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Meer, Mechs und Manga: Command & Conquer Alarmstufe Rot 3

Mit neuen Inhalten schickt EA das Echtzeitstrategiespiel an die Front. Konnichi wa! In Alarmstufe Rot 3 für PC und Xbox 360 will Electronic Arts auf ungewöhnliche Ideen und eine asiatische Armee setzen. Echtzeitgeneräle können viele ihrer Einheiten künftig auf Knopfdruck verwandeln, die Weltmeere erobern – und sollten dabei die Zeit im Auge behalten.
/ Peter Steinlechner
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Albert Einstein bastelt an der Zeit: Schwupps, spielt Hitler keine Rolle mehr – aber Stalin ist richtig mächtig. Dann fummelt auch der Sowjetdiktator mit der Geschichte herum. Und beschwört so neben seinem Reich und den westlichen Alliierten eine dritte Fraktion herbei, nämlich die Japaner. Klingt seltsam, soll es auch sein – das kommende Command & Conquer Alarmstufe Rot 3(öffnet im neuen Fenster) setzt wie die Vorgänger auf ein bewusst überdrehtes Szenario mit B-Movie-Flair, schrägen Helden und knallbunter Grafik.

Rund 60 Minuten dauern die Filmschnipsel insgesamt, die zwischen den Missionen die Handlung mit aufwendig-trashigen Videos vorantreiben. Da treten dann Figuren wie die britische Schauspielerin Gemma Atkinson auf, die jenseits des Kanals vor allem dank ihres Auftritts im englischen Gegenstück zu "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" bekannt ist.

Trotzdem soll Alarmstufe Rot 3 im Kern ein durchdachtes, gut ausbalanciertes Echtzeitstrategiespiel werden. Dafür sorgt das Team bei EA übrigens auch, indem es regelmäßig einige der weltbesten Starcraft-Profispieler nach Los Angeles zum Probespielen einfliegt.

Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 – Trailer
Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 – Trailer (01:45)

Wichtigste Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist die dritte Fraktion. Das japanische Heer unterscheidet sich von Sowjets und Alliierten dadurch, dass sich viele Einheiten per Knopfdruck verwandeln lassen. Ein U-Boot transformiert beispielsweise zum Flugzeug, ein Walker zum Helikopter. Wichtig: Bei den Transformationen verändert sich jeweils die Ebene, auf der die Einheit besonders effektvoll angreift – ein Bodenkämpfer verwandelt sich also in eine Flak, oder eine Lufteinheit nimmt am Boden besonders effektiv Infanterie auseinander. Die Verwandlung – schick in Szene gesetzt wie bei den berühmten Spielzeugrobotern – dauert ein paar Augenblicke und hat auch einen Cooldown, damit Teilnehmer im Multiplayermodus den feindlichen Angriffen nicht durch ständigen Wechsel der Kampfebene entfliehen.

Die japanische Fraktion ist außerdem die Einzige, die ihre Gebäude in beliebig großen Abständen voneinander aufstellen kann – was einen großen taktischen Vorteil darstellt, aber die Verteidigung der Basis erschwert. Bei den meisten Einheiten ist übrigens ein starker Bezug zu anderen Computerspielen und Animefilmen erkennbar. Der Eliteheld beispielsweise heißt Yuriko und ist laut Entwicklern eine Mischung aus Gogo Yubari aus dem Tarantino-Film Kill Bill und Tetsuo aus Akira.

Zweite wichtige Neuerung ist das Meer – das eine deutlich größere Rolle spielen soll als in allen vergleichbaren Echtzeitstrategiespielen. Die meisten Einheiten können sowohl an Land wie auf hoher See agieren. Das gilt auch für kleine wie den Ingenieur, der ab dem Übergang ins feuchte Nass automatisch in einem kleinen Schlauchboot sitzt. Und eine fahrbare, mobile Fabrikanlage entpuppt sich als hochseetaugliches Amphibienvehikel. Auch Gebäude lassen sich auf dem Wasser platzieren, dann stehen sie wie ein Bohrturm auf dicken Stelzen, um die herum der azurblaue Ozean schwappt. Überhaupt, das Wasser ist ein echter Hingucker und reagiert glaubwürdig auf Explosionen oder Überflüge mit Wellen oder dem, was Wasser halt nun mal zu machen pflegt.

Das Spielprinzip von Alarmstufe Rot 3 orientiert sich ansonsten an den Vorgängern. Bis auf ein paar weitere Ausnahmen, deren größte die Rohstoffgewinnung ist. Künftig steuert ein Sammler eine Mine an – wer also mehr Rohstoffe haben möchte, muss schnell expandieren und neues Gebiet erkunden.

Die 27 Missionen – neun für jede Fraktion – kann der Spieler allein oder gemeinsam mit einem Kumpel durch kooperatives Zusammenarbeiten absolvieren. Außerdem gibt es einen Mehrspielermodus, bei dem EA gegenüber Golem.de Wert darauf legt, dass Partien deutlich länger dauern als in C&C3 – statt fünf bis zehn Minuten peilen die Designer eine durchschnittliche Länge von 20 bis 30 Minuten an. Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 erscheint nach aktueller Planung im Oktober 2008 für PC und Xbox 360; die Arbeit an einer ursprünglich angekündigten Playstation-3-Version hat EA inzwischen wieder eingestellt, schließt aber eine spätere Umsetzung nicht aus.

 
Video: Alarmstufe Rot 3 – Trailer in HD (benötigt Flash 9, 1:45)

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