GC 08: Interview über "Game Generations"

Magdans, Frank: Generation Gamers - Spieleentwickler und Szenekenner erzählen, wie Computer- und Videospiele unsere Freunde wurden. Schüren Verlag, ISBN 978-3-89472-539-6, 16,90 Euro, ab August 2008.
Magdans, Frank: Generation Gamers - Spieleentwickler und Szenekenner erzählen, wie Computer- und Videospiele unsere Freunde wurden. Schüren Verlag, ISBN 978-3-89472-539-6, 16,90 Euro, ab August 2008.
Golem.de: Nichtspieler könnten den Eindruck haben, dass sich seit Ralph Baers Brown Box im Jahr 1968 bis auf die Grafik und die Effekte wenig geändert hat bei den Computerspielen. Was würden Sie darauf antworten?

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Magdans: Sicher gibt es wie in allen Medien viele Muster, die sich wiederholen. Aber ich denke trotzdem, dass wir momentan am Beginn einer neuen Ära stehen. Es wird immer mehr Inhalte geben, die von den Nutzern selbst generiert werden, denn die sozialen Netzwerke sind so populär geworden, dass sie alle Medien durchdringen. Schauen Sie nur, wie MySpace mit der Internet-Soap "Candy Girls" die Daily Soaps neu definiert hat. Da haben die Zuschauer auch viel mehr Einfluss auf das, was sie sehen.

Entwicklungshistorisch betrachtet hat das mit den eigens kreierten Elementen bei den Spielen aber auch schon vor 25 Jahren eingesetzt, nämlich mit dem Pinball Construction Set von Bill Budges. Editoren sind die Vorstufe dessen, was jetzt mit Titeln wie Little Big Planet und Spore auf uns zukommt. Bislang war das eine Sache für eine kleine Zielgruppe, etwa mit den Mods oder Titeln wie Trackmania. Jetzt aber wird es ungleich mehr Leute anziehen.

Golem.de: Welche Spiele haben Sie als Spieler geprägt?

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Magdans: Am meisten die schrägen LucasArts-Spiele wie Day of the Tentacle und Sam & Max, da für mich Humor eine ungemein wichtige Sache ist. Das sind pfiffige Storys und ausgefallene Charaktere gewesen, die einen wirklich zum Lachen gebracht haben. Das wurde mir wieder klar, als ich Tony Tough and the Night of Roasted Moths gespielt habe. Seitdem gibt es zum Glück wieder mehr Adventures dieser Art. Darüber hinaus bin ich immer noch ein Fan von Dead or Alive 3 und Rennspielen à la Demolition Racer und Crazy Taxi. Kloppen und Heizen - beides Sachen, die ich im echten Leben niemals machen würde.

Golem.de: Sie werfen in Ihrem Buch auch einen Blick auf die Retro- und Independentszene. Tut sich da viel momentan?

Magdans: Ja, da tut sich einiges. Die Retroszene ist sehr aktiv, das zeigt sich ja auch Jahr für Jahr auf der Games Convention. Doch nicht nur da, auch auf anderer Ebene passiert was. Ende Juli 2008 hat beispielsweise die Retro-Spektive in Niedersachsen stattgefunden, wohinter gleich mehrere Vereine stecken, die bundesweit bekannt sind. Die bewahren eine Kultur und zeigen Verbindungslinien zwischen gestern und heute auf. Was die Independentszene angeht, so tut sich hierzulande leider weniger. Im Ausland, insbesondere in den skandinavischen Ländern und in Amerika, sieht es da ganz anders aus. Die Entwickler stellen kontinuierlich neue Spiele online.

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