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Vint Cerf: Wie sieht vernünftiges Netzwerkmanagement aus?

Googles Internet-Evangelist äußert sich zur Regulierung des Datenverkehrs

Vint Cerf, einer der Väter des Internets und "Chief Internet Evangelist" bei Google, hat in einem Google-Blog erläutert, warum Netzwerkmanagement notwendig sei und wie er sich ein faires Netzwerkmanagement vorstellt.

Artikel veröffentlicht am ,

Vor wenigen Tagen hat die Federal Communication Commission (FCC) entschieden, dass der Breitbandanbieter Comcast das P2P-Filesharing nicht mehr sperren darf. Comcast hatte diese Praxis stets als notwendiges Netzwerkmanagement verteidigt.

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Vinton Cerf (Quelle: Google)
Vinton Cerf (Quelle: Google)
Nun hat sich Vinton Cerf, einer der Entwickler der Internetprotokolle und "Chief Internet Evangelist" bei Google, auf Googles Public Policy Blog zum Thema Netzwerkmanagement geäußert.

Die Durchsatzrate der Netze sei beschränkt, so Cerf. Wenn alle Nutzeranfragen die verfügbare Bandbreite übersteigen, dann sei es klar, dass Netzbetreiber den Datenverkehr regeln wollen. Netzwerkmanagement sei deshalb notwendig, schreibt Cerf, der als Verfechter der Netzneutralität gilt. Die Frage bei den heutigen Netzen sei nicht, "ob, sondern wie sie reguliert werden sollen". Allerdings betont er, dass entsprechende Maßnahmen nur dann ergriffen werden sollten, wenn Datenstaus sie unbedingt erfordern.

"Meiner Ansicht nach sollte der Datenverkehr mit Blick auf Anwendungen und Protokolle reguliert werden", beschreibt Cerf seine Vorstellung von Netzwerkmanagement. Das bedeutet, die Netzbetreiber priorisieren Datenpakete nach der Art der Anwendungen. Anwendungen, die auf kurze Wartezeiten angewiesen sind, werden demnach bevorzugt ausgeliefert. Das müsse jedoch, so Cerf, für alle Anwendungen mit niedriger Latenzzeit gelten und nicht nur für die Anwendungen bestimmter Anbieter. "Es soll nicht die Aufgabe der Breitbandnetzbreiter sein, unter dem Vorwand des Netzwerkmanagements die Gewinner und die Verlierer in diesem Markt auszuwählen", so Cerf. Damit unterstreicht er die Sorge seine Arbeitgebers Google und anderer Anbieter, die befürchten, dass die Netzbetreiber in Zukunft Geld dafür verlangen, dass sie ihre Seiten bevorzugt behandeln.

Volumenabhängige Abrechnungsmodelle statt Flatrates hält Cerf hingegen für unpraktikabel. Dabei bekommt ein Nutzer für einen bestimmten Abrechnungszeitraum ein festgelegtes Datenkontingent. Überschreitet er dieses, muss er nachzahlen. Nachteil sei, dass die Nutzer keine Kontrolle über ihre Internetkosten hätten, da sie oft nicht wüssten, ob sie ein Link nicht unerwartet auf eine Seite mit einem Videostream oder einem großen Dateitransfer führe.

Besser sei da eine Begrenzung der Übertragungsgeschwindigkeit: Nutzer entscheiden sich für eine garantierte Übertragungsrate für ihren Datenverkehr, die auch in Zeiten von Datenstaus nicht unterschritten wird. Steht hingegen mehr Bandbreite zur Verfügung, etwa mitten in der Nacht, dann bekommen die Nutzer auch höhere Übertragungsraten.

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Drei Zehen 07. Aug 2008

Ich bin für das Verursacher-Prinzip. Wenn VoD viel Trafic erzeugt, sollen auch VoD Nutzer...

Drei Zehen 06. Aug 2008

denn vom Internet hast Du keine Ahnung. Also lass es besser bleiben.

Siga 06. Aug 2008

Ja. Sowas in der Richtung hätte ich auch gefordert. Es gibt doch noch vernünftige Leute...


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