OSM - von der Karte für Techniker zur Karte für alle
Heute feiert(öffnet im neuen Fenster) das OpenStreetMap-Projekt (OSM) seinen vierten Geburtstag. Etwas spät, denn OSM ist bereits im Juli 2004 entstanden, aber auch die Feier des letzten Jahres(öffnet im neuen Fenster) wurde in den August gelegt. Wird die Registrierung der Domain als Anhaltspunkt des Projektstarts genommen, ist es sogar etwas zu früh. Die Domain OpenStreetMap.org existiert erst seit dem 9. August 2004(öffnet im neuen Fenster).
Alle fünf Monate hat sich in der Vergangenheit die Nutzerbasis verdoppelt, so Robinson. Ende 2009 rechnet er mit zehnmal so vielen aktiven Nutzern. Die dürften es dann auf 200.000 km pro Tag bringen. Ein nicht unerheblicher Teil davon stammt bisher aus dem deutschsprachigen Raum (siehe Interview mit Frederik Ramm).
Wie das aussehen kann, zeigt POI Control(öffnet im neuen Fenster). Die Webseite nutzt OpenStreetMap und wertet die hinterlegten besonderen Orte aus. Es ist möglich, den nächsten Biergarten oder Nachtclub zu finden, Spielplätze zu suchen und die Haltestellen einer Straßenbahn zu orten – Daten, die die normale OpenStreetMap-Karte nicht anzeigt.
So sind zum Beispiel große Teile Spaniens noch nicht erfasst. Allerdings ist gut zu sehen, dass es in dem Land langsam voran geht. Noch vor einem dreiviertel Jahr war außer in Madrid nicht viel zu sehen. Das gilt für viele Länder Europas. Die USA setzen noch auf die frei verfügbaren TIGER-Daten(öffnet im neuen Fenster), die allerdings noch manuell nachbearbeitet werden müssen. Der Import der TIGER-Daten wurde erst im Januar 2008 abgeschlossen. Vorher waren auch die USA eine größtenteils leere Fläche.
Auch in den Medien findet OpenStreetMap zunehmend Erwähnung. Eine Presse-Übersicht im OSM-Wiki(öffnet im neuen Fenster) zeigt, dass sich mittlerweile auch Mainstream-Medien für das Projekt interessieren.
Wo Infrastruktur und Nutzer fehlen, braucht das Projekt Spenden. Damit ist nicht Geld gemeint, obwohl es durch die zunehmende Nutzung auch im Bereich der Hardware Bedarf gibt(öffnet im neuen Fenster). Es geht vielmehr um Datenspenden. Ein großer Datenspender ist die Firma Yahoo, die es OpenStreetMap-Nutzern eingeschränkt erlaubt(öffnet im neuen Fenster), Yahoos Daten zu nutzen. Auch die niederländische Firma AND Automotive Navigation Data(öffnet im neuen Fenster) hat Daten gespendet: ihr komplettes digital erfasstes Straßennetz der Niederlande. Dazu kamen noch Daten aus Indien und China, von denen bislang nur die indischen Daten in OpenStreetMap integriert wurden.
An diesem Vergleich erfreuen sich vor allem diejenigen, die an OpenStreetMap mitarbeiten. Eine der wichtigsten Anwendungen für den Endnutzer ist dagegen das Finden von Wegen. OpenRouteService.org(öffnet im neuen Fenster) bietet eine Wegfindung nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. Und obwohl der OpenRouteService noch am Anfang steht, leistet er bereits gute Arbeit. Manche Routen sind noch nicht ideal. Mit zunehmender Kartenqualität, weiterer Erfassung von Fußgängerwegen und Radwegen sowie der Aufnahme von Verkehrsschildern sollte der Dienst aber bald sehr zuverlässig sein.
Ein paar Tage später regnete es französische Bugs(öffnet im neuen Fenster) – die französische Webseite PCinpact hatte OpenStreetBugs entdeckt(öffnet im neuen Fenster).
Vier Jahre gibt es OpenStreetMap jetzt. So richtig losgegangen ist es außerhalb von Großbritanniens erst vor etwas mehr als einem Jahr. Davor waren Deutschland und große Teile von Europa nur eine Fläche mit vielen großen Flecken auf dem OpenStreetMap-Globus – wie der Rest der Welt auch. Deutliche Fortschritte in Europa und den USA zeigen, dass das Projekt lebt. "OpenStreetMap ist überallhin auf dem Weg. Wenn alle helfen, wird eine Karte entstehen, die besser ist, als alles, was es heute gibt. Und das sehr viel schneller als man glaubt", sagt Robinson über das Projekt. Wächst die Karte weiter in so atemberaubenden Tempo, dürften beim fünften Geburtstag auch Bedenkenträger aufhören zu zweifeln.
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