Angetestet: Samsung SGH-i900 Omnia mit 5-Megapixel-Kamera

Flotte Kamera
Das Smartphone verfügt über eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, LED-Blitz und elektronischem Bildstabilisator. Per GPS ist Geotagging möglich, d.h. die Kamera merkt sich die Geodaten, an denen die Aufnahme entstand. Da die Funktion relativ viel Energie braucht, lässt sie sich nach Bedarf ein- oder ausschalten.
Die Kamera löst binnen einer Sekunde aus, was für eine solche Kamera als zügig gilt. Dabei sorgt ein Autofokus für scharfe Bilder. Gelungen ist die Panoramafunktion: Der Nutzer fokussiert, drückt einmal ab und zieht anschließend das Smartphone als Panoramaansicht weiter – für die folgenden Bilder löst die Kamera automatisch aus, wenn die Nahtstelle zwischen den Bildern erreicht ist. Damit entfällt das fummelige Aneinanderpuzzeln der Einzelbilder. Die Farben werden naturgetreu wiedergegeben. Sämtliche Fotos lasen sich – anders als beispielsweise bei Sony Ericsson oder Nokia – nicht direkt in ein Fotoblog stellen. Der Versand ist nur via MMS, E-Mail oder Bluetooth möglich.
Als weitere Multimediafunktion steht der Windows Media Player zur Verfügung, der neben MP3-, WMA- und WAV- und AAC-Dateien auch die kopiergeschützten Dateiformate OMA DRM und Windows Media DRM abspielt. Ein Radio ist ebenfalls integriert. Die Musik gelangt drahtlos per Stereo-Audio-Streaming (A2DP) über Bluetooth auf entsprechende Geräte.
Widgets
Eine Neuerung nennt sich Widgets und ist auch auf dem SGH-F480 zu finden. Mit dieser Funktion können ganz bestimmte Funktionen schnell aufgerufen werden. Dazu hat Samsung am linken Displayrand eine Liste mit 15 Icons hinterlegt, die der Nutzer auf den Startbildschirm ziehen kann. Drückt er noch einmal auf das Widget, öffnet sich das dahinterliegende Programm, beispielsweise das Spielemenü oder die Möglichkeit, einen neuen Kontakt einzutragen. Auch WLAN 802.11 b und g lässt sich darüber aktivieren und deaktivieren. Außerdem lässt sich eine Uhr auf den Desktop des Smartphones schieben – in analoger oder digitaler Form. Ein Wetter-Widget gibt es allerdings nicht, wie es beispielsweise auf dem iPhone oder bei den HTC-Geräten wie dem Touch oder dem Touch Diamond Standard ist.
Samsung will dem Anwender in Zukunft auch die Möglichkeit bieten, eigene Widgets zusammenzustellen. Das kann jedoch noch ein halbes Jahr bis ein Jahr dauern, erklärte ein Produktmananger von Samsung auf Nachfrage.
Sensibler Touchscreen
Der Touchscreen reagiert recht zügig – vorausgesetzt, man tippt nicht zu fest. Problematisch wird es an den Rändern: Dort verweigert der Touchscreen häufiger den Dienst. Abhilfe schafft hier die Fingermaus, die der Nutzer im Menü aktivieren kann. Sie wird über das kleine schwarze Touchpad unter dem Display bedient und lässt sich präziser steuern, als man es mit dem Finger zuwege bringt. Damit macht die Bedienung Spaß.
Für die Eingabe von Texten gibt es keine Tastatur, dies geschieht über den Touchscreen. Dazu liefert Samsung einen Stylus mit, der sich allerdings nicht in einem speziellen Schacht im Gerät ablegen lässt, wie es normalerweise üblich ist. Samsung bietet die Möglichkeit, den Stylus mit einem Bändchen an eine am Gerät befindliche Öse zu befestigen – dann baumelt der Stylus freischwebend, aber immerhin griffbereit am Gerät. Ob der Nutzer das elegant findet, ist Geschmackssache. Auf jeden Fall besteht die Gefahr, dass das Bändchen reißt und der Stift verloren geht.
Verbesserungswürdig – GPS
Die Standardfunktionen Navigieren, Route planen sowie Suchen nach Favoriten, Sehenswürdigkeiten oder Längen- und Breitengrad sind vorhanden. Der Nutzer kann auch nach Einträgen aus dem Mobiltelefonadressbuch suchen. Ebenfalls praktisch ist, dass der Nutzer den Kartenausschnitt, seine GPS-Position oder eine Routenbeschreibung direkt aus der Software heraus per E-Mail oder Bluetooth verschicken kann. Verkehrsinfos, Reiseführer, Farbschemata, Karten oder Stimmen kann sich der Nutzer via Mobiltelefon direkt aus dem Route-66-Shop aufs Gerät laden – diese Services sind jedoch alle kostenpflichtig. Gratisverkehrswarnungen via TMC bekommt der Nutzer damit nicht. Eine Routenberechnung dauert gute 10 Sekunden, das Rerouting, wenn der Nutzer sich verfahren hat, nur zwei bis drei Sekunden.
Neu bei Windows Mobile 6.1
Eine minimale Verbesserung hat auch der Internet Explorer Mobile erfahren: So zeigt er nun eine Webseite auch im Miniaturformat an. Ein schwarzer Rahmen zeigt, auf welchem Seitenabschnitt sich der Nutzer gerade aufhält. Der Rahmen lässt sich verschieben, so dass der Anwender auf diese Art und Weise schnell an die richtige Stelle der Seite springen kann. Diese Funktion kennt man unter anderem von Nokias Webbrowser oder von Opera Mobile.
Letzteren hat Samsung dem Smartphone spendiert, so dass der Anwender damit wesentlich komfortabler unterwegs das Web nutzen kann. Außerdem zeigt Opera Mobile Webseiten zügiger an als der Microsoft-Browser. In einem Kurztest wurde die Golem.de-Homepage über eine HSDPA-Verbindung mit Opera Mobile in 12 Sekunden dargestellt. Der Internet Explorer Mobile brauchte dafür 17 Sekunden und damit 5 Sekunden länger.
Als weitere Neuerung bietet Windows Mobile 6.1 nun die Möglichkeit der Gerätefernwartung. Mit dem System Center Mobile Device Manager (SCMDM) lassen sich die Geräte durch firmeneigene IT-Administratoren verwalten. Mit dem SCMDM sowie dem Exchange Server 2007 SP1 können IT-Administratoren beispielsweise Richtlinien für die einzelnen Geräte der Mitarbeiter festlegen, Zugriffsrechte regeln oder bestimmte Webseiten sperren.
Das HSDPA-Smartphone funkt außer im UMTS-Netz auf den vier GSM-Netzen 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und unterstützt neben EDGE auch GPRS der Klasse 12.
Der Hersteller gibt die Gesprächszeit des Akkus mit bis zu 10 Stunden im GSM-Netz und bis zu 6,5 Stunden im UMTS-Netz an. Im Stand-by-Betrieb hält der Akku knapp 18 Tage im GSM-Netz und rund 19 Tage im UMTS-Netz, bevor der Akku wieder geladen werden muss.
Seit dem 6. August 2008 soll das Samsung SGH-i900 Omnia mit 8 GByte Speicher für 649 Euro ohne Mobilfunkvertrag bei allen Netzbetreibern zu haben sein. Eine 16-GByte-Variante soll es exklusiv bei T-Mobile geben. Einen Preis nannte Samsung noch nicht.
Fazit:
Samsung hat ein gut ausgestattetes Smartphone entwickelt. Auf der Habenseite findet sich die 5-Megapixel-Kamera, die schnell gute Fotos produziert. Wer Wert auf Bedienkomfort legt, wird sich mit den Widgets anfreunden und die Fingermaus lieben. Verbindungen per WLAN, HSDPA oder Bluetooth erleichtern den Büroalltag, die Telefonfunktionen, insbesondere die Notizfunktion, sind ebenfalls alltagstauglich.
Auf der Negativseite stehen der nicht immer reaktionsfreundliche Touchscreen, die verwirrenden Menütiefen von Windows Mobile 6.1 und die optische Aufmachung der eigentlich sehr nützlichen Widgets.