriff ohne Windows-Start konnte Dell noch nicht präsentieren. Das dazu nötige Hardwaremodul war laut Dell in den Vorführexemplaren des E4200 noch nicht integriert. Zum Prozessor, der auf dem Modul steckt, wollte Dell leider ebenfalls noch nichts sagen.
In einer Präsentation zeigte Dell allerdings einige Screenshots des auf das Modul zu installierenden Mini-Linux. Dessen Oberfläche erinnerte an die auf verschiedenen Seiten aufgetauchten Screenshots des Dell-Netbooks, das ebenfalls unter Linux laufen wird und das die Firma auch auf Nachfrage hin nicht zeigen wollte. Im November 2008 soll das Mini-Linux für die Notebooks ausgeliefert werden. Es wird wie ein Firmwareupdate auf den Speicherbaustein des in den Notebook vorinstallierten Moduls installiert.
Die Verarbeitung des E4200 war trotz des Vorserienstatus gut. Dell wies darauf hin, dass die Tastatur sich noch ein wenig durchbiegt. Das soll sich bei den fertigen Modellen noch ändern. Beim kurzen Tippen fiel das Manko aber zunächst nicht auf. Aufgefallen ist dafür das geringe Gewicht. Mit gerade mal 1 kg ist es leichter als so manches Netbook.
Das LED-Display war recht hell und der Deckel sehr dünn und wird über zwei mit Zink verstärkte Scharniere gehalten. Dass der Deckel wegen Scharnierschwächen abbricht, soll bei der gesamten E-Serie deutlich unwahrscheinlicher werden. Diese sind von vorne beim Öffnen übrigens kaum auszumachen. Bei den 12-Zoll-Geräten sind LEDs Standard. Ein Umgebungslichtsensor kann auf Wunsch die Helligkeit des Bildschirms und die optionale Tastaturbeleuchtung einstellen. Damit umgeht Dell auch die Vorgaben von Vista(öffnet im neuen Fenster) , wenn es um die Helligkeit eines Displays geht.
Das LED-Display und die Tastaturbeleuchtung soll es auch für die E6000-Serie als Option geben. Auf den ersten Blick sah die Beleuchtung der Tastatur sehr angenehm aus. Die Beleuchtung unter den Tasten war auch bei Tageslicht erkennbar, ist also vermutlich stark genug, um auch bei hellem Display noch genug aufzufallen.
Mit der neuen E-Serie verschwindet ein proprietärer Port bei Dell-Notebooks: Die für die d/base-Schnittstelle gedachten externen Laufwerke besitzen einen USB-Port mit zusätzlicher darüberliegender Stromversorgung. Das Gegenstück war in Latitudes der D-Serie eingebaut. Stattdessen gibt es jetzt einen kombinierten eSATA/USB-Port.
Dell verbaut in dem E4200 nur SSDs. Diese sollen zu einer neuen Generation gehören und schneller sein als die ersten SSDs, die Dell verbaut hat. Ein Mitarbeiter versprach, dass die SSD von der Leistung her an Festplatten mit 10.000 U/min herankommen. Zum Vergleich: Die schnellsten Festplatten bei 1,8 Zoll laufen nur mit 5.400 U/min. 2,5-Zoll-Festplatten für Notebooks erreichen 7.200 U/min. Western Digitals VelociRaptor erreicht im selben Format 10.000 U/min. Diese ist jedoch nicht für Notebooks gedacht.
Die neue Latitude-E-Serie wird insgesamt mit kompakten Netzteilen ausgeliefert, die Ladezeiten sollen ebenfalls klein ausfallen. Dell verspricht, dass 80 Prozent des Akkus in einer Stunde geladen werden. An Zubehör soll es außerdem noch Mini-Dockingstations und eine MediaBase für optische Laufwerke geben. Diese werden über den Dockanschluss (PCIe-basierend) unten angedockt. Mit der Zusatzbatterie lassen sich diese nicht kombinieren.
Zum Preis des für September 2008 angekündigten Latitude E4200 will Dell erst später etwas sagen.