Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Apple-Beschäftigter klagt wegen unbezahlter Überstunden

Aufruf zu einer Sammelklage in Kalifornien eingereicht. Der Apple-Konzern wird von einem Mitarbeiter verklagt. Mit einer in dieser Woche in Kalifornien eingereichten Klage will ein Netzwerktechniker die Bezahlung für geleistete Überstunden erreichen. Gespart werden muss bei Apple eigentlich nicht: Gegenwärtig hat die Firma 20,8 Milliarden US-Dollar auf der Bank, und jedes Quartal kommt eine weitere Milliarde hinzu.
/ Achim Sawall
105 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Trotz des Images als cooles Unternehmen, bei dem den IT-Profi Traumjobs erwarten, fühlt sich ein Apple-Techniker wie ein "Schuldknecht" zu Feudalzeiten behandelt. Das geht aus einer Klageschrift(öffnet im neuen Fenster) hervor, die bei einem Bezirksgericht in San Diego, Kalifornien, eingereicht wurde.

Hauptkläger David Walsh, der seine früheren Kollegen jetzt zu einer Sammelklage aufruft, war in der Zeit von 1995 bis 2007 als Netzwerktechniker mit einem 40-Wochenstunden-Vertrag bei Apple beschäftigt. Er sei aber oft angehalten worden, unbezahlt mehr zu arbeiten, habe deswegen die Kantinenzeiten verpasst und musste an Abenden und Wochenenden zudem unentgeltlich Bereitschaftsdienste leisten. Konkrete Serviceanfragen habe er oft erst nach 23 Uhr und am Wochenende erhalten und musste dann "bis in die Nacht hinein" arbeiten. Das kalifornische Arbeitsgesetz sieht vor, dass Überstunden bezahlt werden müssen.

Walsh sei von dem Computerhersteller zudem gegen seinen Willen als Manager eingestuft worden, um Überstunden und Essenszulagen nicht zahlen zu müssen. Er war aber bei seiner Arbeit seinen Vorgesetzten gegenüber weisungsgebunden und habe nicht als Führungskraft Leitungsaufgaben selbstständig verantwortet.

Um Kämpfe für bessere Lohn-, Gehalts- und Arbeitsbedingungen der Belegschaft zu erschweren, sei bei Apple eine Reihe von unterschiedlichen Jobtiteln für oft identische Arbeitsplätze geschaffen worden. "Ein Beispiel dafür ist, dass einfach die Bezeichnung 'Senior' vor die Titel des 'Network Engineer' gestellt wurde, obwohl fast alle dieser 'Network Engineers' die gleiche Arbeit zu verrichten haben", so Walshs Rechtanwalt von der Kanzlei Blumenthal & Nordrehaug, die auf Sammelklagen spezialisiert ist.

Die von Walsh beschriebenen Arbeitsbedingungen sind in der IT-Branche durchaus üblich. Bei Sun Microsystems(öffnet im neuen Fenster), Electronic Arts, IBM(öffnet im neuen Fenster) und Dell(öffnet im neuen Fenster) haben sich Beschäftigte mit unterschiedlichem Erfolg juristisch dagegen gewehrt.


Relevante Themen